Tod von Ex-Miss-Austria Ena Kadic: Ena Kadic
© Picture Alliance Ena Kadic

Tod von Ex-Miss-Austria Ena Kadic Ermittlungen gegen einen "Guru"

Das Unfall-Drama um die ehemalige "Miss Austria" wirft Fragen auf: Wie konnte es zu dem tödlichen Sturz kommen? Jetzt gehen Ermittlungen gegen einen "Guru" los

Update, 4. Februar 2016

Vier Monate nach dem tragischen Tod der ehemaligen "Miss Austria" Ena Kadic (†26) ist die Todesursache noch immer ungeklärt. Ena Kadic soll beim Joggen von einer Aussichtsplattform am sogenannten Drachenfelsen auf dem Bergisel-Rundweg mindestens 30 Meter in die Tiefe gestürzt sein. Weil Augenzeugen berichteten, dass Kadic auf der Plattform mit ihrem Handy hantierte, wurde in den Medien über einen Selfie-Unfall spekuliert. Jetzt gibt es eine neue Wende im dem Fall: Die Eltern des verstorbenen Models haben laut der "Tiroler Tageszeitung" bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck neue Ermittlungen angeregt, die sich gegen einen engen Freund ihrer Tochter richten.

Die Eltern sollen nicht mehr zur Ruhe gekommen sein. Angeblich versuchte ihre Tochter nach dem Sturz den engen Bekannten zu erreichen - und nicht die Familie selbst.

Ermittlungen wegen 'Mitwirkung am Selbstmord' nach §78 StGB

Anwalt Holzmann: "Dazu regen wir gegen den Vertrauten von Ena Ermittlungen wegen 'Mitwirkung am Selbstmord' nach §78 StGB an, da es laut dem vorliegenden Datenmaterial denkbar ist, dass dem Mann die Gedankengänge von Ena Kadic bekannt waren und er ihre Pläne allenfalls mit einer einfachen Meldung an die Eltern oder Behörden hätte verhindern können."

Vor ihrem Tod habe Ena "fast jede freie Minute" mit dem "Guru" verbracht und sich mit Akupunkturen behandeln lassen. Nach einem Hundebiss mit tiefen Wunden habe er ihr untersagt, die vom Arzt verschriebenen Antibiotika zu nehmen - und sie folgte seinem Wunsch. Für den Anwalt unmöglich: "Allein schon daraus ergibt sich ein sehr starker Bezug zu diesem Mann, der sich eben bis nach dem Absturzgeschehen fortgesetzt hat. Es erscheint der Familie deshalb völlig unverständlich, dass dieser Bekannte von der Polizei noch nicht einvernommen worden ist."

21. Oktober 2015

Im Fall der verstorbenen Ena Kadic, 26, haben sich Zeugen gemeldet. Sie haben die junge Frau vor ihrem Sturz gesehen - in ihr Handy vertieft. War ein Selfie schuld am Absturz?

Die Selfie-Theorie

Es scheint fraglich, ob jemals eindeutig geklärt werden kann, wie es zu dem Unglück kam. Doch am Montag meldete sich laut Informationen der "Bild" ein Ehepaar, das mit einem Bekannten unterwegs war und Ena Kadic an der Aussichtsplattform am Drachenfelsen gesehen hatte. Sie beaobachteten wie die 26-Jährige auf dem Geländer saß und sich intensiv mit ihrem Handy beschäftigte. Der Ehemann sagte aus, dass Kadic aber wieder vom Geländer abstieg, als er sich näherte.

Da drängt sich natürlich die Frage auf: Hat die 26-Jährige vielleicht beim Fotografieren das Gleichgewicht verloren? Gerüchte, wonach die ehemalige "Miss Austria" beim Fotografieren abgestürzt sein könnte, bestätigt die Polizei aber bisher nicht: "Wir konnten das Handy noch nicht genauer untersuchen und wissen nicht, ob sie vor dem Vorfall Fotos oder etwas anderes gemacht hat." Die Behörden gehen nach wie vor von einem Unfall aus.

Tod von Ex-Miss-Austria Ena Kadic: Unter der Aussichtsplattform am Drachenfelsen wurde Ena Kadic schwer verletzt gefunden.
© Picture AllianceUnter der Aussichtsplattform am Drachenfelsen wurde Ena Kadic schwer verletzt gefunden.

Suizid ausgeschlossen

Nach Gesprächen mit Verwandten und engen Freunden gäbe es keine Signale für einen möglichen Suizid. "Es gibt auch keine Hinweise auf Fremdverschulden", sagte Chefinspektor Kranebitter nach einer Obduktion am Dienstagvormittag. Ena Kadic sei an einem Polytrauma gestorben.

Ermittlungen laufen weiter

Fest steht, dass die Tirolerin am Freitag rund 40 Meter unterhalb der Aussichtsplattform Drachenfels gefunden wurde, nachdem sie noch selbst mit ihrem Handy ihren Bruder alamieren konnte. Der Panoramaweg am Bergisel war die Laufstrecke von Kadic. Die Ermittler hielten es zunächst für möglich, dass sie unterhalb der Plattform im Wald unterwegs gewesen sein könnte und dort den Halt verloren hat. Doch laut Gerichtsmedizin hatte sich die "Ex-Miss" ihre schweren Verletzungen bei einem Sturz aus großer Höhe zugezogen.