Tilda Swinton
© Wireimage.com Tilda Swinton

Tilda Swinton Liebe zu dritt

Drei sind keiner zu viel: Neben dem langjährigen Partner gönnt sich Tilda Swinton einen jungen Lover - und alle sind zufrieden. GALA zeigt, warum die Ménage-à-trois so gut funktioniert

Es war ein Abend ganz nach

ihrem Geschmack: Bei der Academy-Award-Verleihung vor zwei Wochen hatte Tilda Swinton gleich zwei Goldjungs im Arm. Links den kleinen Oscar, die Trophäe für die beste Nebenrolle (im Wirtschaftsthriller "Michael Clayton"). Rechts den hochgewachsenen Sandro - auch ein Hauptgewinn.

Der smarte Bursche ist ihr Liebhaber, Mann Nummer zwei neben dem schottischen Maler und Drehbuchautor John Byrne, mit dem sie seit 18 Jahren zusammenlebt und zehnjährige Zwillinge hat. Dieses ungewöhnliche Wesen mit den leuchtend roten Haaren, den grünen Augen und der durchscheinenden Haut - diese Elfenkönigin, die wie nicht von dieser Welt erscheint, führt ein Doppelleben.

Seit drei Jahren genießt sie die Ménage-à-trois. Bei der Berlinale im Februar war Sandro erstmals quasi offiziell an ihrer Seite. Scheint ganz so, als wolle Tilda Swinton jetzt allen zeigen: Hier gibt es keine Eifersucht, keine Konkurrenz, keinen Neid. "Mit John ziehe ich zu Hause unsere Kinder groß", erklärte sie unlängst, "und dann gibt es da noch meinen anderen Liebling, mit dem ich viel von der Welt sehe. Alle drei sind wir Freunde." Offenbar ist die Faszination dieser Frau so groß, dass Männer jegliche Besitzansprüche vergessen.

Sandro Kopp, 30, ist seit 2004 ihr Liebhaber und managt mittlerweile auch ihre Pressetermine
© Wireimage.comSandro Kopp, 30, ist seit 2004 ihr Liebhaber und managt mittlerweile auch ihre Pressetermine

Seit sich Tilda Swinton und Sandro Kopp 2004 am Set von "Die Chroniken von Narnia" kennenlernten, sind sie unzertrennlich. Ihr gefiel der junge Mann auf den ersten Blick, der in Heidelberg geboren wurde und heute in Neuseeland lebt, der Heimat seiner Mutter. Sie mag es, dass er neben der Schauspielerei als Maler reüssiert - wie ihr Haupt-Lebensgefährte. Mittlerweile begleitet Sandro sie rund um den Globus, wenn sie dreht oder einen neuen Film präsentiert. Nebenbei organisiert er In­ter­view­termine und achtet darauf, dass sie genug schläft und gesund isst. Tilda Swinton nennt ihn liebevoll "meinen Gefängniswärter".

John Byrne kümmert sich derweil im schottischen Nairn nahe Inverness um die Zwillinge Honor und Xavier, schreibt Theaterstücke oder malt Porträts. Über seinen Nebenbuhler sagt er: "Ich liebe ihn, und die Kinder lieben ihn auch." Eine klare Arbeitsteilung. Mit dem einen genießt Tilda Swinton die Ruhe, mit dem anderen das Abenteuer. Byrne hasst Society-Veranstaltungen, zieht die Einsamkeit der schottischen Highlands vor. Mit ihm teilt sie ihre Liebe zur rauen Natur und zur Literatur. "Er ist mein Seelenverwandter", sagt sie. Gemeinsam schotten sich die beiden von der Außenwelt ab, empfangen keine Besucher. Außer Sandro, der Tilda kürzlich nach den Bafta Awards nach Hause begleitete und ein paar Tage blieb.

Als Tilda Swinton John Byrne begegnete, war sie 24. Er gestaltete am Traverse Theatre in Edin­burgh das Bühnen­bild für "White Rose", sie spielte die Hauptrolle. Kurz darauf schrieb er für sie eine Rolle in der TV-Serie "Your Cheating Heart". 1990 verließ er seine Frau Alice - mit der er auf dem Papier bis heute verheiratet ist - und die zwei gemeinsamen Kinder und zog zu Tilda nach London. Als sie schwanger wurde, suchte sich die Familie den Rückzugsort in den Highlands. Heute besuchen die Söhne eine Steiner-Schule in dem kleinen Ort Findhorn. Wenn es nötig ist, packt Mama Tilda mit an, bei Schulfesten bringt sie Kuchen vorbei. "Für ihre Familie kämpft sie wie eine Löwin", sagen die anderen Mütter. Wenn die Familienreser­ven aufgetankt sind, muss Tilda jedoch wieder unter Menschen - mit Sandro. Der Globetrotter mit Wohn­sitzen in New York, Paris, Rom, Heidelberg und dem neuseeländischen Wellington liebt Vernissagen und Premieren.

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