Tilda Swinton

Pilgerfahrt durch Schottland

Tilda Swinton hat sich viel vorgenommen: eine schottische Filmodyssee. In ihrem Gepäck sind Filme, Leinwand und Beamer

Tilda Swinton

Tilda Swinton

Tilda Swinton stapft in ihrem grün-karierten Schottenrock durch ihre heimischen Highlands. Dass so eine Pilgerreise auch im 21. Jahrhundert eine beschwerliche Angelegenheit ist, muss auch die "Oscar"-Preisträgerin erfahren. Zum Beispiel, wenn man den Truck mit allem Equipment nur dank eines Seils über die Berge ziehen kann.

Tilda Swinton

Ein fabelhaftes Fabelwesen

Tilda Swinton: 2010  Radikal: Platinblond und ungeschminkt bei der "I Am Love"-Premiere am 16. Juni in New York.
27. August 2008: Mit George Clooney und Brad Pitt als Begleiter möchten sicher viele einmal ins Kino
07. Mai 2008: Gelassen wie immer präsentiert sich Tilda mit Newcomer Ben Barnes  Tilda bei der ""Die Chroniken von Narnia"-Premi
24 Februar 2008: Der bisherige (es werden bestimmt noch einige folgen) Höhepunkt ihrer Karriere

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Doch wie kommt es eigentlich, dass Tilda mitten im schönsten Sommer durchnässt vor einem riesigen LKW steht, anstatt sich an der Riviera zu sonnen wie manch andere Hollywoodstars. Nun ja, eigentlich klar, Tilda ist nun mal nicht wie andere Hollywoodstars. Ihr Plan für den Sommer lautet: Ein Filmfestival auf Rädern. Damit die kleinen schottischen Dörfer nicht nur auf Blockbuster-DVDs angewiesen sind, möchte Tilda gemeinsam mit ihrem guten Freund Mark Cousins die Filmkunst in die abgelegenen Dörfer einkehren lassen. Auftakt des außergewöhnlichen Festivals macht passenderweise Preston Sturges' Werk "Sullivans Reisen". Zu den weiteren Raritäten auf Filmrolle zählt beispielsweise das Kriegsdrama "Culloden", welches genau an der Stelle vorgeführt wird, wo die Schlacht im 18. Jahrhundert auch tatsächlich stattfand.

Zu Beginn der Reise am 1. August 2009 in Glencoe trugen Tilda und fünfzig weitere Schauspieler, Regisseure oder einfach nur Filmbegeisterte Plakate mit berühmten Zitaten vor sich her, auf denen Sätze standen wie beispielsweise "Mach sichtbar, was vielleicht ohne dich nie wahrgenommen worden wäre" des französischen Filmregisseurs Robert Bresson. Anschließen kann sich übrigens jeder, der einen Kilt anzieht, ein Käsesandwich und ein Zelt mitbringt. Um die Reise auch ja nicht zu angenehm zu gestalten, haben sich Tilda und ihre Begleiter etwas ganz Verrücktes vorgenommen. Die sogenannte "Screen Machine", ein 37 Tonnen schwerer LKW, wird die gesamte Strecke über von der Gruppe gezogen - wahrlich keine leichte Aufgabe. Die filmische Odyssee endet am Donnerstag in Nairn, wo noch bis zum 9. August weitergefeiert wird.

Der Eintritt für dieses filmische Ereignis ist frei. Einzige Bedingung: Jeder bringt etwas mit, das ein späteres kulinarisches Fest ermöglicht. "Ein kleiner Beitrag zu einem Fest, eine handvoll Reis, ein kleines Törtchen, einfach alles, was wir danach essen können", erklärt Tilda dem Onlinemagazin "sundayherald.com". Der Sicherheit halber müssen dennoch Tickets für null Pfund verkauft werden, um einen Überblick über die Gäste zu bewahren, sonst würden noch massig viele Fans ein kleines Dorf stürmen.

Nach so einer anstrengenden Pilgerreise mit wertvollem Auftrag hat sich Tilda Swinton dann doch etwas Erholung verdient.

csc

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