Thomas Gottschalk
© ZDF Thomas Gottschalk

Thomas Gottschalk Beziehungstipps und gute Quoten

Thomas Gottschalk und Markus Lanz trafen in dessen Sendung aufeinander - und machten ihr Gespräch mit Anekdoten aus der Vergangenheit zur Therapiestunde. Der Quote tat das keinen Abbruch

Seine Zukunft im Fernsehen, die Jurytätigkeit beim "Supertalent" - es gab viele Themen über die Thomas Gottschalk mit seinem "Wetten, dass ..?"-Nachfolger Markus Lanz am Donnerstag (29. November) in dessen Talkshow hätte ausführlicher sprechen können. Doch der alternde Entertainer und die ZDF-Allzweckwaffe konzentrierten sich größtenteils auf private Anekdoten.

Zum Beispiel aus Gottschalks Ehe mit Thea. Seit gut 40 Jahren sind die beiden nun verheiratet und Lanz, der 2011 mit seiner Freundin Angela Gessmann vor den Traualtar trat, hörte mit vor Spannung verzerrtem Gesicht zu, als es um die erste Begegnung ging. "Thea war wirklich ne Granate", sagte Gottschalk und holte weiter aus. Kennengelernt hätten er und seine Gattin sich auf einem Studentenball. "Ich musste anfangen zu reden, denn mit Tanzen hab ich noch keine rumgekriegt. Dann haben wir uns verabredet", erzählte er.

Das Geheimnis seiner Beziehung? "Dieses Kreative: Ob's Klamotten waren, ob's Wohnungseinrichtungen waren", sagte Gottschalk. Krisen gab es natürlich auch. "Kein Mensch wird behaupten, dass man sich 40 Jahre jeden Tag Rosen streut". Und dann gab es noch eine lustige Geschichte zum Schluss: "Ich bin krankhaft eifersüchtig gewesen. Also da hab ich auch wahnsinnig getrickst. Thea hatte so ein nebulöses kleines Büchlein, und da stand dann Robert Dingens – und dann hab ich der jede Telefonnummer versaut, aus der Eins hab ich 'ne Vier gemacht, aus der Drei 'ne Acht".

Das Publikum - größtenteils bestehend aus weiblichen Fans jenseits der 40 - nahm jede der kleinen Anekdoten dankbar auf. Und sogar beim Besenkammer-Witz von Lanz wurde schallend gelacht. Keine Frage, im Studio hatte man Spaß.

Thomas Gottschalk zu Gast bei Markus Lanz.
© ZDFThomas Gottschalk zu Gast bei Markus Lanz.

Ernst wurde es zwischendurch auch. So hadert Gottschalk beispielsweise mit seiner Rolle beim "Supertalent". "Ich sitze jetzt ein bisschen da wie der Kaplan, der im Stripteaseclub gelandet ist", sagte er. Gerne hätte Lanz wohl noch mehr Sätze dieser Art gehört. Mit typisch erhobenem Zeigefinger stellte er wiederholt Fragen wie "Brauchst du den Applaus, das Scheinwerferlicht? Kannst du nicht aufhören?".

So hatte die Sendung stellenweise den Charakter einer Therapiesitzung. Lanz, der kritisch und mit in Falten gelegter Stirn jedes Wort analysieren wollte. Und Gottschalk, der gern aus dem Nähkästchen plauderte - aber recht unbeeindruckt von Lanz' bohrenden Fragen war.

Das Publikum hatte er ohnehin auf seiner Seite. Warum, dass stellte Gottschalk auch gleich klar. "Ich bin eine Legende", sagte er. Die Quoten geben ihm zumindest teilweise recht: 2,19 Mio. Leute sahen die Show laut "meedia.de" - und bescherten Markus Lanz damit die besten Zuschauerzahlen des Jahres.

aze