Sylvie und Rafael van der Vaart
© Getty Images Sylvie und Rafael van der Vaart

Sylvie van der Vaart + Rafael van der Vaart Ihr schwerstes Jahr

In Spanien wollten Sylvie und Rafael van der Vaart das große Glück finden. Nach seiner sportlichen Krise und ihrer Krebs-OP müssen sie sich nun gegenseitig Halt geben

Die Balearen-Sonne kann nicht vertuschen, wie sehr die Strapazen der vergangenen Wochen an ihr gezehrt haben: Müde und erschöpft wirkt Sylvie van der Vaart, als sie sich mit ihrem Mann Rafael von einem kleinen Beiboot zur Luxusjacht schippern lässt. Eigentlich ein Traumurlaub. Doch sie lässt die Schultern hängen, blinzelt angestrengt übers Mittelmeer. Er versucht, die Haltung zu wahren. Eigentlich sind die beiden Holländer sehr fröhliche Menschen - doch zurzeit ist ihnen nicht nach Rumalbern. In diesen Tagen wird viel geredet, viel gegrübelt. Nach Sylvies Brustkrebsoperation vor einem Monat nehmen sie sich eine wichtige Auszeit auf Ibiza. "Es ist die schlimmste Zeit meines Lebens", gestand die Holländerin im Interview mit der "Bild"-Zeitung. "Ich versuche, das alles mit Rafael zu verarbeiten."

Gemeinsam wollen die TV-Moderatorin und der Fußballstar ihr Leben und ihre Träume noch einmal neu ordnen. Spanien, die Metropole Madrid und ihr legendärer Verein Real sollten nach den Jahren in Hamburg der Höhepunkt ihres bisherigen Lebens werden, das Sprungbrett zu Weltkarrieren. Doch erst fehlte Rafael der Erfolg auf dem Platz - Real will ihn nur zu gern gehen lassen. Dann folgte die schreckliche Krebsdiagnose für Sylvie. "Ihre Krankheit hat unser Leben auf den Kopf gestellt", sagt Rafael van der Vaart. Er mobilisiert jetzt alle Reserven: "Ich weiß, dass wir es gemeinsam schaffen. Jetzt geht es nur um unsere Liebe und unsere Familie."

Vor gut einem Monat wurde bei Sylvie van der Vaart der kleine bösartige Knoten in der Brust festgestellt. Wenig später wurde er in einer Spezialklinik in Madrid entfernt. Der behandelnde Onkologe versicherte, die Patientin gelte damit als geheilt. Hoffnung kann Sylvie auch aus der Familiengeschichte schöpfen: Ihre Mutter Rita besiegte ihren Brustkrebs im Alter von 39 Jahren. Nur eine Woche nach dem Eingriff stand Sylvie van der Vaart, ganz hochprofessionelles Model, schon wieder für Aufnahmen vor der Kamera. Im Juli wird sie sich vorbeugend einer Chemotherapie unterziehen, um das Risiko eines erneuten Ausbruchs der Krankheit gegen null zu mindern, doch spätestens im August will sie wieder vor einer Fernsehkamera stehen.

"Sylvie ist sehr guter Dinge und schon wieder voller Tatendrang", erklärt ihre Managerin Linda Naujok von "anc.model management" gegenüber Gala. "Sie möchte ihr nächstes Projekt, die nächste Staffel der Casting-Show 'Das Supertalent' gern realisieren." "RTL"-Sprecherin Anke Eickmeyer bestätigt dies: "An erster Stelle steht natürlich Sylvies Genesung. Aber wir planen weiterhin mit ihr als Jurymitglied, da sie selbst wieder dabei sein möchte."

Sind die Chemotherapie und Sylvies Arbeitswillen aber überhaupt vereinbar? "Ja", sagt Prof. Dr. Eva-Maria Grischke, Oberärztin des Uniklinikums Tübingen. "Heute sind die entsprechenden Substanzen sehr gut verträglich. Man kann die Medikamente so gut dosieren, dass der Körper nur minimal geschwächt wird. Es muss nicht mal zu Haarausfall kommen." Selbst eine Schwangerschaft sei nach ein bis zwei Jahren möglich, so die Expertin. Wichtig für die van der Vaarts, die sich ein Geschwisterchen für Sohn Damián, 3, wünschen.

Emotionale Unterstützung ist für Sylvie van der Vaart jetzt besonders wichtig, denn die Behandlung belastet auch psychisch enorm. Eine echte Herausforderung für ihren Mann, der selbst momentan angeschlagen ist. Nachdem Rafael van der Vaart im August 2008 vom Hamburger SV zu Real Madrid gewechselt war, musste er erst mal auf der Bank sitzen. Inzwischen gilt er im Verein als "Verhandlungsmasse". Mal heißt es, er und sein Teamkollege Wesley Sneijder würden im Tausch gegen Franck Ribéry zum FC Bayern München wechseln, dann wieder wird ein Wechsel zum A.C. Mailand kolportiert. Doch "Rafa" will für seinen großen Traum weiterkämpfen: "Ich habe sehr gut gespielt und möchte bei Real bleiben", sagte er der niederländischen Zeitung "De Telegraaf". Erste Priorität hat jetzt aber nichts anderes als die Zeit mit der Familie.