Steven Gätjen
© Robert Grischek/Kleinphotographen Steven Gätjen

Steven Gätjen Macho oder Weichei?

Für Steven Gätjen gilt: Die Mischung macht’s! Im "Gala"-Shooting verwandelt sich der Pro7-Oscar-Moderator in einen knallharten Cop - um gleich danach im Interview seine verletzliche Seite zu zeigen

Steven Gätjen: Gätjen im TV: In der Nacht von Sonntag, 2. März, auf Montag, 3. März, moderiert er ab 1.00 Uhr "red!-Carpet – Live beim Oscar". Ebenfalls auf Pro7 dann am Montag ab 17 Uhr die Highlights. Hier ist Steven Gätjen mit Sandra Bullock vor der Oscar-Verleihung 2012 zu sehen.
© ProSieben/Martin EhlebenGätjen im TV: In der Nacht von Sonntag, 2. März, auf Montag, 3. März, moderiert er ab 1.00 Uhr "red!-Carpet – Live beim Oscar". Ebenfalls auf Pro7 dann am Montag ab 17 Uhr die Highlights. Hier ist Steven Gätjen mit Sandra Bullock vor der Oscar-Verleihung 2012 zu sehen.

Auch Sie haben schon einige berufliche Veränderungen hinter sich …

Na ja, nach den anfänglichen Erfolgen im deutschen Fernsehen, unter anderem mit "taff" und "Fort Boyard", bin ich vor zwölf Jahren in einer Sackgasse gelandet. Es gab keine spannenden neuen Projekte. Ich bekam Gegenwind von Leuten, die mich nicht mochten. Ich fühlte mich ausgelaugt.

Damals zogen Sie gemeinsam mit Ihrem Bruder nach Los Angeles ...

… genau, dort habe ich studiert und nebenbei beim Sender "E!" moderiert. Eine spannende Zeit! Zwei Jahre später bin ich nach Deutschland zurückgekehrt. Mir wurde aber sehr schnell klar, dass hier niemand auf mich gewartet hat. Also standen erst mal Bewerbungen und Castings auf dem Plan. Meine Karriere kam nur langsam wieder ins Rollen. Nach ein paar Jahren habe ich mir eine Deadline gesetzt und mir fest vorgenommen, dass ich aufhöre, wenn sich mir bis zu diesem Zeitpunkt keine neue Herausforderung bietet.

In voller Konsequenz?

Ja, ich wäre nicht mehr vor der Kamera aufgetreten. Ich hatte bereits einen Plan B und wollte in die Kinobranche wechseln.

Dann kam der Anruf von Stefan Raab und seine Frage, ob Sie "Schlag den Raab" moderieren wollen.

Er hat mir sein Flaggschiff anvertraut, an mich und mein Talent geglaubt, wofür ich ihm immer noch sehr dankbar bin. Sein Anruf hat mich darin bestätigt, dass ich doch noch in der richtigen Ecke tanze.

Die "Schlag den Raab"-Quoten sind top. Das Format "Fashion Hero", in dem Sie neben Claudia Schiffer moderierten, floppte dagegen.

Das fand ich sehr schade, denn das Konzept der Show war super. Als nach den ersten Folgen klar war, dass wir gefloppt sind, war ich schon sehr enttäuscht. Aber die Frage ist, ob man nach Niederlagen wieder aufsteht oder liegen bleibt. Ich stehe lieber wieder auf.

Können Sie Enttäuschungen heute besser wegstecken als früher?

Ehrlich gesagt: An Rückschläge gewöhne ich mich wohl nie. Die tun immer weh.

Manche Zuschauer und Kritiker nehmen Sie bis heute nicht so richtig ernst …

Mit konstruktiver Kritik kann ich ganz gut leben. Aber dieses Draufdreschen, diese Boshaftigkeit, die manche Menschen an den Tag legen, verstehe ich nicht.

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Haben Sie dafür ein Beispiel?

Eine Online-Redakteurin hat sich mal beschwert, dass ich bei den Oscars schon wieder auf den roten Teppich losgelassen werde, wo ich doch von Kino keine Ahnung hätte. Dazu kann ich nur sagen: Ich moderiere seit zehn Jahren Filmpremieren und habe eine eigene Kinosendung. Ich liebe und lebe das Thema Kino. Da wünsche ich mir manchmal: Vorher bitte einfach mal recherchieren, bevor so ein Quatsch geschrieben wird.

Sie berichten jetzt bereits zum zwölften Mal von der Oscar-Verleihung. Wie würden Sie die Szenerie vor Ort beschreiben?

Rock ’n’ Roll! Es ist aber auch jedes Mal ein ganz schöner Kampf, denn TV-Teams aus aller Welt wollen an die Stars herankommen. Deshalb wird auch gerempelt und geschubst. Einmal sind uns internationale Kollegen auf ein wichtiges Kabel getreten, da hatten wir kurz Schwarzbild.

Denken Sie heute schon darüber nach, wie Ihr Leben als Senior mal aussehen soll?

Ich stelle mir vor, wie ich mit 80 Jahren auf meiner Veranda sitze. Meine Enkel und Urenkel wuseln um mich herum, ich blinzle entspannt in die Sonne und ziehe eine zufriedene Lebensbilanz. Ich will sagen können, dass ich alle Chancen genutzt habe, die sich mir boten.

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