Stephanie zu Guttenberg
© Getty Images Stephanie zu Guttenberg

Stephanie zu Guttenberg "GNTM" eine Gefahr für Kinder?

Heidi Klum steht unter Beschuss: Stephanie zu Guttenberg schreibt in ihrem Buch, dass die Topmodel-Show das Frauenbild von Kindern negativ beeinflussen könne

Wenn sich Teenager im deutschen Fernsehen halbnackt vor der Kamera räkeln oder bekannte Popstars in aufreizender Wäsche in ihren Videoclips tanzen, dann fürchtet Stephanie zu Guttenberg um das Frauenbild von Kindern. Die Präsidentin der deutschen Sektion von "Innocence in Danger", einem Verein, der sich gegen Kindesmissbrauch einsetzt, beschreibt in ihrem neuen Buch "Schaut nicht weg! Was wir gegen sexuellen Missbrauch tun müssen", wie die Macht der Bilder in das Gefühlsleben von Kindern eingreifen und diese negativ beeinflussen kann. Dabei prangert die 33-Jährige in einem Auszug des Buches, den "Bild" jetzt abgedruckt hat, unter anderem die Sendung "Germany's Next Topmodel" und Popstar Lady GaGa an.

"Wenn schon neunjährige Mädchen Topmodel-Shows im Fernsehen schauen oder mit Begeisterung vom neuen Videoclip von Lady GaGa - schwarzes Leder-Mieder, Strapse, freie Pobacken - erzählen, dann mache ich mir gelegentlich Sorgen um das Frauenbild, mit dem diese Kinder aufwachsen", so Stephanie zu Guttenberg, Ehefrau von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Dabei kritisiert die Mutter von zwei Kindern den "Porno-Chic" vieler Stars. Kinder seien schließlich nicht in der Lage zu erkennen, dass die exzessive sexualisierte Körperlichkeit ihrer großen Vorbilder Klum und GaGa nichts mit ihnen zu tun hat. Vielmehr erhielten junge Mädchen den Eindruck, Frauen seien nur etwas wert, wenn sie sexuell anziehend wirkten.

Mit ihrer Kritik kommt Stephanie zu Guttenberg genau zum richtigen Zeitpunkt. Schon in zwei Wochen, ab dem 1. Oktober, möchte sich Heidi Klum für das deutsche Fernsehen nämlich wieder auf die Suche nach "Germany's Next Topmodel" machen. Auch dann wird Tausenden junger Mädchen wieder vorgeführt, wie Attraktivität und Aussehen im Mittelpunkt stehen und maßgebend für Erfolg und Wertschätzung sein können.

Wie die Ministerfrau jedoch darauf kommt, Heidi Klum und Lady GaGa "in einen Topf zu werfen", kann Günther Klum, Vater und Manager des Supermodels, laut "Spiegel" nicht nachvollziehen und wirft Frau zu Guttenberg vor, sich mit der Topmodel-Show nicht auszukennen. "Da schaut Frau Guttenberg anscheinend nicht viel fern. Haben Sie bei 'Topmodel' schon mal nackte Brüste oder einen nackten Hintern gesehen?" fragt Günther Klum und verteidigt die Sendung seiner Tochter. "GNTM" sei sehr sauber und sehr moderat. "Da gibt es viele, viele andere, die viel mehr zeigen und ganz anders drauf sind", erklärt er und weist auf Lady GaGas irritierendes Fleischkleid bei den MTV Awards hin: "Es reicht schon, die letzte Seite derselben Ausgabe der Bild-Zeitung anzugucken: Da sieht man dann Lady GaGa in diesem seltsamen Outfit. Hallo?"

Für Günther Klum sei "Germany's Next Topmodel" sogar "ein Vorbild, weil sie die Träume der Mädchen beschreibt." Diese müssten bei ihrer Bewerbung außerdem mindestens 16 Jahre alt sein.

Für das Bewerbungsverfahren mag ein Mindestalter von 16 Jahren ja durchaus sinnvoll sein. Doch wer kontrolliert das Alter der jungen Zuschauerinnen, die sich die Kandidatinnen als Vorbilder nehmen und sich von ihnen angebliche Träume vorleben lassen? Denken wir zurück an vergangene Staffeln der Klum-Show, dann erinnern wir uns auch an so manche Kandidatin, deren Auftritt mindestens genauso irritierend war wie das Fleischkostüm von Lady GaGa.

rbr