Stefan Raab
© Getty Images Stefan Raab

Stefan Raab Auf nach Amerika!

Stefan Raab hat gut lachen: Er ist ein globaler Siegertyp. Jetzt übernehmen sogar die USA seine Show-Ideen

Respektlos sei er,

unausstehlich - aber auf unkonventionelle Weise auch sehr geistreich. Eine Kombination, die Entertainment-Profis spannend finden: "Der Mann hat Talent", lautet das Fazit eines kürzlich veröffentlichten Artikels in "Variety", dem wichtigsten Magazin der US-Unterhaltungsbranche. Allein die Tatsache, dass sich das Blatt so ausführlich mit dem Deutschen Stefan Raab, 42, beschäftigte, kommt einem Ritterschlag gleich. Und die Prognose dürfte ihn zusätzlich freuen: Er sei auf dem besten Wege, "ein internationaler TV-Mogul" zu werden. Für Jörg Grabosch, Mitbegründer und Geschäftsführer von Raabs Produktionsfirma "Brainpool", kommt die Huldigung nicht ganz überraschend. "Im Ausland ist er bereits als Programm-Macher gefragt", sagte Grabosch im Gespräch mit GALA. "Stefan ist sehr neugierig, was das Thema Entwicklung von Formaten betrifft. Er hat immer gute Ideen. Das haben jetzt auch die Amerikaner bemerkt."

Stefan Raab bedankt sich fuer die "Goldene Kamera" in der Kategorie "Beste Untehaltung"
© Getty ImagesStefan Raab bedankt sich fuer die "Goldene Kamera" in der Kategorie "Beste Untehaltung"

Im deutschen Fernsehen ist der Metzgerssohn, der sein Privatleben - Partnerin und zwei Kinder - streng unter Verschluss hält, seit einem Jahrzehnt omnipräsent. 1996 begann er als Moderator beim Musiksender Viva. Seine eigene musikalische Begabung bewies er mit Blödel-Hits wie "Maschendrahtzaun". Für ProSieben produziert und moderiert er Erfolgssendungen am laufenden Band: Viermal pro Woche läuft die Late-Night-Show "TV total", dazu kommen skurrile Spin-offs wie der "Bundesvision Song Contest", die "Wok-WM" oder - das nächste Mal am 29. November - die "Stock Car Crash Challenge".

Zum absoluten Exportschlager entwickelte sich aber sein Samstagabend-Format "Schlag den Raab". Durchschnittlich 3,4 Millionen Zuschauer sitzen hierzulande vor dem Fernseher, wenn Raab sich mit einem Kandidaten in Disziplinen wie Luftanhalten, Monstertruckfahren oder Gummibärchenweitspucken misst. Siegt der Herausforderer, bekommt er mindestens 500.000 Euro. Meistens gewinnt allerdings Raab, zuletzt schaffte er das sogar gegen einen amtierenden Judo-Olympiasieger.

Das so bizarre wie spannende Show-Konzept verkaufte Brainpool bislang in 13 Länder, zuletzt in die USA und nach China. Das englische Pendant "Beat the Star" erreicht Quoten von bis zu 25 Prozent, beim schwedischen "Vem kann slå Filip och Fredrik" schauen fast 40 Prozent zu. Schuften muss Raab für die ausländischen Erfolge kaum mehr. "Ist ein Format erst mal irgendwo international erfolgreich gelaufen, dann werden auch andere Länder aufmerksam. Danach verkauft es sich fast von alleine", erläutert Medienexperte Grabosch. Auch wenn Stefan Raab im Ausland nicht selbst auftritt - als Lizenzgeber hält er die Zügel fest in der Hand. Moderatoren, Set, Grafik und sämtliche Spiele müssen mit ihm abgestimmt werden. Zwischen vier und sechs Prozent des Produktionsetats gehen an Brainpool.

"Bei diesem Geschäft geht es aber nicht nur um Geld, es ist auch schön fürs Prestige", sagt Jörg Grabosch. Außerdem interessiere sich das Ausland jetzt plötzlich für weitere Raab-Formate - vermarktet als "Stars in Danger". Womöglich ist es also nur noch eine Frage der Zeit, bis in China die erste Wok-WM startet.