Fußfessel
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Stars mit Fußfesseln Gefesselte Freigänger

Immer mehr prominente Straftäter wie Lindsay Lohan werden mit einer Fußfessel in die überwachte Freiheit entlassen - zu Recht?

Ein hartes Bett, Gitterstäbe vor den Fenstern und Einheitsessen

: Für Roman Polanski gehören diese Gefängnis-Zustände nun der Vergangenheit an. Stattdessen kann der 76-Jährige, dem die Vergewaltigung eines zum Tatzeitpunkt 13-jährigen Mädchens vorgeworfen wird, in seiner luxuriösen Villa im schweizerischen Gstaad auf eine eventuelle Auslieferung an die USA warten. Einzige Bedingungen: Drei Millionen Euro Kaution und eine elektronische Fußfessel, die via Telefonnetz oder Mobilfunknetz immer Auskunft darüber gibt, wo sich der Regisseur gerade aufhält und ob er den zuvor festgelegten Bewegungsradius nicht verlässt.

In den vergangenen Jahren hat die Fußfessel auch bei verbrecherischen Hollywood-Stars- und sternchen immer wieder Anwendung gefunden - angeblich, weil Gefängnisse zu überfüllt sind oder die Übeltäter sich kooperativ zeigten und wegen guter Führung vorzeitig wieder in die überwachte Freiheit entlassen wurden. Kann aber eine Fußfessel, die dem Träger zumeist einen fast normalen Tagesablauf ermöglicht, wirklich ein Ersatz für eine Freiheitsstrafe sein?

Von Reue keine Spur: Michelle Rodriguez mit ihrer Fußfessel bei der Mercendes Benz Fashion Week.
© WireImage.comVon Reue keine Spur: Michelle Rodriguez mit ihrer Fußfessel bei der Mercendes Benz Fashion Week.

Auffällig ist, dass viele prominente Fußfessel-Träger die Öffentlichkeit nicht meiden, sondern ihr Ortungsgerät geradezu selbstbewusst präsentieren. So wie Michelle Rodriguez: Die "Lost"-Darstellerin, die 2007 wegen Alkohol am Steuer 60 Tage lang im wahrsten Sinne des Wortes auf Schritt und Tritt überwacht wurde, rannte in dieser Zeit von einer Gala zur anderen und verpasste keine einzige Party. Und das nicht etwa in kaschierenden Hosen oder Röcken. Nein: Bei der Mercedes Benz Fashion Week setzte sie sich in einem knielangen Kleid und ihrer - extra bemalten - Fußfessel in der ersten Reihe gekonnt in Szene. Ein geschickter PR-Schachzug: Statt die Geläuterte zu spielen, ging sie in die Offensive.

Lindsay Lohan machte es ganz ähnlich: Nachdem sie 2007 zugedröhnt hinterm Steuer erwischt wurde, hatte auch sie ein Ortungsgerät an der Backe beziehungsweise am Fuß, das zudem mit einer Besonderheit ausgestattet war: Der sogenannte "Secure Remote Alcohol Monitor" misst den Alkoholkonsum seiner Trägerin über den Hautkontakt. Nachdem Lindsay sich über mehrere Wochen bewusst abstinent in der Öffentlichkeit präsentierte und mit ihrem Fesselschmuck nüchtern durch Beverly Hills stolzierte, wurde sie aber doch rückfällig. Allerdings schlug nicht ihr Fuß-Computer Alarm, sondern ein besorgter Autofahrer, dem Lindsays wilder Fahrstil aufgefallen war. Später wurde die damals 21-Jährige zu 84 Minuten Gefängnisaufenthalt verurteilt - eine Maßnahme, die genauso fragwürdig wie die Alkohol-Fußfessel ist.

Auch Paris Hilton gehört zu den berühmten Fußfessel-Trägerinnen Hollywoods, nachdem sie ihren Wagen 2007 betrunken durch die Nacht lenkte. Allerdings griff die Justiz bei ihr ausnahmsweise mal ein wenig härter durch. Nachdem das selbsternannte It-Girl - angeblich aus medizinischen Gründen - nach nur drei Tagen mit einem Ortungsgerät in den Luxus-Arrest nach Hause geschickt wurde, gingen bei der Polizei in Los Angeles etliche Protestanrufe- und mails ein. Auch der zuständige Staatsanwalt war mit der Entscheidung des Sheriffs nicht einverstanden: "Wir können kein Zwei-Klassen-Gefängnissystem hinnehmen, in dem die Reichen und Mächtigen eine Sonderbehandlung erfahren" sprach er und schickte die weinende Paris zurück ins Kittchen. Nach 23 Tagen (von ingesamt 45) wurde sie vorzeitig wegen guter Führung ohne Fußfessel in die Freiheit entlassen. Gewirkt hat der Aufenthalt hinter Gittern offenbar: Bislang ist Paris Hilton im Vergleich zu einigen anderen berühmten Fußfessel-Trägerinnen nicht wieder rückfällig geworden.