Starnachwuchs Die vermutlich teuersten Babyfotos der Welt

Zwei berühmte Eltern, zwei schlafende Babys und dazu noch ein stolzes blondgelocktes Schwesterchen auf dem Titelbild - das war zwei Zeitschriften rund elf Millionen Euro wert. Lohnt sich das?

Niemals zuvor gab es mehr für das erste Foto von Hollywood-Nachwuchs, und vermutlich auch so bald nicht wieder: die ersten Bilder der im Juli geborenen Zwillinge Vivienne und Knox von Angelina Jolie und Brad Pitt sind zumindest in Sachen medialer Marktwert etwas ganz besonderes.

Matt McConaughey und Camila Alves mit Baby Levi am Strand
© PulsMatt McConaughey und Camila Alves trauen sich inzwischen mit Levi an den Strand - nach dem Coverauftritt des Kleinen

Elf Millionen Euro sollen das amerikanischen Magazin "People" für die Nordamerika-Rechte und das britische Magazin "Hello" für die Europa-Abdrucke auf den Tisch gelegt haben. Das ist mehr, als viele erwachsene Hollywood-Stars der Mittelklasse verdienen. Mehr, als im Juni 2006 die Bilder der Schwester der Zwillinge, Shiloh, einbrachten (6 Millionen Euro - alles nur Schätzwerte). Und auch deutlich mehr, als in diesem Jahr die Zwillinge von Jennifer Lopez (4 Millionen Euro), der Sohn von Matthew McConaughey (1,5 Millionen Euro) oder der Sohn von Christina Aguilera (350.000 Euro) wert waren.

Für ihre Eltern und Familien sind die neuen Erdenbürger natürlich immer unbezahlbar - aber auf den Rest der Welt wirken diese Summen doch ein wenig aus der Welt. Schließlich muss das normale Elternpaar eher 100 Euro in die Kasse eines Fotografen legen, um ein paar so schöne Bilder, wie man sie in den Zeitschriften zu sehen bekommt, mit nach Hause zu nehmen.

Das Branchenmagazin "WWD" hat berechnet, dass "People" bei einer Investition von fünf Millionen Dollar in die Fotos einen Gegenwert von ca. 1,3 Millionen Exemplare Zeitschriften umsetzen muss. 1,5 Millionen Zeitschriften sollen die Amerikaner sowieso jede Woche verkaufen. Die Shiloh-Ausgabe von 2006 hingegen habe sogar 2,2 Millionen Käufer gefunden, die Lopez-Zwillings-Ausgabe im März dieses Jahres 2 Millionen. Ob die Zwillinge auf dem Cover 2,8 Millionen Käufer animieren können? Ausgeschlossen scheint es nicht.

Und auch der Werbewert einer solchen Aktion darf nicht vergessen werden: Die nächsten zwei Jahre über wird "People" seiner amerikanischen Konkurrenz in den richtigen Momenten wieder mit einem überlegenen Lächeln kommen können - denn erneut waren sie es, die den prestigeträchtigsten Deal hinbekommen haben.

Und neben zwei Zeitschriften, die sich über absolute Hingucker-Titelbilder freuen und Lesern, die diese Bilder ungeduldig erwartet haben, gibt es in all diesem Medienhype um zwei Einmonatige immerhin noch mehr Grund zur Freude: Auch diesmal soll das viele Geld, was die Magazine für die Exklusivbilder und ein Interview locker gemacht haben, Jolies und Pitts weltweiten Charity-Aktionen zugute kommen.