Der Humor von Jan Böhmermann (li.) lässt Til Schweiger kalt
© [M] ddp images/Denis Makarenko/Shutterstock.com Der Humor von Jan Böhmermann (li.) lässt Til Schweiger kalt

Til Schweiger "Auf Tili kloppen ist super für die Quote"

Facebook-Protest gegen Felix Baumgartner auf Knopfdruck? Diesen Gefallen will Til Schweiger dem "verzogenen Bubi" Jan Böhmermann nicht tun.

Mit einem platten Spruch gegen die Flüchtlingspolitik und einer, nun ja, sehr engagierten, aber inhaltlich diskutablen Verteidigungsrede hat sich Stratosphärenspringer Felix Baumgartner, 46, am Wochenanfang auf Facebook einen Shitstorm eingehandelt - und Jan Böhmermann (34, "Alles, alles über Deutschland") auf den Plan gerufen. Der ZDF-Satiriker verlinkte in einem Kommentar Til Schweiger, 52, und hoffte auf einen Clash der Social-Media-Wüteriche. Leider ohne Erfolg: Schweiger hat dem Ansinnen am Mittwoch in einem Interview "stern.de" eine Absage erteilt und sich stattdessen auf Böhmermann eingeschossen.

"Natürlich habe ich gelesen, dass er mich jetzt auf Baumgartner hetzen will. Aber da gehe ich doch eher auf ihn los", erklärt Schweiger - und legt auch gleich los. Wütend mache ihn Böhmermann zwar nicht. "Aber ich finde den nicht lustig. Das ist ein leicht verzogener Bubi, der sich selbst am lustigsten findet", sagt der "Tatort"-Star. "Ich habe das ein Mal geguckt und mich darüber gewundert, dass die den alle so feiern. Warum eigentlich? Weil die so sind wie er?"

"Ich werde auch in Zukunft wütend sein. Aber nicht andauernd."

Klar scheint Schweiger dafür offenbar weiterhin: So wie er selbst ist sonst keiner. Quote bringe eben "alles, wo einmal auf den lieben Tili draufgekloppt wird", meint Schweiger. Nachtragend sei er aber im Allgemeinen nicht: "Ich bin in einem Moment wütend, und das werde ich auch in Zukunft sein. Aber nicht andauernd." Und auch sein Betragen auf Facebook habe er nach seinen vieldiskutierten Wutposts verbessert. "Jetzt gebe ich mir ja Mühe: Ich schreibe nun sogar groß und klein."

Baumgartner ("Mein Leben im freien Fall") hatte am Montag einen Post der Facebook-Seite "Was nicht passt, wird passend geklatscht" geteilt: "Ein Land, in dem Angeln ohne Angelschein rechtlich bestraft wird und Menschen ohne Pass die Grenze überqueren, können nur Idioten regieren", stand dort zu lesen. Zahlreiche enttäuschte und empörte Kommentare konterte der Österreicher mit einer Rechtfertigung seines eigenen steuerlich motivierten Umzugs in die Schweiz und einer weiteren Tirade gegen die offene Flüchtlingspolitik Österreichs und Deutschlands. Zu den Kritikern der Posts zählte auch Böhmermann.

Wer zuletzt über sich selbst lacht...

Die Vorgeschichte des kleinen Scharmützels reicht freilich noch weiter zurück: Im Sommer 2015 zählten Böhmermann und Schweiger zu jenen Promis, die sich für einen würdigen Umgang mit Flüchtlingen einsetzten. Später zog Schweiger mit seinem allzu selbstbewussten und vor empörten Ausrufen strotzenden Wut-Post an die Adresse der Kritiker seines Hamburg-"Tatorts" Böhmermanns Spott auf sich. Dass er den kleinen Diss Schweigers durchaus als Adelung versteht, machte Böhmermann auch diesmal umgehend klar. Er teilte den Artikel des "Stern" auf Facebook. Sein einziger Kommentar: Zwei Ausrufezeichen.