Polizeiruf: Wendemanöver

So wird die Folge am Sonntag

Anlässlich des 25. Tages der Deutschen Einheit gibt es einen zweiteiligen Crossover-"Polizeiruf" - lohnt sich das Einschalten?

Der "Polizeiruf 110: Wendemanöver" bringt die Ermittler aus Rostock und aus Magdeburg an einen Tisch. Zwei Tote in zwei Städten, aber nur ein Fall. Zum ersten Mal in der "Polizeiruf 110"-Geschichte arbeiten Kommissare aus zwei verschiedenen Bundesländern zusammen. Dafür wurde der Film in zwei Teile geteilt. Den ersten gibt es am Sonntag, Teil 2 folgt dann am 4. Oktober. Klar, dass dieses große Projekt für die Autoren eine Herausforderung war und auch beim Zuschauer ist Aufmerksamkeit gefragt, um die vielen Erzählstränge nicht aus den Augen zu verlieren.

Darum geht's

Bei einem Brandanschlag auf ein Unternehmen in Magdeburg kommt die Frau des Juniorchefs ums Leben. Nur wenige Stunden später wird in einem Hotel in Rostock die Leiche eines Wirtschaftsprüfers entdeckt. Zu Beginn der Ermittlungen ahnen die Kommissare in Magdeburg und Rostock nicht, dass es zwischen beiden Taten einen Zusammenhang gibt und dass vor ihnen die Aufklärung eines komplizierten Falls liegt, dessen Anfänge bis in die Zeit der politischen und wirtschaftlichen Umbrüche Anfang der 90er Jahre in Ostdeutschland zurückreichen.

Viele Personen, viele Geschichten

Um den Ansprüchen an den Crossover-"Polizeiruf" gerecht zu werden, wurde der Film zweigeteilt. Deshalb beschränkt sich der erste Teil auch darauf, den Grundstein für den Fall zu legen und gleichzeitig den Zuschauer mit den verschiedenen Geschichten der Kommissare vertraut zu machen. "Polizeiruf"-Fans erinnern sich, dass Bukow () suspendiert wurde, nachdem sein Verhalten bei der Arbeit unerträglich war. Doch wie nicht anders zu erwarten, zeigt sich der eigenwillige Kommissar nicht therapierbar und rastet erst mal aus, als ihm seine Therapeutin vermeintlich blöde Fragen stellt. Ein Entschuldigungs-Blumenstrauß inklusive Bestechungsgeld soll es wieder gut machen. Nebenher muss er seinen Vater auch noch vor dem Knast bewahren...

Bukows Kollegin König () hat derweil einen Flirt und bei () in Magdeburg entflammt eine alte Liebelei unerwartet heftig. In der Folge wird zum ersten Mal ein intensiver Einblick in das Privatleben des Kommissars gegeben und so viel sei verraten: Die Sex-Szene von im "Tatort: Kopfgeld" wird damit mühelos in den Schatten gestellt.

Lohnt sich das Einschalten?

Jein, dem Anspruch, eine Panorama-Geschichte zu erzählen, anlässlich des 25. Tags der Deutschen Einheit, wird der "Polizeiruf" nicht gerecht, zumindest nicht im ersten Teil. Es besteht jedoch noch Luft nach oben, jetzt kommt es auf Teil zwei an. Dem Anspruch, jedes Kommissaren-Team gleichwertig zu behandeln, wird der "Polizeiruf" gerecht. Allerdings heben sich Bukow und König dennoch gegenüber den Magdeburgern ab. Dort ist klar die Geschichte um Drexler ein Highlight, welche jedoch unter dem Gesamtbild leidet und das, obwohl es sein letzter Fall ist.

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