Die Laudatoren, Ex-Nationalspieler Marcell Jansen (li.) + HSV-Vorstand Joachim Hilke (re.), mit Preisträger Matthias Opdenhövel
© Oliver Walterscheid Die Laudatoren, Ex-Nationalspieler Marcell Jansen (li.) + HSV-Vorstand Joachim Hilke (re.), mit Preisträger Matthias Opdenhövel

Matthias Opdenhövel "Das habe ich mir so nicht erträumt"

Matthias Opdenhövel ist beim Deutschen Sportjournalistenpreis als bester Sportmoderator gekürt worden. Was bedeutet ihm diese Auszeichnung?

Am Montagabend erhielt Matthias Opdenhövel, 45, in Hamburg den Deutschen Sportjournalistenpreis in der Kategorie "Bester Sportmoderator". Passenderweise wurde seine Auszeichnung von Audi präsentiert. Der Ingolstädter Autobauer wirbt mit dem Slogan "Vorsprung durch Technik". Münzt man das auf Opdenhövel um, so müsste es heißen "Vorsprung durch Sprachwitz". Denn seine Moderationen sind stets geprägt durch eine Mischung aus Kompetenz und Humor. Das kommt auch bei Deutschlands Spitzensportlern an, die beim Sportjournalistenpreis die Gewinner bestimmen.

Dass Opdenhövel nun also mit dem sogenannten "Oscar für Sportjournalisten" ausgezeichnet wurde, macht den sonst so wortgewandten 45-Jährigen beinahe sprachlos. "Das kann ich gar nicht in Worte fassen, wie sehr mich das stolz macht", so der ARD-Moderator im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news. "Letztendlich ist das die beste und authentischste Jury, die es gibt. Wir reden über Sportler, wir reden mit Sportlern, wir reden über Sport - und wenn die Aktiven das Gefühl haben, dass man das ganz okay macht, dann freut einen das natürlich enorm. Das ist eine ganz tolle Auszeichnung."

Sportreporter als Wunschtraum

Als Sportjournalist fühle sich "Opdi", wie er von seinen Kollegen gerne genannt wird, "sehr, sehr wohl". Dabei war er früher vor allem als Moderator aus Unterhaltungsshows wie "Schlag den Raab" bekannt. Doch Opdenhövel erzählt, er habe ursprünglich seine "Karriere als Journalist der schreibenden Zunft begonnen, aber auch im Radio als Sportreporter". Letzteres sei damals auch sein "absoluter Traumberuf" gewesen. Doch sein Schritt zum Fernsehen habe ihn "relativ lange in der Unterhaltung abonniert". Seinen "Wunschtraum, irgendwann im Fernsehen in den Sport zu rutschen", habe er jedoch nie aufgegeben. "Ich hatte ihn immer auf dem Schirm."

"Deshalb habe ich parallel zu vielen Unterhaltungsgeschichten bei ProSieben auch schon die Bundesliga moderiert, beispielsweise bei Liga total! oder arena. Aber das war im Pay-TV, weshalb mich die breite Masse eher in der Unterhaltung wahrgenommen hat", erklärt Opdenhövel. Nun steht er aber schon seit über zehn Jahren als Sportmoderator vor der Kamera. Eine "tolle Entwicklung", wie er selbst sagt, "die ich mir so auch nicht erträumt habe".

Opdenhövel über Stefan Raabs TV-Abschied

An dieser Entwicklung dürfte sicher auch Stefan Raab, 48, - den Matthias Opdenhövel schon seit 1992 aus gemeinsamen Zeiten beim Musiksender VIVA kennt - seinen kleinen Anteil haben. Immerhin hat Opdenhövel viele Shows von Raab moderiert. Die Ankündigung von Raab, Ende des Jahres seine TV-Karriere zu beenden, kam für Opdenhövel weniger überraschend: "Ich wusste, dass irgendwann der Tag kommt. Das ist ganz klar gewesen. Ich kannte Stefans Prämisse, dass er sich so Pi mal Daumen mit 50 anders aufstellen wird. Dass er dann jetzt komplett den Stecker zieht, finde ich wahnsinnig konsequent und wahnsinnig respekteinflößend."

Raab, so ist sich Opdenhövel sicher, habe diesen Schritt ganz klar mit sich ausgemacht. "Er ist einfach kein kompletter Bauchmensch, sondern er analysiert seine Entscheidungen sehr genau." Von dem Gerücht, Stefan Raab würde seine Karriere womöglich beim ZDF fortsetzen, hält der Sportmoderator nichts. "Ich habe ihn immer als absolut konsequenten Menschen erlebt und ich bin mir relativ sicher, dass er auch in dieser Entscheidung genauso konsequent bleibt."