Lionel Messi

Der Kicker im Steuer-Abseits

Im Mai steht Lionel Messi wegen Steuerhinterziehung vor Gericht, jetzt wird sein Name auch im Zusammenhang mit den "Panama Papers" genannt.

Mit Bällen kann er umgehen, mit Steuerzahlungen anscheinend nicht. , 28, vielfacher Weltfußballer des Jahres, hat sowieso schon Probleme mit dem spanischen Fiskus. Jetzt scheinen auch noch neue dazuzukommen, denn sein Name wird neben denen von zahlreichen Politikern und Prominenten in den Panama-Papieren erwähnt, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Dieser wurden Dokumente zugespielt, die Informationen über in Panama gegründete Briefkastenfirmen enthalten.

"Mega Star Enterprises"

Am 31. Mai beginnt vor dem zuständigen Gericht in Barcelona ein Prozess gegen Messi und seinen für die Finanzen zuständigen Vater, denen die Hinterziehung von 4,1 Millionen Euro in den Jahren 2007 bis 2009 vorgeworfen wird.

Den Richter dürften die jüngsten Enthüllungen aus den Panama Papers besonders interessieren, denn in diesen ist von einer den Behörden bislang unbekannten Briefkastenfirma die Rede, die offenbar den Messis gehören soll - "Mega Star Enterprises". Dies gehe aus einem Dokument von 2013 hervor, das ebenfalls Teil der Unterlagen sei. Bis vor wenigen Wochen sei die Offshore-Firma aktiv gewesen und - zumindest zeitweilig - auch von der Kanzlei Mossack Fonseca betreut worden, die im Mittelpunkt der Enthüllungen steht.

Gegenüber der "SZ" habe sich Messi nicht zu der Angelegenheit äußern wollen. Sollte sich allerdings herausstellen, dass der Kicker tatsächlich an einer solchen Briefkastenfirma beteiligt ist oder war, die zur Verschleierung von Einnahmen gebraucht wurde - Offshore-Firmen sind nicht per se illegal - dann könnte sich auch an der derzeit geforderten Haftstrafe von mehreren Monaten, die im Regelfall zur Bewährung ausgesetzt werden würde, und an den vier Millionen Euro an geforderter Strafzahlung noch einiges ändern.

In jedem Fall dürfte eine Geldstrafe in entsprechender Höhe dem Fußballstar ziemlich egal sein. Der bestbezahlte Spieler der Welt soll nach "France Football" alleine 2014 über 65 Millionen Euro verdient haben. Laut der spanischen Website "sport.es" reichten Messi und seine Familie am Montag Beschwerde gegen das Internationalen Konsortium für Investigative Journalisten (ICIJ) ein, das die "Panama Papers" ausgewertet hatte.

Was sind die Panama-Papiere?

Whistleblower , 32, hat die "Panama Papers" via Twitter als das "größte Leck in der Geschichte des Daten-Journalismus" bezeichnet. Eine nicht näher genannte anonyme Quelle hatte der "Süddeutschen Zeitung" 2,6 Terabyte an Daten aus der Kanzlei Mossack Fonseca aus Panama zugespielt.

Enthalten: Unterlagen zu über 214.000 Briefkastenfirmen, gut 11,5 Millionen Dokumente. Die "SZ" organisierte die Auswertung, an der rund 400 Journalisten aus nahezu 80 Ländern teilnahmen, zusammen mit dem ICIJ. Beteiligt waren unter anderem auch der NDR, der WDR, die BBC, der "Guardian" und "Le Monde".

Neben Messi seien laut "SZ" die Namen von "Superreichen, Sportlern, Waffenhändlern, Spionen und Betrügern" in den Dokumenten zu finden, genauso wie Spuren zur letztjährigen FIFA-Affäre. So soll unter anderem der Name des gesperrten UEFA-Präsidenten Michel Platini, 60, auftauchen, genauso wie der des ukrainischen Präsidenten , 50, und weiterer Staats- und Regierungschefs. "The Indian Express" berichtet, dass unter anderem auch die berühmte Bollywood-Schauspielerin (42, "Ich gab Dir mein Herz, Geliebter") genannt sei.

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