Hannes Löhr 1979 als Co-Trainer des 1. FC Köln
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Hannes Löhr Trauer um die Fußball-Legende

Fußball-Deutschland trauert um einen Bundesligahelden: Hannes Löhr ist tot. Auch Jogi Löw und Lukas Podolski würdigten das Kölner Idol.

Ein prägender Akteur der deutschen Fußballgeschichte ist aus dem Leben geschieden: Wie der Kölner "Express" berichtet, ist Hannes Löhr (1942-2016) am Montag im Alter von 73 Jahren gestorben. Der Tod des früheren Bundesligastürmers, -Trainers und -Managers kommt überraschend. Noch am Sonntag sei Löhr bei einem Eishockeyspiel der Kölner Haie zu Gast gewesen, schreibt die Zeitung. "Er ist wohl friedlich eingeschlafen. Er war sehr gläubig und hat immer gesagt: Der liebe Gott holt mich, wann er meint", erzählte Ex-Eishockey-Crack Detlef Langemann, 68, der Löhr zu dem Spiel begleitet hatte.

Viele Größen des Fußballgeschäfts zeigten sich über den Todesfall bestürzt - vor allem Anhänger des 1. FC Köln, bei dem Löhr mehr als 20 Jahre in verschiedenen Positionen tätig war, und Vertreter des DFB. Für den Fußballverband hatte er einst 20 Länderspiele bestritten und von Mitte der 1980er-Jahre bis 2002 die Olympia- sowie die U21-Auswahl betreut. 1988 hatte er mit dem Olympiateam in Seoul die Bronzemedaille gewonnen - unter Löhrs jungen Spielern damals fand sich auch ein gewisser Jürgen Klinsmann.

Löhr "hatte noch viel vor"

Entsprechend ehrte Nationalcoach Jogi Löw, 56, Löhr nun auch als Fachmann. "Die Gespräche mit ihm über Fußball waren ein Genuss", lässt sich Löw auf der DFB-Homepage zitieren: "Nicht nur in Köln war er eine Fußball-Institution, auch beim DFB hat er Spuren hinterlassen", sagte Löw. Liga-Präsident Reinhard Rauball, 69, erklärte: "Mit ihm verlieren wir einen untadeligen Sportsmann, der sich mit seiner freundlichen, angenehmen Art gerade auch bei den Fans große Sympathien erworben hat und trotz seiner vielen Erfolge immer bescheiden geblieben ist." Lukas Podolski, 30, verabschiedete sich mit einem Tweet von dem Kölner Fußball-Idol.

Löhr, der mit seinen 166 Toren für den 1. FC Köln aktuell auf Rang zehn der ewigen Bundesligatorschützenliste liegt, hatte zuletzt immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen gehabt. 2015 hatte Löhr unter anderem einen Schlaganfall, eine Lungenentzündung und Herzprobleme zu überstehen. Trotzdem hatte der Ex-Kicker in einem Interview mit "dfb.de" im Dezember eine positive Jahresbilanz gezogen. "Meine Tochter hat geheiratet und ich habe ein tolles Enkelkind bekommen. Das ist einfach großartig", sagte er damals: "Ich hoffe, dass es im kommenden Jahr weiter aufwärts geht. Ich habe noch viel vor."