Désirée Nick bei einem TV-Auftritt
© ddp images Désirée Nick bei einem TV-Auftritt

désirée nick Dafür braucht sie einen Mann

Désirée Nick hat ein neues Buch herausgebracht. Über Männer. Für was die noch einsetzbar sind, erzählt sie im Interview mit spot on news.

Désirée Nick, 59, hat sich die vermeintlichen Domänen der Männer vorgenommen: "Ich kaufe ein Haus, ich bestelle mein Feld alleine, ich baue um, ich kaufe ein Auto,..." Nachzulesen gibt es das in ihrem neuen Buch "Säger und Rammler und andere Begegnungen mit der Männerwelt" (Heyne, 208 Seiten, 14,99 Euro). Für was sich Männer doch noch einsetzen lassen, verrät sie im Interview mit spot on news.

Sie haben ein neues Buch geschrieben, über Männer.

Désirée Nick: Das war an der Zeit. Soziologisch gibt es gerade einen großen Umbruch, die Rollenmodelle verschieben sich komplett. Viele Menschen kommen damit überhaupt nicht mehr klar. Die Gesellschaft hat völlig neue Stilblüten produziert. Das habe ich mir zur Steilvorlage für ein satirisches Buch gemacht.

"Die Spezies Mann hat sich verrannt", heißt es darin. Woran erkennt man das am besten?

Nick: In ganz vielen männlichen Arealen und Refugien wird an den Fundamenten gerüttelt oder sie sind schon abgerissen. Der Mann ist in der Krise, weil sich das Neue erst in weiter Ferne am Horizont formt und das Alte nicht mehr gilt. Vor allem aber treffen die Männer auf Frauen, mit denen nie einer gerechnet hätte. Frauen sind in der Mitte des Lebens attraktiver denn je. Die Überfliegerinnen sind Mitfünfzigerinnen - und ob Pilotin, Bundeskanzlerin oder Soldatin, was Frauen betrifft, muss man mit allem rechnen.

Viele Frauen gehen arbeiten - und versorgen Kinder und Haushalt.

Nick: Es ist nicht leichter geworden. Wir sind zwar unabhängig, aber das alte Mutti-Programm ist geblieben. Wir haben jetzt eigentlich 16-Stunden-Schichten. Und der Mann erwartet dann auch noch, dass man die perfekte Geliebte gibt. Frauen kommen überhaupt nicht mehr zur Ruhe. Ich halte das für den Grund für viele Zivilisationskrankheiten wie ständige Unzufriedenheit, Depression, Burnout...

Haben Sie ein Rezept, wie es anders laufen kann?

Nick: Frauen müssen selektieren und outsourcen, um sich selbst zu schützen. Ich zum Beispiel habe dreckige Socken, Wochenendeinkäufe und Hemden bügeln ausgelagert. Und beim Selektieren sollte man schon bei Freundschaften anfangen - man kann nicht 5000 Leute bespaßen - das ist alles ein Science-Fiction-Programm, das von den Medien vorgegeben wird. Da wird suggeriert, dass man nebenher noch schnell Kim Kardashian sein sollte.

Wofür braucht man Männer noch?

Nick: Ich widme mich in meinem Buch den ganzen Männerdomänen und arbeite sie ab: Ich kaufe ein Haus, ich bestelle mein Feld alleine, ich baue um, ich kaufe ein Auto,... Männer sind wahrlich unverzichtbar, wenn man den Flügel vom Parterre ins Dachgeschoss manövrieren muss. Der männliche Körper ist nämlich besser designed als das männliche Hirn. Letztendlich dient mein Buch aber zum Lachen. Ich bin keine Weltverbesserin und keine Soziologin. Ich möchte einfach aufs Brillanteste unterhalten. Humor ist etwas, was man mit Geld nicht kaufen kann. Wenn man meine Bücher liest, kann man es aber plötzlich doch erwerben.

Die Performance Ihrer Liebhaber war im Bett immer besser als außerhalb, steht in Ihrem Buch. Haben Sie noch Hoffnung, dass sich da was ändert?

Nick: Nein, daran habe ich kein Interesse mehr. Das ist mir zu unbequem geworden. Das spielt für mich überhaupt keine Rolle mehr.

Was macht einen Mann in Ihren Augen attraktiv?

Nick: Mein Leben ist zu herausragender Brillanz gereift. Das heißt, ein Mann wäre nur noch das Sahnehäubchen. Der Türöffner ist da definitiv Humor. Ohne Humor ist weder ein Partner, noch das Leben zu ertragen. Im Alltag der meisten Beziehungen kommt der Humor allerdings abhanden. Das finde ich sehr bedauerlich.