80er-Jahre-Ikone Cyndi Lauper bei den Grammy Awards 2015
© ddp images 80er-Jahre-Ikone Cyndi Lauper bei den Grammy Awards 2015

Cyndi Lauper Sie leidet unter Schuppenflechte

Cyndi Lauper geht mit gutem Beispiel voran: Sie bekennt sich zu ihrer Schuppenflechte. Ein Leiden, das sich auch auf die Psyche auswirkt.

Lange hat Cyndi Lauper, 62, geschwiegen, doch damit ist jetzt Schluss: Die 80er-Jahre-Ikone leidet seit vielen Jahren an Schuppenflechte (Psoriasis). Gemeinsam mit der US-Stiftung "National Psoriasis Foundation" will sie nun auf das Hautleiden aufmerksam machen.

"Ich wollte mich verstecken"

2010 wurde bei der 62-Jährigen eine aggressive Form der Schuppenflechte diagnostiziert. "Ich wollte mich am liebsten verstecken, gleichzeitig war mir aber auch klar, dass ich in der Öffentlichkeit stehe und mich nicht zuhause einigeln kann", erinnert sich Lauper. Um ihr Leiden geheim zu halten, ließ sich die Sängerin in den folgenden Jahren einiges einfallen. "Während meiner Auftritte trug ich hautfarbene Fischernetze, Shirts mit langen Ärmeln oder Lederhosen, um die Rötungen und Flecken auf meiner Haut zu verstecken." Doch das machte es nur noch schlimmer. "Sobald ich zu schwitzen begann - und das ließ sich auf der Bühne nicht vermeiden - ging es mir schlechter." Im Interview mit einem US-Magazin erklärte sie: "Die Krankheit wurde so schlimm, dass ich mich wie der Elefantenmensch fühlte."

Im Laufe der Jahre probierte Lauper zahlreiche Therapien aus. Auch wenn einige zeitweise helfen konnten, das Hautleiden kam doch immer wieder zurück. "Ich war frustriert und hoffnungslos", so die Sängerin weiter. Bis sie sich intensiv mit der Krankheit auseinandersetzte und sich mit anderen Betroffenen austauschte.

"Für gewöhnlich bin ich ein sehr lauter und extrovertierter Mensch, aber in der Öffentlichkeit über seine Schuppenflechte zu sprechen, erfordert jede Menge Mut", weiß Lauper. Umso wichtiger sei es, ein Bewusstsein für diese Krankheit zu schaffen. Die Krankheit führe Betroffene oft in die Isolation. "Ich will den Leuten begreiflich machen, dass ihnen Schuppenflechte nicht peinlich sein muss, wir müssen uns nicht verstecken."

Schwere Belastung für die Psyche

Wie sehr das Hautleiden die Psyche belastet, weiß auch Prof. Dr. med. Reich, Leiter des Dermatologikum Hamburg. "Betroffene Patienten haben lieber Diabetes, Rheuma oder sogar eine Krebserkrankung als Schuppenflechte. Ganz einfach weil die Schuppenflechte zu sehen ist." Jeder, der etwas an der Haut habe, löse erstmal ein Abwehr- und Ekelgefühl aus. Schließlich galten Hautveränderungen viele Jahre als Zeichen einer ansteckenden Erkrankung, wie etwa Lepra.

Dabei müsse sich niemand verstecken. In den vergangenen 20 Jahren habe es auch in Deutschland so viel Fortschritt in der Behandlung der Erkrankung gegeben wie bei keiner anderen Hauterkrankung. "Wir sind heute in der traumhaften Situation, dass wir jeden Menschen mit Schuppenflechte behandeln können", betont Reich, der als einer der führenden Experten für Schuppenflechte gilt. "Für die leichten Formen haben wir die äußerliche Therapie. Die schweren Formen müssen in der Regel von innen behandelt werden. Hier gibt es neue zielgerichtete Therapien, in denen man kleine Antikörper mittels einer Spritze verabreicht." Zwar könne man die Schuppenflechte nicht heilen, "aber man kann die Patienten so weit behandeln, dass sie nicht mehr sehen, dass sie Schuppenflechte haben. Das erreichen wir heute bei gut 80 bis 90 Prozent der Patienten."

Leider hätten viele Betroffene mittlerweile resigniert und aufgegeben, anstatt sich behandeln zu lassen. Er hoffe, dass noch mehr Prominente Cyndi Laupers Beispiel folgen werden. "Nicht nur, um zeigen, dass man damit leben und erfolgreich sein kann, sondern auch, um dabei zu helfen, die Scheu vor der Krankheit abzubauen."