Christian Wunderlich im ZDF-Film "Rosam+e Pilcher: Lizenz zum Seitensprung"
© ZDF/JON AILES Christian Wunderlich im ZDF-Film "Rosam+e Pilcher: Lizenz zum Seitensprung"

Christian Wunderlich Er feiert sein TV-Comeback

Christian Wunderlich meldet sich zurück. Der Mädchenschwarm der 90er-Jahre gibt am Sonntag sein TV-Comeback.

Mit der ARD-Serie "Verbotene Liebe" gelang Christian Wunderlich, 36, Mitte der 90er Jahre der große Durchbruch. Vor allem die weiblichen Fans lagen dem Schauspieler zu Füßen. Nach seinem Ausstieg aus der Soap feierte er mit der Serie "Die Nesthocker" große Erfolge. Auch als Musiker startete der Schauspieler durch. Sein Debütalbum "Real Good Moments" eroberte 1999 die Charts. In den vergangenen Jahren war es jedoch ruhig um den einstigen Mädchenschwarm geworden. Jetzt versucht Wunderlich erneut durchzustarten und gibt im ZDF-Film "Rosamunde Pilcher: Lizenz zum Seitensprung" (7.2., 20:15 Uhr) sein TV-Comeback. Was er in der Zwischenzeit getrieben hat und wie er heute über seinen früheren Erfolg denkt, erklärt er im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Was haben Sie denn in den vergangenen Jahren so getrieben, warum haben Sie sich so rar gemacht?

Christian Wunderlich: Ich habe viel Zeit damit verbracht, an meinem ersten Roman zu arbeiten. Das war schon immer mein Traum. Während der Zeit als Schauspieler und Musiker Ende 90er/Anfang 00er Jahre musste ich das Schreiben immer in die Nacht verlegen. Als Sprecher habe ich für Film und Fernsehen synchronisiert und etwa drei Jahre lang mein Abitur nachgeholt. Außerdem wollte ich verschiedene andere Dinge ausprobieren und erleben. Und: Ich wollte mal wieder ein ganz normales Leben führen, Freunde treffen, in die Oper gehen, etc.

Hat Ihnen die Schauspielerei gefehlt?

Wunderlich: Ja, das hat sie irgendwann tatsächlich. Als ich wieder anfing zu drehen merkte ich, wie vertraut mir das alles ist - ich habe mich gleich zu Hause gefühlt. Das möchte ich auch nicht mehr missen.

Hatten Sie lange überlegt, die Rolle im Rosamunde-Pilcher-Film zu übernehmen?

Wunderlich: Nein, da musste ich nicht lange überlegen. Ich kenne den Regisseur aus "alten Zeiten" und wusste, dass er einen guten Film machen wird. Und Cornwall ist natürlich - das gebe ich zu - auch ein Argument. Eine wunderschöne Gegend.

Bekommen wir Sie jetzt wieder häufiger im TV zu sehen?

Wunderlich: Wenn es nach mir geht, gerne. Der Roman ist fertig, und ich habe wieder Lust zu spielen.

Ihr großer Durchbruch gelang Ihnen mit "Verbotene Liebe". Im vergangenen Jahr wurde die Serie eingestellt, hat Sie das getroffen?

Wunderlich: Ich habe von dem Ende der Serie erst später erfahren. Das ist aber schon so lange her und ist für mich nur ein kleiner Teil meines Lebens, sodass es mich persönlich nicht berührt hat. Für die Schauspieler ist es natürlich immer bedauerlich. Aber jede Serie hat ihre Zeit.

Haben Sie noch Kontakt mit den Kollegen von damals?

Wunderlich: Nein, das nicht. Aber ab und zu läuft man sich über den Weg, und dann ist es immer schön, Anekdoten von damals auszutauschen.

Sie galten jahrelang als Mädchenschwarm, hat Ihnen dieses Image gefallen?

Wunderlich: Natürlich fühlt man sich davon auch geschmeichelt. Der Punkt ist, dass ich den ganzen Hype nie zu ernst genommen habe. Ich wusste, dass so etwas irgendwann vorbei ist. Ich selber habe mich auch nie als Mädchenschwarm wahrgenommen, sondern einfach als Schauspieler und Musiker, der sehr viel Glück gehabt hat. Eigentlich war und bin ich ein totaler Bücher-Nerd, was nicht gerade dem klassischen Bild von einem Mädchenschwarm entspricht.

Werden Sie heute noch auf der Straße angesprochen?

Wunderlich: Weniger auf der Straße, eher an Orten, an denen ich zum Stillstand komme. Zum Beispiel an Supermarktkassen.

Auch als Sänger waren Sie erfolgreich. Ihr letztes Album "Zwischen den Zeilen", 2010, konnte jedoch nicht an Ihre früheren Erfolge anknüpfen. Ein Grund, mit der Musik aufzuhören?

Wunderlich: Kommerzieller Misserfolg sollte nie ein Grund sein, mit der Musik aufzuhören. Natürlich sind Plattenfirmen daran interessiert, mit dir Geld zu verdienen, und wenn das nicht klappt, veröffentlichst du auch erst mal keine Platten mehr. Aber Musik mache ich selbstverständlich auch weiterhin - nur eben nicht vor Publikum.

Sie haben auch als Redakteur für Nachttalker "Domian" gearbeitet, wie kam es denn dazu?

Wunderlich: Ich kenne Jürgen Domian seit vielen Jahren. Und ich war interessiert, einen Blick hinter die Kulissen einer Sendung zu werfen und aktiv daran teilzunehmen. Es ist eine spannende Arbeit, weil man viel über Menschen lernt. Das Beste daran war allerdings der Comedybeef, den ich gemeinsam mit der Redaktion des Neo Magazins gesponnen habe und der in der Jubiläumsshow "20 Jahre Domian" mit Jan Böhmermann seinen Höhepunkt fand.

Ende 2016 macht Domian Schluss, bedauern Sie diesen Entschluss?

Wunderlich: Für die Anrufer ist es sehr schade. Es gibt einfach Redebedarf. Allerdings sind über 20 Jahre für eine Sendung eine lange Zeit. Irgendwann geht alles zu Ende.

Was können wir in diesem Jahr noch von Ihnen erwarten?

Wunderlich: Im März läuft eine neue animierte Serie bei Super RTL an, für die ich eine der beiden Hauptrollen gesprochen habe. Sehr witzig und liebevoll gemacht. Wenn das Gucken halb so viel Spaß macht wie das Einsprechen, dann können sich vor allem die Kinder auf eine tolle Serie freuen.