Christian Berkel

Spannendes von seiner Familie

Der Schauspieler Christian Berkel sprach über die ungewöhnliche Liebesgeschichte seiner Eltern.

Christian Berkel

"Meine Mutter war Jüdin und in einem Lager in Frankreich inhaftiert. Mein Vater war fünf Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft. Er war Arzt bei der Wehrmacht", erzählte der Schauspieler Christian Berkel der 'Bild'-Zeitung. "Das war sein relatives Glück. Er konnte eher Menschenleben retten, als dass er hätte töten müssen." Obwohl seine Eltern über diese Zeit kaum mit ihm gesprochen hätten, weiß er, dass die beiden zunächts den Kontakt zueinander verloren hatten. "Mein Vater kehrte 1950 aus der Gefangenschaft zurück, meine Mutter 1955 aus Argentinien mit dem gemeinsamen Sohn, meinem Bruder Peter", berichtete der gebürtige Berliner weiter. Seine Mutter habe dann die Nummer seines Vaters im Berliner Telefonbuch gefunden und angerufen. Als sein Vater ihre Stimme nicht erkannte, habe sie ihn zunächst etwas zappeln lassen. "'Haben wir denn etwas gemeinsam?', fragte er. Sie: 'Ja, einen Sohn.' Zwanzig Minuten später saßen sie im Café Kranzler." Der Vater hatte nach dem Krieg geheiratet, ließ sich jedoch scheiden und heiratete Berkels Mutter.

In der "Nazidiktatur" wäre der Verlauf seiner Familiengeschichte nicht möglich gewesen, betonte der Gatte von Schauspielerin (50, 'Bella Vita'). Um so mehr nimmt es ihn mit, dass in Deutschland wieder Antisemitismus zu spüren sei. "Er ist in gewissen Kreisen leider wieder salonfähig geworden", beklagte er. "Kritik an Israel wird zum Beispiel dafür benutzt, um Juden im Allgemeinen zu kritisieren." Der Leinwandheld weiß zwar, dass es sich hierbei um Ausnahmen handelt, wegsehen sei jedoch der falsche Weg. "Die Mehrheit der Deutschen identifiziert sich in keiner Weise mit solchen Aussagen", erklärte Christian Berkel und forderte: "Umso wichtiger ist es, dass wir uns nicht beschämt abwenden, sondern uns deutlich dagegen abgrenzen."

Mehr zum Thema

Star-News der Woche