Anjelica Huston

Ewige Tochter, ewige Geliebte: Sie wird 65

Berühmte Tochter, Oscar-Preisträgerin und jahrelange Nicholson-Geliebte: Anjelica Huston kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken.

Als am 8. Juli 1951 das Licht der Welt erblickt, drehte ihr Vater gerade mit und den Film "African Queen". Als Tochter des weltberühmten und gefeierten Regisseurs (1906-1987) verbrachte sie den Großteil ihrer Kindheit ohne ihren Vater. "Es war eine Liebe, die durch Abwesenheit verklärt wurde", erinnerte sich die Schauspielerin, die heute ihren 65. Geburtstag feiert, einmal rückblickend im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". "Wenn er uns wegen Dreharbeiten für Monate verlassen wollte, umklammerte ich seine Beine, um ihn am Fortgehen zu hindern." Bis zu seinem Tod im August 1987 habe sie ihn angehimmelt.

Ihr Hang zu älteren Männern

Da scheint es fast schon typisch, dass Huston ein Faible für ältere Männer entwickelte. Mit 18 Jahren verliebte sie sich in den 24 Jahre älteren Modefotografen Bob Richardson (1928-2005). Von einem schweren Vaterkomplex will die Schauspielerin jedoch nichts wissen. "Ich mag ältere Männer, weil sie Erfahrung haben, weil sie Entscheidungen getroffen haben, weil sie keine Wischiwaschi-Typen sind, die heute dies und morgen das wollen", erklärte sie in dem Interview weiter. "In einem Satz gesagt: Ich mag Männer erst, wenn sie wirklich erwachsen geworden sind. Und ist es nicht so, dass viele Männer mit fünfzig tausendmal schöner sind als mit zwanzig?"

Zerstörerische Liebe zu

Für Schlagzeilen sorgte vor allem ihre Liebe zu Hollywoods Frauenheld Jack Nicholson (79, "Besser geht"s nicht"). Das Paar trennte ein Altersunterschied von 14 Jahren. Ab 1973 führten die beiden 17 Jahre lang eine leidenschaftliche On-Off-Beziehung, die vor allem von Nicholsons zahlreichen Affären geprägt war. "Wenn ich ihn weinend zur Rede stellte, hieß es: "Ach, das war doch nur ein Mitleidsfick'", schilderte Huston in ihrer Autobiografie "Das Mädchen im Spiegel", die 2015 in Deutschland erschien.

Die Schauspielerin revanchierte sich mit einer Beziehung mit "Love Story"-Star , 75. Doch auch er betrog Huston und wurde ihr gegenüber zudem noch handgreiflich. Auf einer Party in ihrem Haus in Beverly Hills verlor er die Kontrolle. "Er ist auf mich zugekommen, hat mich an den Haaren gezerrt und mir eine Kopfnuss gegeben. Ich habe Sterne gesehen und war auch Minuten danach halb blind", schilderte Huston in ihrem Buch.

Sie kehrte kurzerhand zu Nicholson zurück. Nur um wieder ein ums andere Mal betrogen zu werden. Als der Hollywood-Star ihr schließlich eröffnete, von Schauspielerin Rebecca Broussard (53, "Mars Attacks") ein Kind zu erwarten, ging die Beziehung endgültig in die Brüche. 1992 fand Huston dann in dem 13 Jahre älteren Bildhauer Robert Graham das große Glück. Ihre Ehe hielt bis zu dessen Tod im Jahr 2008. Kinder gab es keine, die Schauspielerin konnte keine bekommen.

Von "Hexen Hexen" bis "Addams Family"

In ihrer Karriere stand Huston, die in jungen Jahren auch als Model arbeitete, für über 60 Filme vor der Kamera. Ihr Durchbruch gelang ihr unter der Regie ihres Vaters und an der Seite ihres Geliebten Nicholson in dem Mafia-Streifen "Die Ehre der Prizzis", für den sie 1985 den Oscar als "Beste Nebendarstellerin" erhielt. Weitere Filmerfolge wie "Hexen Hexen" oder "The Grifters" folgten. Legendär ist bis heute vor allem ihre Darstellung der Morticia Addams in den "Adams Family"-Filmen. In den letzten Jahren war Huston jedoch nur noch selten auf der Leinwand zu sehen. Von 2012 bis 2013 feierte sie mit der Serie "Nash" im TV Erfolge, auch als Synchronsprecherin und Regisseurin war Huston tätig. Mit ("Independence Day 2") wird sie demnächst das Comedy-Drama "Trouble" drehen.

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