Der Rocker und das Model
© Getty Der Rocker und das Model

Star-Paare Rock me, Baby!

Warum sehnen sich so viele berühmte Frauen nach einem Musiker an ihrer Seite? Und halten die Männer überhaupt, was ihre Liebsten sich von ihnen versprechen?

Sie wirken wild und gefährlich.

Allein ihre Stimme verwandelt einen Konzertsaal nach wenigen Takten in einen Hexenkessel. Rockstars sind die Halbgötter unserer Zeit. Dafür, dass sie vom Olymp - der Bühne - herabsteigen, würden Scharen schöner Frauen ihr letztes Hemdchen geben. "Diese besondere Mischung aus Sex, Prominenz und Gefahr ist es, die Frauen magisch anzieht", erklärt der Hamburger Psychologe und Medienexperte Michael Thiel dieses weltumspannende Phänomen.



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Die Verehrerinnen können also gar nicht anders, als Seal, Justin Timberlake oder Chris Martin auch nach dem Auftritt zu umschwärmen wie süße Bienen eine prächtige Sonnen­blume. Keine einfache Ausgangslage für jene Frauen, die irgendwann die einzige Biene sein wollen, die auf eine monogame Liebesbeziehung mit einem Rockstar hoffen. Doch möglich ist es. Glückliche Ehefrauen wie Liv Tyler und Heidi Klum beweisen es. Wie aber ist es ihnen gelungen, das unstete Wesen Rockstar langfristig an sich zu binden?

Glückliche Rockerbraut: Gwyneth Paltrow mit Töchterchen Apple - Vater ist "Coldplay"-Frontmann Chris Martin
© GettyGlückliche Rockerbraut: Gwyneth Paltrow mit Töchterchen Apple - Vater ist "Coldplay"-Frontmann Chris Martin

Über ein stabiles Selbstwertgefühl müsse die Gattin eines Musikers verfügen, ana­lysiert Experte Thiel. "Und sie darf keinesfalls zu übertriebener Eifersucht neigen." Vor allem sollte sie "gewillt sein, beide Seiten des Mannes kennen- und lieben zu lernen, die professionelle und die private, auch wenn diese­ unter Umständen ganz anders ist als sein Bühnen-Ich". Denn, so Thiel weiter: "Viele Stars sind zu Hause bei Weitem nicht so tolle Hechte wie auf der Bühne." Kann die Partnerin damit umgehen, ist schon viel gewonnen.

Gelingt es der Auserwählten dann auch noch, ihrem Helden ein neues, spannendes Lebensumfeld zu bieten - etwa durch gemeinsame Kinder wie im Falle Gwyneth Paltrow oder Heidi Klum - mutiert der einst so wilde Rocker häufig wie von selbst zum sanften Lämmchen. Der einst sehr exzentrische Seal weint den turbulenten Zeiten nicht nach, für ihn ist seine Heidi die Einzige, und das ohne jede Einschränkung. "Sie ist eine Göttin für mich", schwärmt er in Interviews galant.

Ex-Rockerbraut: Die Ehe von Kate Hudson und "Black-Crowes"-Musiker Chris Robinson scheiterte
© GettyEx-Rockerbraut: Die Ehe von Kate Hudson und "Black-Crowes"-Musiker Chris Robinson scheiterte

Doch nicht immer läuft alles so glatt. Oft werden genau die Eigenschaften, deretwegen man sich in einen Rockstar verliebt hat, in einer festen Beziehung zum Verhängnis. Das anfangs aufregende Tourleben, die Alkohol- und Drogenerfahrungen des Liebsten, auch seine ständig präsente Band können auf Dauer selbst die lässigsten Frauen nerven. So klagte etwa Kate Hudson, anfangs noch hellauf begeistert vom Hippie-Lifestyle ihres Gatten Chris Robinson, irgendwann bitter über seine nervigen Kumpels, die "ständig nackt bei mir zu Hause herumlaufen". Am Ende blieb nur die Trennung.

Im Gegenzug fühlt sich ein echter Rockstar im Freundeskreis der Partnerin auch nicht immer gut aufgehoben. Fabrizio Moretti, Schlagzeuger der Strokes, bezeichnete die Hollywood-Clique seiner ehemaligen Freundin Drew Barrymore als "spießigen Haufen" und hing irgendwann lieber mit seinen Jungs ab.

Richtig schwierig wird es, wenn eine Frau sich zur Retterin des scheinbar vom Wege abgekommenen Rockstars berufen fühlt, wie lange Zeit Kate Moss beim Baby­shambles-Sänger Pete Doherty. "Viele Frauen finden es faszinierend, jemanden zu 'reparieren'. Sie leben ihr Helfersyn­drom an ihm aus", meint Michael Thiel. Spätestens jedoch, wenn dieses Verhalten in die Selbst­zerstö­rung münde, sei es Zeit, sich endgültig vom Rockstar-Traum zu verabschieden. Und stattdessen besser mit dem netten Jungen von nebenan auszugehen.