Slumdog Millionaire - Rubina Ali

Oscar-Gewinnerin zu verkaufen

Die "Slumdog Millionaire"-Darstellerin Rubina Ali soll von ihrem Vater für rund 310.000 Euro zum Kauf angeboten worden sein

Rubina Ali

Rubina Ali

Eine unglaublich traurige Geschichte: Mit dem Film "Slumdog Millionaire" wurde weltberühmt - doch jetzt soll das süße 9-jährige Mädchen angeblich verkauft werden. Für 20 Millionen indische Rupien (umgerechnet rund 310.000 Euro) soll Vater Rafiq Qureshi seine Tochter zum Kauf angeboten haben.

Durch ihr schauspielerisches Talent hat maßgeblich zum Erfolg des Films beigetragen. Insgesamt acht "Oscars" hat "Slumdog Millionaire" gewonnen und man könnte meinen, dass dieser Erfolg die überwiegend aus den indischen Slums stammenden Darsteller zu reichen Menschen gemacht hat. Doch das Gegenteil sei der Fall, behauptet Rubinas Papa.

In einem Verkaufsgespräch mit zwei verdeckt recherchierenden Journalisten des britischen Onlinedienstes "News of the World" erklärte Rafiq: "Ich muß prüfen, was für mich, meine Familie und die Zukunft von Rubina das Beste ist. Wir leben in einem Zimmer, sieben von uns schlafen auf dem Boden. Ich verdiene zwischen 300 und 500 Rupien pro Tag (umgerechnet rund acht Euro) und seit dem Film habe ich nicht mehr gearbeitet. Wir haben nichts von diesem Film, sie haben uns nichts gegeben."

Rafiq Qureshi mit seiner Tochter Rubina Ali: Will er sich nur an ihr bereichern?

Rafiq Qureshi mit seiner Tochter Rubina Ali: Will er sich nur an ihr bereichern?

Weiterhin sagte er: "Sie haben uns am Anfang ein bisschen Geld gegeben. Sie haben darüber geredet, uns ein Haus zu schenken. Aber das war nur Gerede." Trotzdem wird man bei all den Erklärungen das Gefühl nicht los, dass Rafiq Qureshi die Prominenz seiner Tochter nur ausnutzen will, um sich an ihr zu bereichern.

Bei den Verkaufsgespräch soll zudem ein ominöser Onkel Rubinas als Mittelsmann aufgetreten sein. Und Rajan More, so sein Name, trägt mit seinen Äußerungen stark zu der Vermutung bei, dass mit der Kleinen nur Kasse gemacht werden soll. Den Journalisten von " of the World", die sich in den Scheinverhandlungen als reiche Scheichs getarnt hatten, sagte er, dass "ihre Eltern als Gegenleistung für die Adoption der Kleinen eine angemessene Kompensation erwarten werden". Geschäftstüchtig fügte er noch hinzu, dass "ein großes Interesse an Rubina" bestehe. Daher habe sich das Einstiegsgebot von rund 55.000 Euro für das Mädchen inzwischen auf 310.000 Euro erhöht.

Doch steckt die Familie von Rubina wirklich in finanziellen Nöten? Erst vor kurzem hat die 9-Jährige einen lukrativen Deal mit einem Softdrink-Riesen abgeschlossen, bei dem sie in einem Werbespot an Seite zu sehen sein wird. Damals sagte Rafiq Qureshi noch: "Wir sind sehr stolz auf Rubina und hoffen, dass sie ein großer Star werden wird. Möglicherweise sind wir so eines Tages in der Lage, ein richtiges Haus zu bewohnen."

Auch zu diesem Zeitpunkt verteilte er bereits einen Seitenhieb in Richtung Produktionsfirma: "Für die Werbung wurde ihr mehr gezahlt als für den Kinofilm. Die Leute von 'Slumdog Millionär' haben nicht alle Versprechen eingehalten, die sie am Rande des Medientrubels gegeben haben. Von dem angeblichen Treuhand-Fonds haben wir bis heute nichts gesehen und die monatlichen Zahlungen von 21 Pfund an ihre Ausbilder haben aufgehört", sagte Rafiq Qureshi.

Zuhause in den Slums muss hart gearbeitet werden: Rubina wäscht unter freiem Himmel gemeinsam mit  anderen Kindern die Wäsche

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Tatsächlich spendete die Produktionsfirma erst vor kurzem umgerechnet knapp 575.000 Euro an eine Wohltätigkeitsorganisation in Mumbai. Zuvor war bekannt geworden, dass Rubina und die anderen Darsteller nach ihrem Ausflug in die Glitzerwelt Hollywoods zurück in ihre ärmlichen Lebensverhältnisse kehren mussten, obwohl Regisseur seinen Schützlingen zuvor öffentliche Hilfeversprechungen gemacht hatte.

Inzwischen hat Rafiq Qureshi in Interviews mit indischen Medien zwar seine Unschuld beteuert und weist alle Gerüchte über eine Verkaufsabsicht als Lüge zurück. Er behauptet, nie versucht zu haben, seine Tochter zu verkaufen, räumte aber ein, einen Mann getroffen zu haben, der ihm Geld für seine Tochter geboten habe. Schaler Beigeschmack bei der Sache: Rubinas Mutter soll, ebenfalls indischen Berichten zufolge, bereits Anzeige gegen, den von ihr getrennt lebenden, Rafiq Qureshi gestellt haben, nachdem sie vor zwei Wochen von seinen Verkaufsplänen erfahren hat.

An den ärmlichen Lebensumständen des Mädchens wird diese Diskussion wohl ersteinmal nichts ändern. Bleibt zu hoffen, das letztendlich zum Wohl von Rubina gehandelt wird.

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