Sienna Miller
© Getty Sienna Miller

Sienna Miller Ach hätte sie doch geschwiegen!

Sienna Miller scheint mangelndes Talent durch sinnfreies Geplapper ersetzen zu wollen. Freunde macht sie sich damit nicht

Sicher gibt es so einige Menschen

in ihrem Umfeld, die Sienna Miller derzeit am liebsten den Mund zuhalten würden. Um sie vor sich selbst zu schützen. Fiel die 25-Jährige zuletzt doch mehr durch unbedachtes Geplapper auf denn durch überbordendes Schauspieltalent. Die jüngste Kostprobe ihres verbalen Unvermögens lieferte sie auf der London-Premiere von "Factory Girl". Auf die Frage eines Journalisten, ob sie bei der Kleiderwahl erwogen habe, dieselben wäscheartigen Shorts wie bei der New Yorker Premiere zu tragen, antwortete sie: "Oh, du möchtest Unterhosen sehen? Na, mal sehen, ob du vielleicht später in den Genuss kommst." An derlei Schlüpfrigkeiten lässt sie die Öffentlichkeit immer öfter teilhaben. So erfährt man, dass sie Monogamie für unnatürlich hält, schließlich: "Wir sind doch alle nur Tiere." Auch dass sie in ihrer Jugend einst mit einer Freundin Hasen beim Fortpflanzungsakt zugeschaut habe und die Observierten dann bald "einen verdammten Hasen daraus bekamen", bleibt einem nicht erspart. Ebenso wenig ihre Vorliebe für Schimpfwörter wie "Fuck" und "Shit", die sie in jedem ihrer Interviews platziert. Das Ganze dargeboten in mitunter sehr gewagten Outfits. Sienna Miller will eben so richtig provozieren und unangepasst wirken. Aber allein das Bemühen darum macht das Unterfangen zur Farce.

Mit den Dreharbeiten zu "Factory Girl", in dem Miller die exzessive Andy-Warhol-Muse Edie Sedgwick verkörperte, fing alles an. Sienna schien in der Rolle vollkommen aufzugehen und spielt sie nun einfach weiter. Doch was in den Sechzigerjahren angesagt war, ist 2007 im eher konservativ-prüden Amerika unerwünscht. Ein saufendes, pöbelndes Mädchen wirkt in Hollywood seltsam deplatziert. "Wenn man hier als Schauspielerin ernstgenommen werden will, zeigt man sich nicht betrunken in der Öffentlichkeit und benimmt sich niemals vor Zuschauern daneben. Es ist eben eine Stadt, in der Doppelmoral herrscht", so ein Produzent. Sienna selbst hat für ihr Verhalten eine recht merkwürdige Erklärung: "Diese Dinge kommen einfach aus meinem Mund. Ich denke, es könnte eine schwache Variante des Tourette-Syndroms (eine Kombination verbaler und motorischer Ticks, d. Red.) sein." Und sie erkennt: "Ich sage ständig die unpassendsten Dinge im unpassendsten Moment zu den unpassendsten Personen." Weise Einsicht? Kaum. Sienna weiß, dass sie natürlich nicht an dieser Störung leidet. Und Hollywood? Vielleicht hätte man eher Nachsicht mit ihr, wenn man von ihrem überragenden Talent überzeugt wäre. Aber genau das scheint fraglich. Die Kritiken zu "Factory Girl" sind mal wieder ziemlich schlecht.