Seth MacFarlane
© Reuters Seth MacFarlane

Seth MacFarlane Moderation spaltet das Publikum

Hat der diesjährige Moderator der "Academy Awards", Seth MacFarlane, gute Arbeit geleistet? Darüber ist eine Debatte entbrannt

Oscars 2013: Die Höhepunkte

Es war sein erster Auftritt als Oscar-Moderator und manche sagen, er hätte es besser bleiben lassen sollen: Seth MacFarlane muss mit sehr gemischten Kritiken leben. Vom Schöpfer von "Family Guy" und dem Filmhit "Ted" war eine böse Zunge und lockere Sprüche erwartet worden und er selbst hatte mit Bemerkungen, dass kein Star sich sicher fühlen kann, die Messlatte hochgelegt. MacFarlanes Begrüßungsmoderation war okay, er brachte sogar Tommy Lee Jones zum Lachen und bemerkte zu Jungschauspielerin Quvenzhané Wallis spitzbübisch: "Nur damit Sie eine Vorstellung haben, wie jung sie ist: Es sind noch 16 Jahre, bis sie zu alt ist, um George Clooney zu daten." Schon sein "Busen-Song" stieß allerdings insbesondere in den USA auf viel Kritik. Auf der einen Seite dieser Teeniehumor, auf der anderen Seite schwelgte die Academy wie in den vergangenen Jahren auch in den düstersten und staatstragendsten Filmen. Das will einfach nicht zusammenpassen.

Im weiteren Verlauf der Verleihung war der Moderator fast nicht mehr zu bemerken. Seine Witze zündeten nicht im prominenten Publikum und auch nicht am Bildschirm. Er wurde ein Einsatz-Stichwortgeber und irgendwann war sein penetrantes lautes Applaudieren das Auffälligste an dem Mann, von dem man sich erhofft hatte, er würde als Lightversion von Ricky Gervais gerade genug Pfeffer in die erhabene Gala bringen, um auch das junge Publikum an die Bildschirme zu fesseln. Doch auch andere als Comedy-Genies bejubelte Stars (Melissa McCarthy, Paul Rudd, Jennifer Aniston) konnten nicht überzeugen. Vielleicht war es einfach nicht der Abend für lustige Einwürfe? Könnte man denken - wenn da nicht wunderbare lockere Aktionen wie die Scherze von Daniel Day-Lewis mit Meryl Streep, die Melodie vom "weißen Hai" als Redezeitbegrenzung oder der ungebremste Elan eines unbegrenzt redenden Quentin Tarantino (er erhielt den Drehbuch-Oscar und hatte wohl einen Fan in der Zeitbudgetverwaltung der Show) gewesen wären.

MacFarlane hatte im Vorfeld schon gesagt, er wolle den Job nur einmal machen, der sei ja auch ganz schön zeitaufwändig. Man kann nur spekulieren, ob er von der Academy nach dem allgemeinen Feedback überhaupt ein zweites Mal gefragt werden wird.

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