Russell Brand

Captain, mein Captain!

Brit-Komiker Russell Brand entert Hollywood. Unter Johnny Depps Totenkopf-Flagge?

Die Mähne, der Kajalstrich, die Pose: ginge auch ohne Zutun der Maskenbildner lässig als Pirat durch. Und könnte Captain glatt den Rang streitig machen: Nachdem auch im vierten Teil von "Pirates Of The Caribbean" mit an Bord sein wird, verhandelt der Brite, 33, über eine Traumrolle, die wie für ihn gemacht wäre - als wilder Bruder Jonathan. "Keiner wäre für den Part besser geeignet", jubelt ein Hollywood-Insider. " Auftreten, sein Stil - ich erkenne darin eine Menge von Jack Sparrow." Zeit für eine Schiffsreise hätte Mr. auch. Seinen Job in England hat er gerade gekündigt.

Der verwegene Comedy-Freibeuter, der seine Karriere als Moderator begann, sorgte zuletzt mit einer Radiosendung auf BBC 2 für Furore. Bis einer seiner beliebten Telefonstreiche kürzlich einen Eklat auslöste: Brand hatte obszöne Nachrichten auf dem Anrufbeantworter des betagten TV-Lieblings Andrew Sachs ("Fawlty Towers") hinterlassen, in denen er sich über Sexpraktiken mit dessen Enkelin ausließ, einer Burlesktänzerin. Heftige Zuschauerproteste folgten, der Krass-Komiker wurde zunächst beurlaubt und schmiss dann ganz hin. Einer wie er lässt sich nicht den Mund verbieten, und er kann es sich leisten. Denn Brand ist längst dabei, Hollywood zu erobern.

Als Moderator der MTV Music Video Awards in Los Angeles erntete er mit seinen Kommentaren ("Bush ist ein zurückgebliebener Cowboy") zwar nicht nur Applaus, trieb aber die Quote hoch. Nach seinem US-Kinodebüt als Rockstar in "Nie wieder Sex mit der Ex" bekommt er 2009 gleich die nächsten Chancen. In der Komödie "Gutenachtgeschichten" (ab 25. Dezember im Kino) steht er zur Seite, und in der Shakespeare-Adaption "Der Sturm" tritt er gar mit Schauspiel-Blaublütern wie vor die Kamera. Die Oscar-Preisträgerin über Russell: "Wer kann einem Mann widerstehen, der in engen Hosen so gut aussieht?" Von seiner Stand-up-Show in L. A. abgesehen, verhält er sich zurzeit allerdings auffallend diszipliniert. Aus Scham über den BBC-Eklat? Kaum. Solange er mit Disney über Dukaten verhandelt, hält sich selbst Partyhengst Russell zurück: Seine "Pirates"-Heuer soll sechs Millionen Euro betragen, und die gilt es, nicht gleich in den Wind zu schießen.

Von Captain Depp selbst gibt es noch keine Stellungnahme zu dem neuen "Verwandten". Aber es besteht kein Zweifel, dass Johnny und Russell nicht nur optisch harmonieren würden: Depp hat ebenfalls gehöriges Humorpotenzial und liebt es beispielsweise, Kollegen am Set mit Scherzartikeln reinzulegen. Nur eines wird Russell Brand, der sich der Queen einmal als "Stecher des Jahres" vorstellte, gewiss gleich klarmachen: Er hat den größten Enterhaken.

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