Rumer Willis

Demis wilde Tochter

Erster großer Film, erste kleine Skandälchen: Rumer Willis richtet sich in der Glitzerwelt ihrer Eltern ein

Rumer willis

Die junge Frau mit der burschikosen Kurzhaarfrisur

blickt etwas schüchtern drein. Immer wieder schaut sie auf den Fußboden, das sympathische Lächeln versucht sie ungeschickt hinter ihren unproportional großen Händen zu verbergen. So viel Aufmerksamkeit ist ihr unangenehm. Gerade erzählt sie von ihren Teenagertagen: "Ich war der Klassendepp, ein Computer-Nerd. Ich hatte eine Zahnspange, Brille und diese komischen Locken..." Sie kichert verlegen.

Mutter Demi Moore, 45, ist wahnsinnig stolz auf ihren Spross

Mutter Demi Moore, 45, ist wahnsinnig stolz auf ihren Spross

Eigentlich sollte man meinen, sei es gewohnt, im Rampenlicht zu stehen, schließlich sind und ihre Eltern. Zusammen mit ihren beiden Schwestern Scout und Tallulah sowie Stiefvater ist sie Bestandteil von Hollywoods mächtigster Patchwork-Familie. Aber bisher eben immer nur als Tochter, als nettes Beiwerk.

Hier und jetzt, in der Suite des "Four Season Hotels" in Beverly Hills, sitzt sie mit dem GALA-Reporter ganz allein auf dem Sofa. Es dreht sich nur um sie, sie ist der Star. In dem Kinofilm "House Bunny" spielt Willis ihre erste größere Rolle. Ohne Netz und doppelten Boden gibt sie nun dazu ein Interview. Kein Aufpasser hat sich - wie sonst üblich - dazugesellt. Das wollte die 20-Jährige so. Denn dieser Tag ist ihr Start in ein neues Leben. Das Küken ist flügge geworden. Auch beruflich.

Seit etwas über einem Jahr nämlich flattert das Vögelchen Rumer schon durch Hollywoods berüchtigtste Clubs, landet mal auf einer Premierenparty, turtelt mit den Sunnyboys oder lässt sich an einem Promi-Hotspot sehen.

Inzwischen ist sie ein fester Bestandteil der jungen Partyszene von Los Angeles. Zu ihren besten Freundinnen gehören , die Tochter von Melanie Griffith, , wilder Spross, und auch Party-Prinzessin Paris Hilton.

Die üblichen Totalausfälle, krasse Drogen-, Sex- und Alkoholeskapaden blieben zwar bislang aus. 2007 freilich gab es eine Drogenrazzia in einem teuren kalifornischen Hotel. Rumer und ein paar Freunde feierten im Nebenzimmer. "Klar habe auch ich so meine Probleme", bekennt sie rückblickend selbstbewusst. "Aber ich bin nicht in Rehab."

Allerdings hängten Gossip-Blogger ihr ein unwahres Hollywood-Skandälchen an: Lange Zeit kursierte im Netz das Gerücht, Demi Moores Tochter küsse gern Mädchen. "Wenn die Leute echt denken, ich sei lesbisch, nur weil ich gerne Jeans trage und kurze Haare habe, dann ist mir das egal", stellte sie in einem Interview mit dem "Page Six"-Magazin klar. "Das ist lächerlich. Ich steh auf Jungs."

Mit Lindsay Lohan zieht Rumer gerne um die Häuser

Mit Lindsay Lohan zieht Rumer gerne um die Häuser

Das wilde Leben jedenfalls liegt Rumer auch ein wenig in den Genen: Mutter Demi Moore war lange alles andere als brav, gehörte zum "Brat-Pack", einer legendären Glamour-Partyclique. Sie tigerte mit Nastassja Kinski durch das Nachtleben von Hollywood, ließ sich von der Deutschen überreden, die Schule zu schmeißen und es als Model und Schauspielerin zu versuchen. Heute sagt Demi, 45, über ihre "wilde Zeit", dass sie durchaus Fehler gemacht habe. "Aber ich habe auch gelernt, dass du Menschen einen gewissen Freiraum geben musst." Und genau das tut sie bei Rumer. Als vor einiger Zeit plötzlich Fotos von ihrer Ältesten im Internet auftauchten, die sie beim Aufblasen eines Kondoms zeigten, da flippte Demi Moore deswegen nicht aus, sondern redete in aller Ruhe mit ihrer Tochter hinter verschlossenen Türen über öffentliche Auftritte dieser Art.

"Meine Eltern sorgen dafür, dass ich am Boden bleibe", erklärt Rumer im Gespräch mit GALA. "Und sie unterstützen mich und meine Schwestern in allem, was wir tun. Das liebe ich am meisten an ihnen. Plus natürlich die Tatsache, dass sie bis zum heutigen Tag alle so gut miteinander auskommen. Das macht unser Leben viel leichter." Als die Trennung von Bruce Willis vollzogen war, hielt Rumers Mutter Demi trotz gewisser Animositäten den Kontakt zu ihrem Ex-Mann, damit Rumer und ihre Schwestern nicht - wie einst sie selbst - ohne intaktes Elternhaus aufwachsen mussten. Stattdessen entschieden sich Moore und Willis für das Modell Patchwork.

Okay, manchmal geht es eben daneben. Rumer muss ihren Stil noch finden. Aber im vergange­nen Jahr gelangen echte Hollywood-Auftr

Okay, manchmal geht es eben daneben. Rumer muss ihren Stil noch finden. Aber im vergange­nen Jahr gelangen echte Hollywood-Auftritte

Rumer spricht gern über ihre etwas andere Familie: "Es ist überhaupt nicht merkwürdig, da gibt es keine Eifersucht, kein Drama." Am meisten schwärmt die Tochter, die nicht nur vom Wesen, sondern auch rein äußerlich immer näher an Demi heranrückt, von ihrer Mama: "Sie ist großartig!" Und weiter: "Ich finde es nicht komisch, dass wir noch heute viel zusammen unternehmen. Meine Eltern sind Fun." Und damit meint sie nicht nur Demi und Bruce. Auch Ashton Kutcher ist ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. "Er ist total cool, eine wirkliche Vater- oder Bruderfigur", erzählt Rumer. Natürlich war es am Anfang ein bisschen merkwürdig, als die Mutter den wesentlich jüngeren Ashton mit nach Hause brachte - auch wenn sie ihn zunächt nicht als "Boyfriend", sondern lediglich als "Freund" bezeichnete. Rumer schwärmte wie so viele Teenager für den TV-Star, dessen Poster sogar in ihrem Kinderzimmer hing. Das wanderte natürlich sofort in den Papierkorb, als aus "Sexy Ashton" dann "Onkel Daddy" wurde.

Während Rumer über ihre Familie, ihr Interesse an der Film-, Mode- und auch der Musikwelt spricht, taut sie auf, findet Sicherheit in ihren Antworten. Ihr Lächeln wird offener, und sie wird immer mehr zu einer jungen Frau, die gerade ihren eigenen Weg findet. Mutter Demi weiß, dass die Kleine mittlerweile gar nicht mehr so klein ist. Und das fühlt sich komisch an: "Es flößt mir schon ein bisschen Angst ein, dass meine Tochter langsam erwachsen wird. Aber ich kann sie ja nicht in einer Seifenblase einschließen. Ich kann ihr nur helfen, gute Entscheidungen im Leben zu treffen", sagt sie. Als sie noch jünger waren, wollte Demi ihre Mädchen vor der Öffentlichkeit schützen. Deshalb zog sie nach der Trennung von Bruce Willis mit ihnen für ein paar Jahre ins abgeschiedene Idaho.

Patchwork: Ashton Kutcher, Demi Moore, Micah Alberti, Rumer Willis, Emma Heming, Bruce Willis, Scout Willis und Tallulah Willis

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Weit weg von Hollywood seien sie aufgewachsen, erzählt Rumer, "weil es meinen Eltern wichtig war, dass wir nicht als verzogene Hollywood-Gören groß werden". Sie hatte keine Kreditkarten zur freien Verfügung, musste sich unterordnen und den Eltern versprechen, "zumindest die Highschool zu beenden, bevor ich mich als Schauspielerin versuche". Und sie ist stolz darauf, wie Mama und Papa darauf bestanden haben, dass sie die Schule abschloss. "Ich glaube, das hat mir noch ein bisschen mehr Selbstvertrauen mit auf den Weg gegeben", so Rumer.

Sie schaut auf die Uhr. Das Interview müsse sie jetzt leider beenden, sagt sie. "Ich treffe meine Mutter zum Lunch", führt sie als Entschuldigung an. Und wenn die Frau Mama eines nicht mag, dann ist es Unpünktlichkeit. "Daran muss ich übrigens noch ein bisschen arbeiten, ich bin viel zu häufig unpünktlich", flüstert Rumer Willis noch ins Zimmer, bevor sie aufsteht und schwungvoll wie "GI Jane" die Hotelsuite Richtung Hollywood verlässt.

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