Rudi Carrell (†): Rudi Carrell
© Reuters Rudi Carrell

Rudi Carrell (†) Er war kein guter Vater

2006 verstarb Rudi Carrell an Lungenkrebs. Zehn Jahre nach dem Tod des beliebten Showmasters packt seine Tochter Caroline Kesselaa aus und beschreibt ihn als egoistischen Tyrannen

Es ist ein fast unglaubliches Bild, das da von Rudi Carrell gezeichnet wird: In dem gerade veröffentlichten Buch "Die van Carrell" beschreibt seine jüngste Tochter Caroline Kesselaa ihren Vater ganz anders, als die Öffentlichkeit ihn kennenlernen durfte. Denn vor der Kamera war der Showmaster stets gut gelaunt und fröhlich, daheim soll er abweisend und rüpelhaft gewesen sein.

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Ihre Kindheit erlebte er nicht mit

Dieses Buch ist wohl der Versuch mit der Kindheit und dem eigenen Vater abzuschließen, denn beides zusammen schloss sich für Caroline aus. Ihre jungen Jahre waren von der Sehnsucht nach einer Vaterfigur geprägt, ihr eigener war zu viel unterwegs um seine Rolle zu erfüllen. Und wenn Rudi Carrell dann einmal im eigenen Hause weilte, soll er sehr ruppig gewesen sein. Als die heute 53-Jährige nach der Scheidung ihrer Eltern im Jahr 1973 zu ihm ziehen wollte, wies er sie mit folgenden Worten ab: "Das kannst du vergessen! In meinem Leben gibt es keinen Platz für dich!" Das erzählte Caroline gegenüber "Bild".

In seinem Leben führte nur er die Regie

Damals sei sie ihrem Vater sehr böse gewesen, lebte der doch anscheinend nur für seine Arbeit. "Er ist manchmal durch die Stadt gelaufen, nur um Autogramme zu geben und Hände zu schütteln. Das gab ihm Energie", sagte Caroline weiter. Und auch in Rudi Carrells Todesstunde bekam die Autorin einmal mehr seine Ablehnung zu spüren: "Er sagte zu mir: ,'Ich will dich nicht mehr sehen. Gib mir einen Kuss, und dann geh!' Er hat mich einfach so weggeschickt."

Heute hat sie ihm verziehen

Doch die Niederländerin scheint ihren Frieden mit ihrem Vater und der schweren Kindheit gemacht zu haben: "Mein Vater konnte sehr liebevoll sein, aber er lebte in erster Linie für seine Shows. Meine Bedürfnisse als Tochter haben darunter gelitten. Bei der Arbeit war er oft ein Tyrann und Egoist. Im Nachhinein war mein Leben durch ihn erfüllter, als ich es zu seinen Lebzeiten manchmal wahrhaben wollte."