Rosario Dawson "Will Smith ist ein totales Weichei"

Rosario Dawson hat ein ziemlich loses Mundwerk. Das hat ihr auf dem Weg an die Spitze Hollywoods nicht geschadet

Rosario Dawson

ist eine von diesen Frauen, die den Männern reihenweise die Köpfe verdreht - und sich ihrer Wirkung sehr wohl bewusst ist. Die 29-Jährige ist nicht einfach nur schön, sie hat vielmehr das, worauf es wirklich ankommt: Sexappeal. Ihre Augen sind so riesig und tiefgründig, dass Colin Farrell seiner Filmpartnerin in "Alexander" geradezu hypnotische Fähigkeiten nachsagt. Dazu kommt ihr mitreißendes Lachen und ein Mund, der mindestens so breit ist wie der von Julia Roberts. Nur dass im Gegensatz zu "Pretty Woman" niemand auf die Idee käme, Rosario als zuckersüß zu bezeichnen. Sie ist sexy auf eine eher herbe Art. Sie spielt mit den Männern, die ihr begegnen, wechselt ständig den Verführungs-Modus: Mal ist sie kokett, dann ganz schnell wieder so, als wäre sie ein Kumpel, der schon ganze Pferdeherden gestohlen hat.

In ihren Adern vermengt sich kubanisches mit irischem, indianischem und puertoricanischem Blut - eine explosive Mischung. Ihre Jugend verbrachte sie im kulturellen Schmelztiegel New York, zeitweise lebte sie dort mit ihren Eltern in einem besetzten Haus. So eine Frau lässt sich wenig bis gar nichts sagen. Deutliche Worte liegen ihr dafür umso mehr. Will Smith jedenfalls bezeichnet sie im GALA-Interview ungerührt als "totales Weichei". Der Grund: Für ihren neuen Film "Sieben Leben" mussten beide eine Liebesszene abdrehen, und während ihre männlichen Kino-Fans jede freizügige Szene mit Rosario sehnlich erwarten, schob Will den Drehtermin immer weiter heraus. Erst als seine Frau Jada ihr ausdrückliches Go gab, und das Tête-à-tête hinter der Kamera mitverfolgte, traute sich Smith an das Sexsymbol ran.

Derlei Zauderei ist Rosario völlig fremd. Sie lebt nach einer ebenso strikten wie simplen Lebensphilosophie: "Du existierst im Hier und Jetzt. Nur das kannst du beeinflussen." Die bescheidenen Verhältnisse, in denen sie aufwuchs, ließen sie erkennen: "Wenn du dein Leben verbessern willst, dann musst du es schon selbst in die Hand nehmen." Und das tat sie: Als der Regisseur Larry Clark sie 1995 auf den Stufen ihres Elternhauses entdeckte und ihr eine Hauptrolle in dem Film "Kids" anbot, sagte sie sofort zu. Ihre Karriere begann mit einem extrem düster-provokanten Film über die kaputten Teenager von New York, über Alkohol, Drogen, Sex und vor allem: Aids.

Seitdem wird Rosario oft in eher abseitigen Filmen besetzt, Quentin Tarantino engagierte sie für "Death Proof", Rob Zombie für seinen Schocker "The Devil’s Rejects". Nebenbei hat Rosario noch genügend Energie, um sich zu engagieren. Sie macht sich unter anderem für Öko-Tourismus stark, für New Yorker Jugendliche, für Lesben und Schwule. Sie ist für Oxfam und Amnesty International aktiv und lockte mit ihrer Aktion "Voto Latino" Lateinamerikaner zur Präsidentschaftswahl. Kurz: Rosario Dawson reißt ihren schönen Mund überall dort auf, wo sie sich persönlich angesprochen oder berührt fühlt, und das kommt häufig vor.

Für die Karriere ist Rosario inzwischen schweren Herzens von New York nach Los Angeles gezogen, hier lebt sie mit dem französischen DJ Mathieu Schreyer zusammen. Sie liebt "Star Trek", räkelt sich mit Vorliebe an FKK-Stränden und ist in den Altstadtgassen von Pamplona schon für "den Thrill" vor den Stieren davon gelaufen. Weniges scheint ihr also fremd. Den Lebenswandel der Los Angelinos versteht sie dennoch nicht: "Die Leute leben hier in Autos! Sie putzen sich die Zähne, rasieren sich und lesen die Zeitung beim Fahren. Völlig gaga, nicht?" Ja, fast so verrückt, wie die Angst vor einem Filmkuss mit ihr. Wie war der denn nun überhaupt? Rosario Dawson lacht: "Mit viel Zunge. Jada hatte es schließlich erlaubt!"