Roman Polanski
© WireImage.com Roman Polanski

Roman Polanski Polanski fordert Fairness

Der Regisseur Roman Polanski hat in einem Brief den USA vorgeworfen, seine Auslieferung nur aus Sensationslust zu betreiben

Starregisseur Roman Polanski hat sich am Wochenende im Internet zu dem gegen ihn anhängigen Verfahren geäußert und eine faire Behandlung verlangt. Das Verfahren gegen ihn sei ungerecht und voller Widersprüche, erklärte Polanski im Online-Magazin "La Règle du Jeu" des französischen Philosophen Bernard-Henri Lévy - seine erste Stellungnahme. Die von den USA angestrengte Auslieferung des Regisseurs, der für einen 33 Jahre alten Missbrauchsfall vor Gericht stehen soll, diene der Sensationsbefriedigung der Medien, schreibt Polanski: Grund der Auslieferung sei "mehr, um mich den Medien der ganzen Welt zum Fraß vorzuwerfen, als um ein Urteil zu fällen, über das schon vor dreiunddreißig Jahren eine Übereinkunft erzielt worden ist".

Der 76-Jährige steht derzeit in der Schweiz unter Hausarrest. Er wurde am 26. September 2009 in Zürich verhaftet, als er zum Filmfestival anreiste. Vorgeworfen wird ihm, 1977 eine 13-Jährige mit Drogen gefügig gemacht und dann mit ihr Sex gehabt zu haben. Er schreibt dazu: "Es stimmt, vor dreiunddreißig Jahren habe ich mich schuldig bekannt und im Staatsgefängnis von Chino, das kein VIP-Gefängnis ist, eine Strafe verbüßt, die eigentlich die Gesamtstrafe darstellen sollte". 42 Tage hat der Regisseur damals in Haft verbracht. Ob dieser Zeitraum nur seiner psychischen Beurteilung dienen oder eine Strafe darstellen sollte, darüber herrscht Uneinigkeit. Der Richter habe erst später einen Rückzieher gemacht und die absolvierte Haft nicht als Gesamtstrafe akzeptieren wollen, schildert Polanski. Er flüchtete damals am Tag vor der Urteilsverkündung und betrat seitdem nie mehr amerikanischen Boden.

Im Fall Polanski haben sich berühmte Kollegen auf eine Seite geschlagen. Stars wie Woody Allen und Pedro Almodovar unterzeichneten eine Petition für die Freilassung von Polanski. Der Franzose Luc Besson hingegen sprach sich gegen diese Einflussnahme und für eine unabhängige Justiz aus. Roman Polanski schließt seinen Brief mit einem Wunsch: "Ich hoffe, die Schweiz wird einsehen, dass es keinen Grund für eine Auslieferung gibt."

cfu

>> Der ganze Brief Polanskis bei "La Regle du Jeu"