Robert Enke - Trauerfeier Trauer um Robert Enke

In Hannover versammelten sich gestern Abend Freunde und Kollegen von Nationaltorwart Robert Enke, um ihrem toten Freund zu gedenken

Es war eine bewegende Andacht, zu der sich gestern Abend (11. November) viele Freunde, Fans und natürlich auch die Familie von Robert Enke versammelten. Der Nationaltorwart hatte sich am Tag zuvor das Leben genommen, nachdem er jahrelang unter immer wiederkehrenden depressiven Phasen litt.

Neben Roberts Witwe Teresa Enke waren Sportskameraden des 32-Jährigen anwesend, Michael Ballack umarmte Teresa fest, DFB-Manager Oliver Bierhoff entzündete eine Kerze ebenso wie Nationalmannschaftstrainer Joachim Löw. Auch Comedian Oliver Pocher war samt Freundin Sandy Meyer-Wölden erschienen - der bekennende Hannover-96-Fan kämpfte während der Andacht immer wieder mit den Tränen. Auf seiner Homepage gibt er seiner Trauer Ausdruck: "Mit Roberts Tod verliert nicht nur Hannover 96 und der Fußball einen außergewöhnlichen Sportsmann, sondern die Welt einen großartigen Menschen, Ehemann und Vater. Er war einer der wenigen Personen, den ich in meinem Beruf als WIRKLICH besonderen Menschen kennenlernen durfte."

Die Mannschaft von Hannover 96 fuhr mit dem Mannschaftsbus zur Marktkirche in Hannover. Bischöfin Margot Käßmann, neue Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland, hielt die Predigt: "Hinter Beliebtheit und Erfolg kann es auch abgrundtiefe Einsamkeit und Verzweiflung geben. Leid, Schwäche und Krankheit sind Teil unseres Lebens. Dafür darf es keine Pfiffe geben, sondern Empathie und Mitleid. Wie traurig ist es, nicht über Depressionen sprechen zu können, weil das unserer Gesellschaft als Schwäche angesehen wird."

Oliver Bierhoff weinte zuvor in der Pressekonferenz um seinen Freund und bat die Journalisten um Verständnis: "So wie ich fühle, fühlen sich derzeit auch die Spieler. Sie waren nicht dabei, als ich ihnen die Nachricht überbringen musste." Der DFB-Manager sagte während der Versammlung das Länderspiel Deutschlands ab - die Spieler würden zu ihren Familien bleiben, die Mannschaft erst Montag wieder zusammenfinden.

Nach dem Gedenkgottesdienst für Robert Enke schlossen sich rund 35.000 Fans zu einem Trauermarsch zur AWD-Arena zusammen.

cqu