Robert Enke
© Picture Alliance Robert Enke

Robert Enke Stille Trauer um Robert Enke

Vor einem Jahr starb Robert Enke. Das Gedenken an den "Hannover 96"-Torwart fällt heute ganz absichtlich stiller und dezenter aus als noch im vergangenen Jahr

Ein Jahr ist es her, dass Robert Enke seinem Leben ein Ende setzte. Heute, am ersten Todestag des ehemaligen "Hannover 96"-Torwarts, nehmen Familie, Fans und Kollegen noch einmal Abschied von dem Sportler, allerdings sehr viel stiller als noch im letzten Jahr. Im November 2009 hatten rund 40.000 Menschen an einer bewegenden Trauerfeier teilgenommen. Für den heutigen Tag wählte der Verein ganz bewusst nur eine kleine Geste, um Robert Enkes zu gedenken: Ein 35 Quadratmeter großes, geschmücktes Gedenkzelt, in dem unter anderem ein "Buch der Gedanken" ausliegt. Hier können Fans seit 6 Uhr morgens ihre Erinnerungen an den Torwart, der an starken Depressionen litt, aufschreiben.

In einem "Buch der Gedanken" können Fans ihre Erinnerungen an Robert Enke niederschreiben.
© Picture AllianceIn einem "Buch der Gedanken" können Fans ihre Erinnerungen an Robert Enke niederschreiben.

"Robert Enke, wir vermissen dich sehr. Dominik und Adrian", steht auf einer mit Kinderzeichnungen verzierten Seite. "Es kommen keine Unmengen von Menschen. Schüler auf dem Weg zur Schule und Menschen auf dem Weg zur Arbeit schauen vorbei und halten für kurze Zeit inne. So hatten wir das erwartet und gewünscht", so der "Hannover 96"-Pressechef Andreas Kuhnt. Der Clubchef Martin Kind hatte erst kürzlich erklärt, dass die enorme Anteilnahme und Trauer im vergangenen Jahr eine zu große Last für die Profis gewesen sei. Heute trainierte die Mannschaft unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Auch am Grab von Robert Enke ging es heute ruhig zu. Nur wenige Trauernde, darunter die Witwe Teresa Enke, nahmen an einer privaten Gedenkfeier teil. Die Spitze des Deutschen Fußball-Bundes um Joachim Löw, Oliver Bierhoff, DFB-Präsident Theo Zwanziger und seinen Vertreter Karl Rothmund legten einen Kranz mit der Aufschrift "Wir vergessen Dich nicht" an der Grabstätte in Empede nieder.

Die Polizei hatte zuvor die Zufahrt zu der kleinen Zeremonie in der Friedhofskapelle abgesperrt, denn insbesondere Teresa Enke hatte in einem handschriftlich verfassten Brief darum gebeten, die Gedenkfeier "so klein wie möglich" zu halten und keine Blumen oder Gestecke auf dem Grab abzulegen. Erst nach der kleinen Zeremonie durften die wenigen Angereisten einen Blick auf das Grab werfen und sich noch einmal von Robert Enke verabschieden.

rbr

Karl Rothmund, Oliver Bierhoff, Joachim Löw und Theo Zwanziger am Grab von Robert Enke.
© Picture AllianceKarl Rothmund, Oliver Bierhoff, Joachim Löw und Theo Zwanziger am Grab von Robert Enke.