Robert Enke Nationaltorwart nimmt sich das Leben

Die Fußballwelt steht unter Schock: Torhüter Robert Enke hat sich im Alter von 32 Jahren das Leben genommen

Das erschüttert nicht nur die Fußballwelt hierzulande: Robert Enke, der deutsche Nationaltorwart, ist tot. Wie nun auch offiziell durch seine Berater bestätigt wurde, hat sich der 32-Jährige das Leben genommen. Dienstagabend (10. November) zwischen 18 und 18.30 Uhr wurde Enke an einem Bahnübergang in Neustadt am Rübenberge, ganz in der Nähe seines Wohnortes, von einem Zug erfasst und getötet.

Was die Polizei am Unglücksort sofort vermutete, wurde kurz darauf bestätigt: "Es war Selbstmord. Über weitere Hintergründe möchte ich heute nicht sprechen, ich bitte um Verständnis", so Robert Enkes Berater Jörg Neblung.

Herbe Rückschläge in den vergangenen Jahren


Doch was bewegt einen erfolgreichen, beliebten Fußballer dazu, freiwillig aus dem Leben zu scheiden? Was genau der ausschlaggebende Grund für die Tat war, ist noch nicht klar. Sicher ist nur, dass Enke in den letzten Jahren herbe Rückschläge verbuchen musste. So hatten der Fußballprofi und seine Frau 2006 ihre Tochter Lara im Alter von zwei Jahren verloren. Sie litt an einem angeborenen Herzfehler.

Zwar hatte das Paar im Mai dieses Jahres ein kleines Mädchen namens Leila adoptiert, das mittlerweile acht Monate alt ist, doch über den Tod von Lara schien Robert Enke nie hinweg gekommen zu sein. Der Torhüter soll seit langem in psychologischer Betreuung gewesen sein.

Kürzlich musste der Fußballspieler aufgrund einer schweren Bakterieninfektion des Darms einige Zeit aussetzen und verpasste daher einige wichtige Qualifikationsspiele für die Weltmeisterschaft. Zudem wurde er nicht für die beiden Länderspiele gegen Chile und die Elfenbeinküste am 14. und 18. November nominiert - eine große Enttäuschung für Robert Enke.

Tiefe Betroffenheit


Fans und Fußballkollegen zeigen sich derweil geschockt und in tiefer Trauer. "Wir sind alle geschockt, uns fehlen die Worte", äußerte sich Oliver Bierhoff. Und auch DFB-Präsident Theo Zwanziger trauert: "Wir sind fassungslos und voller Trauer. Unser ganzes Mitgefühl gilt der Frau von Robert Enke und seiner Familie." Vor dem Stadion von Hannover 96, wo Robert Enke seit 2004 spielte, stellten Fans Kerzen auf.

Auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff zeigte sich tief betroffen:"Deutschland verliert einen Ausnahmesportler und einen sensiblen Menschen, der für viele ein Vorbild war. Wir trauern um ihn und unser Mitgefühl ist bei seiner Frau, seiner Familie, seinen Angehörigen und vielen Freunden", sagte der CDU-Politiker am Dienstagabend nach einer Mitteilung der Staatskanzlei.

Ein für Mittwoch geplantes Testspiel von Hannover 96 wurde aufgrund des Todes von Robert Enke bereits abgesagt.

rbr