Robbie Williams
© Getty Robbie Williams

Robbie Williams Zuhause ist's am schönsten

In Los Angeles war Robbie Williams nie richtig glücklich. Jetzt zieht er zurück nach England - und besinnt sich auf alte Freunde

Eigentlich war Los Angeles immer sein großer Traum.

Doch nach und nach entpuppte sich die Stadt der Engel als Robbie Williams' persönliche Hölle. Drogenabsturz, Karriereknick - der britische Superstar hatte viel auszustehen in den fünf Jahren, seit er seine Heimat England verließ. Und es trat das ein, womit Robbie niemals gerechnet hätte, als er auszog, die USA zu erobern: Er fühlte sich in seiner riesigen Villa in Tinseltown schrecklich alleine. Außerdem plagte ihn das Heimweh. Daraus hat der 33-Jährige nun Konsequenzen gezogen. Demnächst, so vermeldet die britische Zeitung "News Of The World", kehre Robbie Williams wieder in seine Lieblingsstadt London zurück. Damit ihn dort keinesfalls das bedrückende L.A-Feeling einholen kann, will er nicht in sein altes Single-Apartment nach Chelsea ziehen, sondern mit seinem besten Freund Jonathan Wilkes, dessen Ehefrau Nikki und Sohn Mickey eine coole Wohngemeinschaft gründen. "Robbie möchte allen, die ihn lieben, ganz nahe sein", heißt es dazu aus dem Umfeld des Superstars. Und der Mensch, der ihm neben seinen Eltern am nächsten steht, ist nun mal Sandkastenkumpel Jonathan.

"Rob ist wie ein Bruder für mich. Ich liebe und respektiere ihn sehr", bestätigt der 28-Jährige, der in Großbritannien als TV-Entertainer und Sänger erfolgreich ist. Klar, dass er auf Robbies Wunsch sofort loszog und eifrig nach geeigneten Häusern fahndete: Fünf Schlafzimmer soll das gemeinsame Heim haben und möglichst im Stadtteil Chiswick liegen. Auch Jonathans Gattin Nikki sei von der Idee, mit Robbie unter einem Dach zu wohnen, äußerst angetan, heißt es. Auch sie ist inzwischen mit dem Frauenschwarm eng befreundet, er fungierte 2004 sogar als ihr Trauzeuge und wurde später Pate des heute einjährigen Mickey.

Die WG mit vertrauten Menschen sei momentan genau das Richtige für den labilen Rockstar, erklärt der renommierte Hamburger Psychologe Michael Thiel im Gespräch mit GALA. "So kann ihn immer jemand auffangen. Vorher hat er bestimmt oft zu Drogen und Alkohol gegriffen, wenn er sich alleine fühlte - jetzt sucht er nach anderen Wegen." Seinen Aha-Moment habe Robbie, so Thiel, wohl durch den jüngst absolvierten Drogenentzug erlebt: "Viele Menschen merken erst nach einer Depression oder Krankheit, dass das Leben, das sie führen, nicht gut für sie ist." Und wer könnte Robbie beim Neustart wohl besser helfen als Jonathan Wilkes? Seit den ersten Spielplatz-Schlachten gehen die beiden Boys aus Stoke-on-Trent gemeinsam durch dick und dünn. Ihre Mütter sind beste Freundinnen, schleppten ihre Jungs schon früh zu Talentwettbewerben. Eigentlich logisch, dass Rob und Jon später den Sprung aus der ländlichen Idylle in die Hauptstadt gemeinsam machten. Sie teilten in ihren Anfangsjahren ein Apartment in Notting Hill. "Wir haben einen guten Einfluss aufeinander und geben uns Halt, wenn wir mal unten sind", erklärte Jonathan Wilkes damals.

Halt und Sicherheit - zumindest in beruflicher Hinsicht - gab Robbie lange Zeit auch der legendäre Komponist und Songwriter Guy Chambers, dem er unter anderem seine Hits "Angels" und "Rock DJ" verdankt. Vor zwei Jahren kam es dann zum heftigen Streit zwischen dem Popstar und seinem besten Hitlieferanten. Diesen Zwist legte er nun bei, er telefonierte erstmals wieder mit dem einstigen Vertrauten, vermeldet die britische Zeitung "The Sun". Bei dem Gespräch habe das frühere Erfolgsduo beschlossen, es noch einmal miteinander zu probieren. 2008 soll ihr nächstes Album erscheinen. Für Robbie Williams kommt die künstlerische Unterstützung genau zum richtigen Zeitpunkt: Seine jüngste CD "Rudebox" wurde von der Kritik verrissen. Angesichts seiner vor sich hindümpelnden Karriere besinnt sich der findige Sänger offenbar auch auf noch ältere Erfolgsgaranten: Er soll sich nun sogar bereit erklärt haben, wieder mit seiner Ex-Boygroup Take That aufzutreten. Ein kluger Schachzug, findet Psychologe Michael Thiel: "In diesem Fall läge die Verantwortung für einen gelungenen Auftritt nicht mehr nur bei ihm. Ich denke, Robbie sehnt sich danach, Druck abzugeben." Durch die Hilfe seiner Freunde, die ihn in England mit offenen Armen empfangen, wird ihm das hoffentlich gelingen.