Robbie Williams
© Wireimage.com Robbie Williams

Robbie Williams Er greift nach den Sternen

So leicht gibt Robbie Williams sich nicht geschlagen. Wenn gar nichts läuft, überrascht er alle - und holt bewährte Helfer ins Boot

Nur die Crème de la Crème

kommt in Frage. Mit etwas anderem lässt sich Robbie Williams nicht abspeisen, wenn es um sein neues Album geht. Kein Geringerer als Justin Timberlake soll daran mitarbeiten, außerdem Smiths-Bassist Andy Rourke, Peter Hook von New Order und Stone-Roses-Star Gary Mounfield. "Er will sich mit den Besten aus verschiede­nen Genres zusammentun, um ein großartiges Werk zu schaffen", verriet ein Insider jetzt der britischen Tageszeitung "Sun". Das muss er auch. Schließlich machte der Popstar in letzter Zeit nicht mit musikalischen Erfolgen Schlagzeilen.

Im Gegenteil: Robbies jüngste CD "Rudebox", die im Ok­tober 2006 erschien, war im Vergleich zu früheren Werken ein Flop und erfüllte die Erwartun­gen seiner Plattenfirma EMI nicht. Seine ehemaligen Band-Kollegen von Take That dagegen stürmten zur gleichen Zeit mit ihrem Comeback-Album "Beau­tiful World" die Charts. Auch der heiß ersehnte Durchbruch in den USA blieb aus. Parallel kämpfte der Sänger verbittert gegen seine "Dämonen" in Gestalt von Tablettensucht, ließ sich gar in eine Entzugs­klinik einweisen. Das alles soll jetzt der Vergangenheit angehören. Die Zukunft kann eigentlich nur besser werden. Vielleicht ja mit Hilfe von Guy Chambers? Seinen alten Songschreiber, dem er Hits wie "Angels" oder "Let Me Enter­tain You" zu verdanken hat, will der 33-Jährige nämlich für sein neues Album wieder anheuern. Immerhin sorgte Chambers frü­her dafür, dass jede von Robbie Williams' Platten ein Riesen­er­folg wurde - bis das geniale Dreamteam im Streit auseinanderging. Doch nun, nach der Versöhnung, stehen die Chancen gut, dass Robbie mit neuen Chambers-Kompositionen an alte Zeiten anknüpfen kann. Immerhin steht nicht nur seine eigene Zukunft auf dem Spiel, sondern auch die von EMI.

Nach dem spektakulären Deal über sagenhafte 127 Millionen Euro, die der Musikkonzern Robbie 2002 für vier neue Alben unterbreitete, sind die Erwartun­gen an den teuren Star extrem hoch. Sogar von "Panik" im Konzern ist laut dem Magazin "Star" die Rede: Williams müsse die desaströsen Verkäufe von "Rudebox" schnellstmöglich wettmachen. Hintergrund mag auch sein, dass dem Unternehmen bereits Paul McCartney weglief, der dem Traditionslabel über 45 Jahre die Treue gehalten hatte. Die Musik des Ex-Beatle kann man neuerdings neben einem Becher Latte macchiato bei "Starbucks" erwerben. Zudem fiel EMI-Zugpferd Kylie Minogue längere Zeit schwer erkrankt aus. Robbie Williams bleibt so der letzte große Hoffnungsträger für den gebeutelten Musikkonzern.

Ein enormer Druck lastet also auf dem Sänger. Ausgerechnet auf ihm, der ohnehin von psychischen Problemen geplagt ist. Denn auch wenn Williams sich selbst gern als "bes­ten Entertainer der Welt" preist, so dauert sein Größenwahn doch selten lange, und wenig später fühlt er sich wieder wie ein Nichts auf der Suche nach Anerkennung. Nur zu verständlich, dass Robbie bei solchen Selbstzweifeln jetzt auf die Verstärkung durch seinen derzeit schwer angesag­ten Kollegen Justin Timberlake und Guy Chambers' Unterstützung setzt. Für den Fall, dass sich dennoch keine neuen Hits einstellen, hat Robbie allerdings schon Plan B für eine Zweitkarriere in petto: Der Frauenschwarm will angeblich im neuen "Star Trek"-Film mitspielen - und zwar in der Rolle des jungen James T. Kirk. Mit dem verantwortlichen Regisseur J. J. Abrams hat Robbie bereits telefoniert. "Ich glaube, er wäre ein guter Captain", so Abrams' Stellungnahme zu den Gerüchten, "aber ich kann zum bisherigen Verlauf des Castings keinen Kommentar abgeben. Erst mal abwarten und Tee trinken."

Derweil spielt Robbie lieber Fußball. Seinen Kumpels beim Training in Los Angeles verriet er dabei jüngst, wie sehr er davon träume, in England endlich wieder "der Nummer-eins-Mann" zu sein. Ob er das noch mal schafft?