Prinz William, Kate Middleton
© WireImage.com Prinz William, Kate Middleton

Prinz William + Kate Middleton Schöne heile Welt?

Die offiziellen Fotos zur Verlobung von Prinz William und Kate Middleton strahlen Harmonie aus. Doch hinter den Kulissen herrscht Aufregung

Stylisten rennen aufgeregt

zwischen Council Chamber und Cornwall Room hin und her, Kleider türmen sich auf den antiken Möbeln, Assistenten testen die Lichtverhältnisse. Für zwei Stunden verwandelt sich der St.-James-Palast in ein Fotostudio. Im Mittelpunkt: Prinz William und Kate Middleton, beide 28, das derzeit wohl bekannteste Paar der Welt. Seit sie vor einem Monat ihre Verlobung bekannt gaben, ist ein sagenhafter Hype losgebrochen. Das Volk giert nach ständig frischen Bildern und Schlagzeilen.

Erst heiß erwartet, dann kontrovers diskutiert: die offiziellen Verlobungsbilder, geschossen von Star-Fotograf Mario Testino. Seit Jahrzehnten genießt der Peruaner, der schon von Prinz Charles und den Söhnen für Weihnachtsmotive gebucht wurde, das besondere Vertrauen der Windsors. Seine berühmten Aufnahmen von Prinzessin Diana, die er einen Monat vor ihrem Tod für die amerikanische Zeitschrift "Vanity Fair" inszenierte, zeigen eine sinnliche Frau, lebenslustig und unbeschwert. Keine anderen Bilder würden seine Mutter - zu jener Zeit die meist fotografierte Frau der Welt - so gut treffen, urteilte William damals. "Er ähnelt seiner Mutter so sehr", schwärmt Testino jetzt nach dem Shooting in London. "Ihn zusammen mit Kate zu sehen erfüllt mich mit größter Freude."

Ein echter Testino: Prinz William und Kate zeigen auf dem weich gezeichneten Verlobungsfoto viel Gefühl.
© WireImage.comEin echter Testino: Prinz William und Kate zeigen auf dem weich gezeichneten Verlobungsfoto viel Gefühl.

Ein echter Testino ist vor allem das romantische, weich gezeichnete Verlobungsfoto, auf dem sich Kate und William eng umschlungen halten (siehe Cover der aktuellen Gala). So viel Gefühl war noch nie bei den Royals, die sich in der Öffentlichkeit nie bei einem Kuss erwischen lassen würden. Um möglichen Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, veröffentlichte das Paar noch ein zweites, formelleres Foto. Tatsächlich werden beide Aufnahmen von den Briten peinlichst unter die Lupe genommen, alle Details analysiert: Hält Kate den Verlobungsring - den Saphir, den schon Diana trug - nicht ein wenig zu demonstrativ in die Kamera? Tut William ihr wirklich einen Gefallen damit, sie vom gleichen Fotografen ablichten zu lassen wie einst seine Mutter? Und wieso hat William plötzlich wieder so dichtes Haar? Die britische Souvenir-Industrie stürzt sich derweil auf die Fotos, um sie auf Tassen, Teller und Kissen zu drucken - stets in Einklang mit den Richtlinien des "guten Geschmacks", die der britische Hof eiligst verhängte. Ausverkauft sind mittlerweile das weiße Reiss-Kleid und die bestickte Bluse von Whistles, die Kate auf den neuen Fotos trägt. Keine Frage, die Briten sind bereits vier Monate vor dem Gang zum Traualtar voll im royalen Hochzeitsfieber. Da schlagen die Wellen auch schon mal hoch. Genüsslich spießt die Presse jeden noch so kleinen Fauxpas aus dem Dunstkreis des Brautpaars auf. Alle Zeitungen nehmen Kates Familie noch mal unter die Lupe: ihre Eltern Michael und Carole, ihren Bruder James, ihre Schwester Pippa.

Skandal oder Provokation? Der "Mirror" beklagt, dass am 29. April, dem Tag der Royal Wedding, auch Adolf Hitler und Eva Braun geheiratet hätten. Und dann noch die Bunny-Fotos. Nach dem Motto "So wild feiert Kate" druckten die UK-Blätter Bilder von ihr mit Häschenohren im "Playboy"-Stil. Natürlich hat Kate wie die meisten Menschen auf irgendwelchen Festen mal feuchtfröhlich gefeiert, doch ein Luderleben führte sie nie. Die Bunny-Abschüsse entstanden Anfang 2007 bei einer DVD-Release-Party in einem Londoner Club. "Rabbit Fever" hieß das Werk, eine Comedy-Dokumentation im "Borat"-Stil, die sich mit dem Erfolg des Vibrator-Modells "The Rabbit" (deutsch: das Kaninchen) beschäftigt. Zugegeben, ein etwas schlüpfriges Thema - aber Kate war damals getrennt von William, und ihre Freundin Holly Branson, deren Vater Sir Richard Branson in dem Film zu sehen ist, hatte sie eingeladen. Heute eine prekäre Situation für Kate, trotz ihrer jahrelangen Erfahrung als Prinzen-Freundin. Und der Druck wächst. Die Öffentlichkeit verfolgt jeden ihrer Schritte, vergleicht sie mit Diana und prüft bei jeder Gelegenheit ihre Royal-Tauglichkeit.

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