Prinz Harry
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Prinz Harry von England Diskussion um TV-Entführung

In einem Film, der dokumentarisch wirken soll, zeigt ein britischer TV-Sender im Oktober ein Szenario, in dem Prinz Harry während eines Einsatzes in Afghanistan entführt wird. Und löst Diskussionen aus. Die königliche Familie hatte gerade die Sicherheitsvorkehrungen für den Prinzen erhöht

Am 21. Oktober will der britische Sender "Channel 4" eine "dramatisierte Dokumentation" mit dem Titel "Die Entführung von Prinz Harry" zeigen. Der 90-Minüter soll sich mit einem Szenario beschäftigen, in dem der Kriegseinsatz des Prinzen in der Region Helmand in eine schwierige Situation umgeschlagen ist. Prinz Harrys Einsatz in Afghanistan ist fast drei Jahre her und war unter größter Geheimhaltung durchgeführt worden. Als Anfang 2008 Medienberichte laut wurden, der Prinz, der Dritter in den Thronfolge ist, könne sich bei den Truppen im Krisengebiet aufhalten, wurde er sofort nach England zurückbeordert. Aus Angst vor Terroranschlägen, aber auch, um seine Truppenkameraden nicht noch stärker zu gefährden.

In "Channel 4s" Pseudodoku sollen Verteidigungs- und Sicherheitsexperten sowie ehemalige Geiseln zu Wort kommen. Dazwischen zeigen Spielszenen den entführten Prinzen Harry, der vom Schauspieler Sebastian Reid dargestellt wird. An einer Stelle soll eine Pistole auf den Kopf des angeblichen Prinzen gerichtet sein. Das berichten die Nachrichtenkanäle der britischen Yahoo-News und des britischen MSN-Netzes unter Berufung auf Material der Nachrichtenagentur "Press Association".

Aus dem Verteidungsministerium wird eine Quelle mit den Worten zitiert: "Die Darstellung, sei sie fiktional oder anders, von einem Mitglied der Armee, das entführt und misshandelt wird, ist äußerst geschmacklos."

Hamish Mykura von "Channel 4" soll gesagt haben, man habe den Buckingham-Palast über den Film informiert, habe von dort aber keine Reaktion erhalten. Er denke nicht, dass man Sicherheitsrisiken für Prinz Harry erhöht habe. Aus Clarence House, der Residenz von Prinz Charles' Familie, wollte man Harrys private Reaktion auf den Film nicht kommentieren. Deutlich wurde aber, dass man dem Projekt nicht positiv gegenübersteht - solche "Spekulationen seien nicht hilfreich".

Am Wochenende hatte die britische Zeitung "The Mirror" berichtet, die Sicherheitsvorkehrungen für Prinz Harry seien gerade verdoppelt worden, er habe nun sechs statt drei Leibwächter, die ihn ständig begleiten. Außerdem soll der Prinz gebeten worden sein, seine Lieblings-Ausgehorte vorläufig nicht aufzusuchen. Eine neue Sicherheitseinstufung habe die prominentesten Mitglieder der königlichen Familie, die Queen, Charles und Camilla sowie Prinz William und Prinz Harry auf Gefährdungslevel 2 eingeordnet. Harry verdiene wegen seines Afghanistan-Einsatzes besonderes Augenmerk.

cfu