Prinz Frederik von Dänemark
© Getty Prinz Frederik von Dänemark

Prinz Frederik Auf den Mund gefallen

Schluss mit dem Kauderwelsch! Prinz Frederik von Dänemark soll "richtig reden" lernen. Dabei sind die sympathischen "Sprachschwierigkeiten" im Königshaus fast schon Tradition

Als Prinz hat man es nicht immer leicht. Da paukt man schon fleißig fremde Sprachen und fremde Sitten, beherrscht neben der Muttersprache Dänisch, auch noch Englisch, Französisch und Deutsch und trotzdem gibt es Nörgler, die sich damit nicht zufrieden geben wollen. Was deren Problem ist? "Dass er meist Kauderwelsch von sich gibt", so die dänische Zeitung "Ekstra Bladet".

Laut den Spitzen der heimischen Sportverbände ist es höchste Zeit, Prinz Frederik von Dänemark mit seinen 39 Jahren, das richtige Reden beizubringen - zumindest, wenn der Thronfolger wie geplant als Stellvertreter für sein Land einen Platz im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) besetzen soll: "Kein Zweifel, dass wir Frederik jetzt optimal auf seine Aufgabe vorbereiten müssen. Das umfasst Form und Inhalt", so Niels Nygaard, Chef des Sportdachverbandes DIF noch ganz freundlich. Ein Vorstandsmitglied brachte dem Kopenhagener Hof da schon weniger Achtung entgegen: "Wenn beim Prinzen nicht schleunigst Veränderungen sichtbar werden, geht es einfach nicht."

Harte Worte - zumindest in der Theorie. "Ekstra Bladet" lieferte das praktische Beispiel für die eher ungewöhnliche Sprachwahl: "Wir haben auf jeden Fall, kann man sagen, physisch Einblick in die Dinge bekommen. Besonders die Treffen mit den, wie heißt das noch, Kommissaren, waren auch sehr spannend, weil die uns bei einem Happen Brot alles mal erklärt haben, wie man so sagt", soll Prinz Frederik von Dänemark bei einem Besuch der Brüsseler EU-Kommission 2006 von sich gegeben haben. Klingt doch eigentlich ganz sympathisch?

Neu ist das "Sprachproblem" im Königshaus nicht: Im vergangenen Jahr musste sich Ehefrau Prinzessin Mary den Vorwürfen stellen, sie sei von ihren Zuhörern nur schwer zu verstehen - unter anderem, da sie den dänischen Laut "Ü" wie ein "U" aussprechen würde. Dabei beherzigte eigentlich nur eine alte "Familientradition": Prinz Henrik, der Ehemann von Königin Margrethe II, kann auch nach 40 Jahren in Dänemark die Landessprache nur mit einem stark französischen Akzent sprechen. Er war 1967 aus Frankreich zugewandert.