Prinz Christian
© Getty Prinz Christian

Prinz Christian Der König vom Kindergarten

Prinz Christian von Dänemark geht als erster künftiger Monarch seines Landes in einen bürgerlichen Hort. Mary und Frederik wollen, dass ihr Sohn so normal wie möglich aufwächst

Skeptisch schaut Prinz Christian in die Runde.

Noch thront er auf dem Arm seines Vaters, während die Mama ihm aufmunternde Worte zuflüstert. "Er ist ein bisschen überwältigt", erklärt Kronprinz Frederik, 38, den Journalisten, die Christian an seinem ersten Tag im Königin-Louise-Kindergarten in Fredensborg begleiten. Ein historisches Ereignis für alle -­ der 18 Monate alte Prinz ist der erste künftige König Dänemarks, der einen normalen Kindergarten besucht.

"Es wird ihm gut tun, mit Gleichaltrigen zusammen zu sein", sagt Kronprinzessin Mary, 35. Als Kindergärtnerin Britta Just Petersen ihm seine neuen Spielkameraden vorstellt, reagiert Christian zunächst noch etwas scheu. Die rund 45 Kinder, in Dänemark "Spiren", also Sprösslinge genannt, stammen aus allen sozialen und kulturellen Schichten. Christian zählt zu den Kleinsten.

Für Mary dürfte es eine Erleichterung sein, ihren Sohn für ein paar Stunden am Tag in guten Händen zu wissen. In einem Monat erwartet sie ihr zweites Kind. Während der Schwangerschaft hat sich die Prinzessin kaum geschont, nahm weiterhin Termine für die Krone und ihre vielen Schirmherrschaften wahr. Oft blieb sie mit Christian allein zu Hause, weil Frederik im Ausland unterwegs war. Dass der Kronprinz im Januar sogar an einer Segelregatta in Florida teilnahm, sorgte in Dänemark für einigen Aufruhr. Es hieß, er würde sich zu wenig um seine Pflichten kümmern.

Am Kindergarten angekommen sieht der kleine Prinz etwas skeptisch aus - trotz all der netten Beschützer
© GettyAm Kindergarten angekommen sieht der kleine Prinz etwas skeptisch aus - trotz all der netten Beschützer

Den großen Tag seines Sohns hätte Frederik sich aber nie entgehen lassen. Den Königin-Louise-Kindergarten haben er und Mary ausgewählt, weil er nur wenige hundert Meter von ihrem Zuhause entfernt ist. Extrawürste werde die kleine Hoheit nicht bekommen, teilte der dänische Hof mit. Das Kronprinzenpaar möchte, dass Christian eine möglichst normale Kindheit verlebt. Diese Entscheidung wird laut einer Umfrage des Internetportals "Urban.dk" von 62 Prozent der Dänen begrüßt.

Nur beim Thema Sicherheit gibt es eine Sonderbehandlung für den Prinzen. Ihm steht stets ein Bodyguard zur Seite. Neben dem Kindergarten wurde eigens ein Häuschen für die Leibwächter errichtet. "Ansonsten ist Christian aber genau wie die anderen Kinder", beteuert Helle Zacho, Leiterin der Einrichtung. Jetzt muss er nur noch seine Schüchternheit überwinden.