Prinz Charles Prinz auf der Erbse

Prinz Charles hat es nie leicht gehabt: Weder das Volk noch die Presse waren je Fans von Englands Thronfolger. Ein TV-Sender lieferte den Beweis für seine Untauglichkeit

Prinz Charles hat es nie leicht gehabt. In seiner Ehe mit Diana stand das Volk stets auf ihrer Seite - auch nach der Scheidung, erst recht nach ihrem Tod. Die publik gemachte Affäre mit Camilla Parker-Bowles machte die Sache für den offiziellen Thronfolger nicht leichter. Die Presse deklarierte ihn als steif und publikumsfremd. Erst in den letzten Jahren kam langsam der ersehnte Gewinn an Beliebheit und Ansehen - aber König von England? Das konnte man sich noch nie so richtig vorstellen.

Die Lösung scheint für manche nahezuliegen: Prinz Charles ist als König einfach ungeeignet - so zumindest sieht es der britische Privatsender "Channel 4". Eine Fernsehdokumentation mit dem bezeichnenden Titel "Charles - der naseweise Prinz" sollte gestern den Beweis für seine Untauglichkeit liefern: Der Thronfolger sei zu politisch, würde sich in alle Staatsangelegenheiten einmischen. "Der Prinz versucht unentwegt, die britische Politik zu beeinflussen, und beschwört damit eine Verfassungskrise herauf", so TV-Autor Simon Barnes. Die Vorwürfe waren hart, die Geschosse groß, aber Charles setzte sich zur Wehr. Er veröffentlichte bereits im Vorfeld ein 21-seitiges Verteidigungsdossier.

In England würden viele lieber Prinz William auf den Thron sehen als seinen Vater. Der Prinzensohn gilt wie seine Mutter Diana als Eroberer der Herzen, ist der Liebling der Medien. Aber dass Prinz Charles dem Druck der Medien nachgeben und auf den Thron verzichten wird, ist eher unwahrscheinlich - schließlich wartet er schon lange auf das Amt als König von England.