Prinz Charles

Lässig wie ein Rockstar

Prinz Charles hat schon am Eröffnungstag das legendär hippieske Glastonbury-Festival und ein nahegelegenes Bauprojekt besucht. Der britische Thronfolger wurde wie ein Rockkstar bejubelt und sprach sogar mit Wasserhähnen

Prinz Charles

Prinz Charles bahnt sich einen Weg durch die Menge - und kriegt Beifall wie ein Rockstar.

Prinz Charles bahnt sich einen Weg durch die Menge - und kriegt Beifall wie ein Rockstar.

40 Jahre Glastonbury-Festival - das sind auch 40 Jahre Schlamm, laute Musik, halbnackte Körper, Drogen und Hippie-Feeling. Und wer kommt zum Gratulieren auf dem runden Geburtstag des englischen Musikevents in Somerset vorbei? , in hellem Anzug und Regimentskrawatte.

Wer nun das Gefühl bekommt, dass beide Dinge nicht zusammenpassen, hat sich getäuscht. Denn der lässige, öko-begeisterte Thronfolger kam bei den Festivalbesuchern richtig gut an, berichtet die BBC. Er betrat noch vor den ersten Bands die Bühne und das aufmerksam gewordene Publikum klatschte, rief "Charlie" und forderte ihn auf, eine La-Ola-Welle zu initiieren.

Prinz Charles

Die skurrilen Abenteuer des Charles

Ein Besuch, zwei Kinder: Miles Johnsten ist zum Heulen, als Prinz Charles vorbeikommt. An seiner Ausstrahlung auf Kinder müsste der Prinz von Wales vielleicht noch arbeiten. Oder ob es an der Uniform liegt, die den Kleinen verschreckt hat?
"Huch, wer hält mich denn da fest?" - Die 18 Monate alte Imogen hat ein Stück von Prinz Charles' Uniform zu fassen.
Prinz Charles' Schlagtechnik beim Hurling sieht vielversprechend aus. Aber die irische Sportart keltischen Ursprungs gilt als extrem schnell. Ob das für einen 68-Jährigen im Anzug das Richtige wäre?
Der Traum vieler kleiner Jungen und vielleicht auch kleiner Prinzen: Englands Thronfolger wird zum Lokführer.

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Auch beim Weg über das Festivalgelände - wie "The Australian" berichtet knapp vorbei an einem Mann mit einem "Drugs for Sale"-Schild ("Drogen zu verkaufen") - blieben die Musikfreunde stehen und beklatschten Charles und riefen "We love you". Und der Prince of Wales winkte freundlich lächelnd zurück. Vorbei die Zeiten, in denen das hippieske Fest wie 1990 nur Hunderte von Verhaftung und hohe Schäden nach sich zog. Schon am Donnerstag waren rund 100.000 Besucher vor Ort, über das Wochenende werden auf dem Gelände knapp 180.000 Besucher erwartet.

Der Bauer Michael Eavis, der das Festival auf seiner Farm begründet hat, war vom Besuch des Prinzen ebenfalls begeistert. "Viele denken: Wer hätte gedacht, dass etwas, das in den Achtzigern so illegal war, jetzt einen royalen Segen bekommt." Er sieht in Prinz Charles mit seinem Interesse für Naturschutz, ökologischen Landbau und Buddhismus durchaus ein wenig Hippiepotential, verrät er "The Australian".

Hintergrund von Prinz Charles Besuch ist neben der Tourismus-Bedeutung des Festivals für die Region auch seine Funktion als Präsident von "Wateraid". Die Organsiation gehört zu den Hauptempfängern von Spenden aus den Festivalerlösen. Und so war Charles auch gänzlich ungehemmt, als ein übergroßer Wasserhahn ihn zum Händeschütteln aufforderte.

Ob der Prinz von Wales sich in einer etwas ruhigeren Ecke auch noch ein paar der ersten erwarteten Bands wie "My Luminaries" angehört hat, ist unbekannt. Die Musiker der Band hat er jedenfalls ebenso getroffen wie auch den Blur-Bassisten Alex James. Gefragt, ob er seinen Besuch genieße, sagte er laut BBC: "Wie könnte ich denn nicht?" Die Zeitschrift "The Guardian" zitierte einen Festivalgast mit den Worten: "Im Herzen ist er ein Hippie, aber seine Mama lässt ihn strammstehen."

cfu

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