Perez Hilton
© Wireimage.com Perez Hilton

Perez Hilton Lästert er jetzt weiter?

Der schrille Klatsch-Blogger Perez Hilton ist heute selbst ein Promi, bei jeder Party auf der Gästeliste. Und muss sich deshalb neu erfinden

Die Sprache verschlägt es

Perez Hilton äußerst selten. Doch als vor wenigen Tagen beim White House Correspondents' Dinner Schriftsteller Salman Rushdie an seinen Tisch kam und ihn freundlich begrüßte, war Hollywoods quirligstes Klatschmaul so überrascht, dass ihm zunächst die Worte fehlten. Auf seiner Homepage beschrieb der Blogger, der sonst kleinste Aussetzer von Stars mit gehässigen Bemerkungen kommentiert, die erst irritierende, dann begeisternde Begegnung später so: "WTF???? Ya!" (= What the fuck).

Klatschtante Perez Hilton noch im schrillen Schlabberlook
© Wireimage.comKlatschtante Perez Hilton noch im schrillen Schlabberlook

Die Einladung zum traditionellen Gala-Dinner, zu dem die US-Hauptstadtpresse jedes Jahr ins Washingtoner "Hilton Hotel" bittet, war der Ritterschlag für Perez. Schließlich war auch Präsident George W. Bush zugegen. Das beeindruckte selbst den sonst so respektlos-frechen 30-Jährigen. Aber am meisten erstaunte ihn wohl, dass alle Gäste ihn zu kennen schienen. Was zeigt: Perez, der eigentlich Mario Armando Lavandeira heißt, ist knapp vier Jahre nach dem Start seiner Internet-Gossip-Seite selbst zur Promi-Figur geworden.

Ein Aufstieg, mit dem Hilton scheinbar zufrieden ist. Den schillernden Paradiesvogel gibt er noch immer, doch einige Veränderungen sind nicht zu übersehen. Seine knallbunten Haare? Passé. Statt seines üblichen Schlabberlooks glänzte er in einem Diesel-Anzug. Der spannte zwar noch etwas um den Bauch, doch der eher dickliche Perez hat einige Kilo abgespeckt, wirkte fit und gesund. Den edlen Blackstone Merlot, der zum Essen ausgeschenkt wurde, ignorierte er und trank Wasser.

Paradiesvogel Perez Hilton, für seine Verhältnisse dezent gekleidet, beim Dinner in Washington
© Wireimage.comParadiesvogel Perez Hilton, für seine Verhältnisse dezent gekleidet, beim Dinner in Washington

Perez Hilton ist längst nicht mehr nur der freakige Blogger, der die Welt der Reichen und Schönen von außen beobachtet. Heute ist er auch selbst eine umschwärmte Ikone, plaudert mit Rushdie oder Donatella Versace, schreibt seine Texte im Pluralis Majestatis und feiert als selbst ernannte "Queen Of All Media" auf denselben Veranstaltungen wie der US-Präsident. Sein nächster Karriereschritt: eine eigene Radiosendung, die am 5. Mai in den USA startet.

Später am Abend gestand Meghan McCain, Tochter des Präsidentschaftskandidaten John McCain, Perez im Gespräch, dass sie seine Klatschseite jeden Tag lese. Was Hilton aber nicht davon abhielt, dort kurz drauf auf ein Foto ihres 71-jährigen Dads die Worte "I'm old" zu kritzeln. Ein bisschen Punk muss eben immer noch sein.