Perez Hilton
© Getty Perez Hilton

Perez Hilton Der Promi-Jäger

Er ist die meist gehasste, viel gefürchtete und doch hoch verehrte Klatschtante Hollywoods: Perez Hilton. Auf seiner Internetseite kommentiert der schrille Amerikaner respektlos die Verfehlungen der Stars. Und wurde so selbst zu einem

Die Stimme affektiert, das Styling schrill,

die Haare bunt, das Auftreten exaltiert und ein Grinsen, so breit wie frech. Sein Charakter: schamlos. Ohne Zweifel wurde Perez Hilton geboren, um etwas ­Besonderes zu werden. Aber berühmt - und berüchtigt - machte ihn nicht etwa sein Können als Schauspieler oder Sänger. Um selbst eine Art Star zu sein, musste der als Mario Lavandeira in Miami geborene Perez einen kleinen Umweg nehmen. Genauer: über seinen Internetblog perezhilton.com .

"Queen of all Media"

Die darauf abgegebenen bissigen, bösen und unverblümten Kommentare über Stars und Sternchen machten ihn zu dem, was er heute ist. Zum Betreiber von "Hollywoods meist gehasster Internetseite", wie die TV-Show "The Insider" ihn nannte. Oder der "Queen of all Media", wie er sich selbst gern bezeichnet. Aber was steckt hinter dem Phänomen Perez Hilton? Berühmt wurde der 29-Jährige durch seine mit Krakeleien beschrifteten Prominentenbilder, die er mit spitzer Zunge kommentiert. Da bekommt Britney Spears ein fieses "Loser" auf die Stirn gepinselt, ­andere müssen sich als "sexy", "not hot" oder "lost" bezeichnen lassen, gern kritzelt er Prominenten angedeutete Kokainspuren an die Nase und tituliert den einen oder ­anderen als schwul (Hilton ist selbst bekennender Schwuler). Kein Wunder, dass er da nicht nur Freunde im Showbiz hat.

Perez Hilton und Dita von Teese
© Wireimage.comPerez Hilton und Dita von Teese

Mittlerweile schlagen einige Stars sogar zurück: Joss Stone veralberte ihn mehrfach in Kurzfilmchen auf YouTube, Sängerin Fergie ­inspirierte er zu einem durchaus kritischen Song, andere beschimpfen ihn in ihren ­eigenen Blogs. Die meisten ertragen sein Verhalten aber schweigend wie *NSync-Sänger Lance Bass, dessen öffentliches ­Outing als Homosexueller auch durch die ständigen Sticheleien von Aufklärer Hilton vorangetrieben worden sein soll. Der gibt sich als Unschuldslamm: Was denn schlimm daran sei, schwul zu sein? Und wa­rum die Leute dann bitte schön nicht auch öffentlich dazu stehen könnten? Er glaubt eh, seine bitterbösen, durchaus beleidigenden Kommentare seien das, was alle dächten, nur sei er eben der Einzige, der es so drastisch ausspreche.

Er kennt anscheinend keine Freunde und Verwandten, fast jeder Tabubruch scheint sich zu lohnen. Für einen ­guten Spruch oder die heiße Neuigkeit des Tages muss im Ernstfall jeder mal dran ­glauben. Wegen hässlicher Kleider, falscher Freunde oder fehlender Unterhosen. "Ich bereue keinen einzigen meiner Einträge", gibt er sich selbstzufrieden. Trotzdem zeigt man sich gern mit der Klatschtante und lässt sich gemeinsam mit ihm fotografieren. Und er hat gute Quellen. Viele Neuigkeiten vermeldet er zuerst. Sein Einfluss wächst, nicht nur in Hollywood. Er stellt auf seiner Seite oft neue Songs und Musiker vor und hat dadurch schon einigen jungen Talenten einen Turbobooster verpasst. Sein Musikerkumpel Mika ist ihm jedenfalls dankbar für den Karrierekick.

Das Erfolgsrezept?

Was Perez Hilton cool findet, ist cool. Findet er und finden seine Bewunderer. Davon hat er inzwischen weltweit einen Haufen, und die Fangemeinde wächst. Die Rolle des gemeinen Teufelchens hat sich ohne Frage ausgezahlt. Das "Forbes"-Magazin wählte ihn jüngst auf Platz 2 der wichtigsten Internetpersönlichkeiten, seine ­Website hat jeden Monat rund 2,6 Millionen Besucher und wurde kürzlich sogar 7,1 Mil­lio­nen Mal in 24 Stunden angeklickt, ein neuer persönlicher Rekord. Mit Werbung auf der Seite soll er inzwischen 600.000 Euro im Jahr verdienen, ein Werbebanner kostet dort 22.000 Euro im Monat. Dazu ­vertreibt er Merchan­dising-Produkte wie T-Shirts und ­Taschen und ist ein vielgebuchter Talkshowgast. Doch sein wachsender auch kommerzieller Erfolg schmerzt eine Berufsgruppe ganz ­besonders: Foto­agenturen und Paparazzi. Denn ­Perez benutzt die Fotos meist, ohne zu bezahlen. "Diebstahl", sagen seine Gegner - "Kunst", kontert er. Schließlich verfremde er die Bilder durch die Kritzeleien. Im vergangenen Jahr reichte die Fotoagentur X17 eine Klage auf 5,6 Millionen Euro Schadenersatz ein. Das Urteil steht noch aus. Bis dahin kann er wie gewohnt weitermachen. Dabei startete er die Internetseite 2004 eher als eine Art Hobby, damals noch unter dem Namen pagesixsixsix.com. Aber nachdem ihm die "New York Post" wegen Namens­klau bei ihrer Klatschseite "Page Six" den Namen gerichtlich untersagte, ­startete er neu unter dem Pseudonym Perez Hilton, und der Erfolg begann.

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