Perez Hilton

Klatschmaul mit Bizz

Seine Läster-Webseite machte Perez Hilton weltberühmt. Doch der meistgehasste Mann Hollywoods will mehr: ein eigenes Imperium

Perez Hilton

Perez Hilton

Für den "New York Post"-Kolumnisten Richard Johnson ist er ein "Parasit"

, Nicole Richie wollte ihm im Coffeeshop ihren Latte über die Füße kippen, "Desperate Housewives"-Gärtner Jesse Metcalfe beschimpfte ihn im Nachtclub mit den Worten: "Weißt du, wie oft ich schon davon geträumt habe, dich umzubringen?"

Promiblogger Perez Hilton, selbst ernannte "Queen of all Media", lästert einfach zu gern – und lebt dadurch gefährlich. Aber das ist ihm egal. "Ihr müsst mich nicht mögen", sagt der Betreiber von "Hollywoods meistgehasster Webseite", "Hauptsache, ihr lest mein Blog!" Genau das tun 14 Millionen Menschen monatlich, insgesamt 300 Millionen Page-Impressions im Monat zählt "perezhilton.com. Für das "Time Magazine" gehört die Seite zu den besten Blogs des Jahres 2009. Umgerechnet 52.000 Euro kostet es, dort für 24 Stunden eine Anzeige zu schalten.

Doch das reicht Perez Hilton alias Mario Lavandeira, 31, nicht. Das bekannteste Klatschmaul der Bloggosphäre arbeitet hart daran, seinen Traum von "Perez Land" zu verwirklichen und ein Imperium aufzubauen. Erst erschien sein Buch "Red Carpet Suicide" mit gesammelten Tipps, wie man möglichst schnell berühmt wird ("Regel Nummer eins: Sei eine Skinny Bitch! Ich habe auch gerade 25 Kilo abgespeckt").

Bussi-Bussi: Perez brachte Sängerin Lady Gaga groß raus, indem er ihre Videos postete

Bussi-Bussi: Perez brachte Sängerin Lady Gaga groß raus, indem er ihre Videos postete

Außerdem führt der Sohn kubanischer Einwanderer durch die Gossip-Show "Radio Perez", seit Kurzem hat er das Musiklabel "Perezcious Music" in Zusammenarbeit mit Warner sowie den ersten Künstler unter Vertrag. Für den Herbst ist eine Nordamerika-Tour mit Newcomern geplant, die Perez groß herausbringen will.

Doch sein allerneuester Coup ist die Fashion-Webseite "cocoperez.com", auf der der Paradiesvogel sämtliche modischen Trends und natürlich Promi-Outfits kommentiert. "Anna Wintour sollte sich warm anziehen", tönt er. "Mit 'CocoPerez' werde ich mehr Menschen erreichen als sie mit der 'Vogue'!"

Der Hang zum Größenwahn gehört zu dem offen Schwulen wie das Gekritzel auf seinem Blog. Hier malt Perez Promis, die er besonders verehrt oder gern vernaschen würde, einen Penis oder Speicheltropfen ins Gesicht; diejenigen, die er verabscheut, werden einfach durchgestrichen, als "Bitch" bezeichnet – oder gegen ihren Willen als schwul geoutet. Als Michael Jackson starb, fragte Perez: "Hat er etwa kalte Füße gekriegt?"

Die Black Eyed Peas hingegen hasst Perez Hilton aufs Tiefste. Nachdem er Will.i.am eine "Schwuchtel" nannte, verpasste dessen Ma

Die Black Eyed Peas hingegen hasst Perez Hilton aufs Tiefste. Nachdem er Will.i.am eine "Schwuchtel" nannte, verpasste dessen Manager ihm ein blaues Auge

Klar, dass Stars vor den schonungslosen Kommentaren der Plappertasche zittern und viele Hollywood-Agenten ihn verachten, weil er sie immer wieder zur Schadensbegrenzung zwingt. Gern vergleicht er sich mit seinem Idol Madonna, "weil 'Her Madgesty' genau wie ich so sehr gehasst wie geliebt wird". Was Perez vor allem mit der "Queen of Pop" verbindet, ist der Geschäftssinn. Bereits in der Jesuiten-Highschool in Miami prophezeite der Klassenlehrer dem damals 13-Jährigen, dass er es weit bringen würde: Er hatte für die Klassenreise nach Spanien bei großen Unternehmen um Spenden gebeten – und das gesamte Geld zusammengesammelt. "Jeder, der hart arbeitet, kann ein Hilton werden", schreibt Perez in seinem Buch. "Dafür brauchst du kein Talent und auch keine Verwandtschaft zu Paris oder Nicky."

Sein Arbeitstag beginnt um vier Uhr morgens, an sieben Tagen in der Woche aktualisiert er seine Web-Einträge rund 60-mal am Tag, mittlerweile mit Hilfe von Schwester Barbara, 25. Auch seine Mutter hat im "Team Perez" angeheuert: Teresita führt den Haushalt – und wäscht die schmutzige Wäsche ihres Sohnes.

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