Paris Hilton
© Wireimage.com Paris Hilton

Paris Hilton & Kollegen Hollywood vor Gericht

Fahren ohne Führerschein, wilde Partys oder Schlägereien - viele Stars missachten die Gesetze. Doch jetzt werden sie immer öfter zur Verantwortung gezogen und verurteilt. Der Fall Paris Hilton ist erst der Anfang

Der Schock sitzt noch tief.

Seit ihrer Verurteilung vergangene Woche bricht die verwöhnte Millionenerbin immer wieder in Tränen aus. Es ist nicht zu übersehen: Paris Hilton ist verzweifelt. Nie hätte sie damit gerechnet, dass die amerikanische Justizbehörde ausgerechnet an ihr ein abschreckendes Exempel in einem Verkehrsdelikt statuieren würde. Laut Gerichtsurteil soll Paris wegen Missachtung ihres Fahrverbots und Alkohols am Steuer am 5. Juni für 45 Tage in das Frauengefängnis von Lynwood in Kalifornien einchecken. Auch die Rücknahme der Berufung brachte ihr nur eine Haftverkürzung auf 23 Tage.

Doch sie versuchte alles, um die Entscheidung des Richters Michael Sauer abzumildern - inklusive eines Gnadengesuchs an Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger und einer öffentlichen Entschuldigung: "Ich bin mir absolut bewusst, wie gefährlich Autofahren unter Alkoholeinfluss ist. Ich könnte niemals damit leben, Schuld an einem Unfall zu sein, bei dem jemand zu Schaden kommt, und ich werde für mein Verhalten die Verantwortung übernehmen."

Beim Koksen fotografiert: Lindsay Lohan
© Wireimage.comBeim Koksen fotografiert: Lindsay Lohan

Auch wenn Paris nun mit einer kürzeren Haftstrafe davon kommt, weil die Gefängnisse überfüllt sind - dass sie mit ihrer späten Reue der Strafe ganz entkommt, gilt als unwahrscheinlich. Es scheint so, als habe sich die Justizbehörde fest vorgenommen, Stars, die das Gesetz missachten, mit harten Strafen zu begegnen. Denn Paris Hilton ist längst kein Einzelfall mehr.

Hollywoods Verbrecherkartei wird lang und länger

George Michael, 43, fuhr unter Drogeneinfluss Auto, Mel Gibson, 51, widersetzte sich im Suff der Staatsgewalt und Nicole Richie, 25, fiel der Polizei zum wiederholten Mal durch Alkohol- und Drogeneskapaden auf.

Ihre Freundin Lindsay Lohan, 20, hat jetzt in einer einzigen Nacht eine derart große Menge Kokain konsumiert, dass man damit wohl das Publikum einer Großraumdisco hätte versorgen können. Ihr Glück: Um nach US-Recht für ein Drogendelikt verurteilt werden zu können, muss man in flagranti erwischt werden - Foto- oder Videoaufnahmen reichen als Beweis nicht aus. Und solange sie nicht ertappt werden, scheinen sich viele prominente Sünder für ihr indiskutables Verhalten weder zu schämen noch überhaupt Anzeichen von Reue zu zeigen.

Hugh Grant fühlt sich im Recht, wenn er Paparazzi attackiert
© Wireimage.comHugh Grant fühlt sich im Recht, wenn er Paparazzi attackiert

Hugh Grant, 46, gibt nach seiner Bohnendosen-Attacke den Unantastbaren: "Ich habe nichts falsch gemacht. Am Ende werde ich Recht behalten." Auch Rod Stewarts renitenter Sohn Sean, 26, spielt seine regelmäßigen Ausraster herunter. Vor kurzem soll er mit Freunden ein unbeteiligtes Paar, das in einem Auto saß, mit Steinen beworfen haben - aus Frust, weil ihm der Eintritt in einen Nachtclub in Hollywood verwehrt wurde.

Dabei wissen sie, dass die Öffentlichkeit auf sie blickt

Wie dreist die Stars gegen das Gesetz verstoßen, verblüfft schon. Eigentlich müssten sie doch wissen, dass dem Blick der Öffentlichkeit nicht mal ein verrutschter Rock oder das unerlaubte Anzünden einer Zigarette verborgen bleiben. "Es herrscht offenbar die Einstellung 'nach mir die Sintflut'", beschreibt der US-Strafverteidiger Joe Pertel die hochmütige Haltung vieler Promis. "Die müssen ja nicht mal ihren Kaffee selbst einschenken. Sie fühlen sich wie Götter, denen keiner etwas anhaben kann."

Diese Illusion hat man Paris Hilton nun genommen. Sie soll ein Exempel statuieren, ihr Fall demonstriert, dass Stars vor dem Gesetz keinen Sonderstatus genießen. "Den haben sie oft nur, weil sie sich die teuersten und meist auch besten Anwälte leisten können", erklärt Pertel.

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