Oscars 2013: Daniel Day Lewis, Jennifer Lawrence, Anne Hathaway, Christoph Walz
© Reuters Daniel Day Lewis, Jennifer Lawrence, Anne Hathaway, Christoph Walz

Oscars 2013 Goldjungs sind vergeben

Mit Musik ging die 85. Oscar-Verleihung über die Bühne: Anne Hathaway und Jennifer Lawrence konnten strahlen, Christoph Waltz und Michael Haneke holten Preise nach Europa und die Academy tröstete Ben Affleck mit dem Oscar für den besten Film

The Oscar goes to ...

Mit gleich zwei Überraschungen ging in der Nacht zum Montag (25. Februar) die 85. Oscarverleihung zu Ende: Nicht Jack Nicholson auf der Bühne, sondern die US-First-Lady Michelle Obama persönlich verkündete über eine Schalte ins Weiße Haus erstmals den Gewinner des besten Films - und betonte auf staatstragende Art, wie wichtig der Beitrag aller Kulturschaffenden für die Gesellschaft sei. Dann die Entscheidung: Ben Afflecks patriotischer Polit-Thriller "Argo" siegte überraschend über die anderen acht Mitstreiter. Damit entschuldigte sich die Academy wohl für die ausgebliebene Nominierung für Affleck als "Bester Regisseur" - im Vorfeld hatte der 40-Jährige fast alle anderen Branchenpreise dafür abgeräumt. "Ich danke meiner Frau, die mit mir jeden Tag an unserer Ehe arbeitet. Und es ist harte Arbeit aber ich würde sie mit niemand anderem lieber tun", rief Affleck sichtlich aufgewühlt seiner Frau Jennifer Garner im Publikum zu. Der Regie-Oscar ging kurz zuvor an Ang Lee für "Life of Pi". Mit insgesamt vier Oscars wurde die Literaturverfilmung am Häufigsten ausgezeichnet.

Oscars 2013: Joseph Gordon-Levitt, Seth MacFarlane und Daniel Radcliffe tanzen und singen für das Publikum.
Joseph Gordon-Levitt, Seth MacFarlane und Daniel Radcliffe tanzen und singen für das Publikum.

Afflecks Schluß-Triumph war der Höhepunkt einer wahnsinnig musikalischen Show - wer dieses Jahr eingeschaltet hatte, wird nicht ohne Ohrwurm rausgegangen sein. Von Barbra Streisand über Shirley Bassey bis hin zum gesamten "Les Misérables"-Team tummelten sich die Stars mit Gesangseinlagen auf der Bühne. Auch Moderator Seth MacFarlane bewies musikalisches Talent und besang gleich zu Beginn in einem humorvollen Einspieler die Brüste sämtlicher weiblichen Hollywoodstars ("We saw your boobs"). Der "Family Guy"-Erfinder machte sein Oscar-Debut bis auf eine etwas missglückte Schlussnummer mit der aufgedrehten Kristin Chenowith gut und schaffte es, den Spagat zwischen derben Scherzen und klassischen Hollywood-Showeinlagen, wie zum Beispiel einer Tanznummer mit Joseph Gordon-Levitt und Daniel Radcliffe, zu meistern.

Oscars 2013: Adele freut sich über ihren ersten Oscar.
© ReutersAdele freut sich über ihren ersten Oscar.

Natürlich durfte auch Adele ihren nominierten Bond-Song "Skyfall" zum Besten geben - und räumte dafür später prompt die Trophäe als bester Filmsong ab. Mit kleinen Tränen und einem erfrischenden Lachen sorgte die Britin für die emotionalste Dankesrede des Abends. Auch die "Beste Hauptdarstellerin" Jennifer Lawrence wirkte ehrlich geschockt über die Auszeichnung für ihre Leistung in der Komödie "Silver Linings" und stolperte vor lauter Aufregung sogar auf dem Weg zur Bühne. Im Alter von nur 22 Jahren war es bereits ihre zweite Nominierung und der erste Sieg. Anne Hathaway gab sich hingegen gefasst, als sie wie erwartet mit dem Oscar als Beste Nebendarstellerin ausgezeichnet wurde. Sie dankte auf der Bühne als erstes ihrem "Les Misérables"-Kollegen Hugh Jackman: "Du bist einfach unglaublich." Dieser musste den Oscar als "Bester Hauptdarsteller" jedoch "Lincoln"-Star Daniel Day-Lewis überlassen. Eine von nur zwei Trophäen, die Steven Spielbergs Historiendrama mit nach Hause nehmen durfte. Dabei war "Lincoln" mit zwölf Nominierungen als Favorit ins Rennen gegangen.

Ein großartiger Abend war es jedoch für die Österreicher Christoph Waltz und Michael Haneke. Waltz wurde zum zweiten Mal in seiner Karriere für einen Tarantino-Film ausgezeichnet, dieses Mal konnte er für "Django Unchained" den Oscar als "Bester Nebendarsteller" in Empfang nehmen. Gewohnt sympathisch und mit einem kleinen Kloß im Hals bedankte er sich bei seinem großen Förderer Quentin Tarantino, der später den Oscar für das beste Drehbuch erhalten sollte. Hanekes Drama "Amour" wurde als "Bester ausländischer Film" ausgezeichnet, er hatte es damit sogar auf die Nominierungsliste als "Bester Film" geschafft.

Zu einer Seltenheit kam es in der Kategorie "Bester Tonschnitt": Hier gab Mark Wahlberg - selbst sichtlich überrascht - einen Gleichstand bekannt und rief nacheinander die Tonmacher von "Zero Dark Thirty" und "Skyfall" auf die Bühne. Zu lange Dankesreden wurden übrigens in diesem Jahr humorvoll mit der bekannten Melodie aus "Der weiße Hai" abgewürgt.

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Goldjungs sind vergeben
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2013-02-25T06:35:16+0100
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