Oscars 2010

Eine Frau und ein Österreicher jubeln

Die Oscars 2010 waren - trotz Komiker-Duo in der Moderation - eine recht ernste und sachliche Angelegenheit. Der Massenhit "Avatar" fand wenig Beachtung, der Sieger des Abends hieß "The Hurt Locker". Kathryn Bigelow gewann als erste Regisseurin. Und Christoph Waltz ging auch mit seinem Oscar nach Hause

Oscar 2010 Bigelow Waltz

Oscar 2010 Bigelow Waltz

Dafür, dass die Veranstaltung mit und von zwei erprobten Komikern moderiert wurde, ging es in diesem Jahr bei den Oscars sehr ernsthaft zu. Wenig Überraschung bei den großen Preisen ergänzte sich da mit wenig Bling bei der Show und einer überschaubaren Anzahl an Stars zu einer Oscarnacht für Filmliebhaber. Dazu passt auch, dass der eindeutige Sieger des Abends mit sechs der goldenen Statuetten der Irakthriller "The Hurt Locker" von Regisseurin war. Sie krönte sich damit zur ersten prämierten Regisseurin der Oscar-Geschichte und dankte dafür in einer bewegten Rede.

Ebenso innige Worte hatte als erster Preisträger des Abends einige Stunden früher schon ein anderer gefunden: der Österreicher nämlich. Der nahm - wie vorher schon alle anderen relevanten Filmpreise im Januar und Februar - nun endlich auch den Oscar für seine Rolle als im Tarantino-Streifen "Inglourious Basterds" in Empfang. Die ganze Tarantino-Clique jubelte mit: selbst, aber auch Eli Roth und Diane Kruger hatten sich diesen Abend nicht entgehen lassen. Nur Ober-Basterd Brad Pitt war nirgendwo zu sehen.

Als Beste Hauptdarsteller können - ohne Überraschung - ("Crazy Heart") und - ein bisschen überraschend - ("The Blind Side") feiern lassen. Letztere hat sich am Vorabend noch die "Goldene Himbeere" für die schlechteste Schauspielleistung in einem anderen Film persönlich abgeholt. Das markiert eine Premiere für die Disziplin Oscar-und-Himbeere-in-einem-Jahr-kassieren, die ganz entspannt meistert. Publikumsliebling bekam den verdienten Applaus sogar von zwei ganz Großen: und waren zusammen mit ihr nominiert gewesen. In ihrer Rede dankte Bullock Wort- und später auch Tränenreich, vergaß aber die lustigen Momente nicht. So erinnerte sie ihre Kritiker daran, dass sie sie nicht vergessen habe und daran, dass er sie einmal in einen Pool geworfen habe.

Die Trophäe für die beste Nebendarstellerin als miese Mutter eines schwangeren Teenagers in "Precious" ging an Mo'Nique. An "Precious" ging auch der Oscar für das beste adaptierte Drehbuch.

So eindeutig wie "The Hurt Locker" mit den Preisen in den Königsklassen "Bester Film" und "Beste Regie" sowie weiteren Preisen in Schnitt, Soundschnitt, Soundmix und Drehbuch der große Sieger war, war das 3D-Zukunftsspektakel "Avatar" der große Verlierer. Und mit ihm , der erfolgreichste Regisseur aller Zeiten, der am Vorabend seine Crew noch zur großen Anti-Stress-Party eingeladen hatte. Preise gab's nur in den drei Disziplinen Effekte, Kamera und Szenerie. machte dennoch gute Miene zum bösen Spiel und überstand so sogar den Satz, mit dem Steve Martin die Show mit einer halben Stunde Überlänge beendete: "Diese Show dauert so lang, dass Avatar jetzt in der Vergangenheit spielt."

cfu

Alle Gewinner auf einen Blick

Bester Film:

Avatar - James Cameron, Jon Landau
The Blind Side - Geoff Murphy
District 9 - Peter Jackson, Carolynne Cunningham
An Education - Finola Dwyer, Amanda Posey
Tödliches Kommando - Kathryn Bigelow
Inglourious Basterds - Lawrence Bender
Precious - Lee Daniels, Sarah Siegel-Magness, Gary Magness
A Serious Man - Cohen Brüder
Up - Jonas Rivera
Up in the Air - Daniel Dubiecki


Bester Hauptdarsteller:

Jeff Bridges - Crazy Heart
George Clooney - Up in the Air
Colin Firth - A Single Man
Morgan Freeman - Invictus
Jeremy Renner - The Hurt Locker


Beste Hauptdarstellerin:

Sandra Bullock - The Blind Side
Helen Mirren - Ein russischer Sommer
Carey Mulligan - An Education
Gabourey Sidibe - Precious: Based on the Novel 'Push' by Sapphire
Meryl Streep - Julie & Julia


Bester Nebendarsteller:

Matt Damon - Invictus
Woody Harrelson - The Messenger
Christopher Plummer - Ein russischer Sommer
Stanley Tucci - In meinem Himmel
Christoph Waltz - Inglourious Basterds


Beste Nebendarstellerin:

Penélope Cruz - Nine
Vera Farminga - Up in the Air
Maggie Gyllenhaal - Crazy Hearts
Anna Kendrick - Up in the Air
Mo'Nique - Precious: Based in the Novel 'Push" by Sapphire


Bester fremdsprachiger Film:

Ajami - Israel
El secreto de Sus Ojos - Argentinien
The Milk of Sorrow - Peru
Das weiße Band - Deutschland
Un prophète - Frankreich


Beste Regie:

Avatar - James Cameron
Tödliches Kommando - Kathryn Bigelow
Inglourious Basterds - Quentin Tarantino

Precious: Based on the Novel 'Push' by Sapphire - Lee Daniels Up in the Air - Jason Reitman


Bester Filmsong:

Preisverleihung

Oscar 2010 in Bildern

Donna Karan verhüllte diesen schönen Körper: Penélope Cruz zeigt wieder einmal was es heißt, stilvoll gekleidet zu sein.
Gerard Butler ist ganz alleine zu den Academy-Awards gekommen. An fehlenden Angeboten hat es bestimmt nicht gelegen.
Meryl Streep gehört zu den großen Damen in Hollywood.
Wenn Taylor Lautner vor einer Kamera steht, hat er stets eine Pose, leicht schief und die Arme abespreizt. So auch bei der Oscar

99

Küss den Frosch - "Almost There" - Musik und Text Randy Newman
Küss den Frosch - "Down in New Orleans" - Musik und Text Randy Newman
Paris 36 "Loin de Paname" - Musik von Reinhardt Wagner, Text von Frank Thomas
Nine "Take It All" - Musik und Text Maury Yeston
Crazy Heart - "The Weary Kind [Theme from Crazy Heart]" - Musik und Text von Ryan Bingham und T Bone Burnett


Beste Filmmusik:

Avatar - James Horner
Fantastic Mr. Fox - Alexandre Despiat
Tödliches Kommando - Marco Beltrami und Buck Sanders
Sherlock Holmes - Hans Zimmer
Up - Michael Giacchino


Bestes Drehbuch:

Tödliches Kommando - Mark Boal
Inglourious Basterds - Quentin Tarantino
The Messenger - Alessando Camon, Oren Moverman
A Serious Man - Cohen-Brüder
Up - Drehbuch: Bob Peterson, Pete Docter; Story: Bob Peterson, Pete Docter, Tom McCarthy


Bestes adaptiertes Drehbuch:

District 9
An Education
In the Loop
Precious: Based on the Novel 'Push' by Sapphire
Up in the Air


Beste visuelle Effekte:

Avatar - Joe Letteri, Stephen Rosenbaum, Richard Baneham und Andrew R. Jones
District 9 - Dan Kaufman, Peter Muyzers, Robert Habros und Matt Aitken
Star Trek- Roger Guyett, Russell Earl, Paul Kavanagh und Burt Dalton


Bester animierter Film:

Coraline - Henry Selick
Fantastic Mr. Fox - Wes Anderson
The Princess and the Frog - John Musker und Ron Clements
The Secret of Kells - Tomm Moore
Up - Pete Docter


Bestes Kostümdesign:

Bright Star - Janet Patterson
Coco before Chanel - Catherine Leterrier
The Imaginarium of Doctor Parnassus - Monique Prudhomme
Nine - Colleen Atwood
The Young Victoria - Sandy Powell


Beste Kamera:

Avatar - Mauro Fiore
Harry Potter und der Halbblutprinz - Bruno Delbonnel
Tödliches Kommando - Barry Ackroyd
Inglourious Basterds - Robert Richardson
Das weiße Band - Christian Berger


Soundschnitt:

The Hurt Locker - Paul N.J. Ottosson


Soundmix:

The Hurt Locker - Paul N.J. Ottosson and Ray Beckett


Bester Dokumentarfilm (kurz):

Music by Prudence - Roger Ross Williams and Elinor Burkett


Dokumentarfilm (lang):

The Cove - Louie Psihoyos and Fisher Stevens


Kurzfilm (Live Action):

The New Tenants - Joachim Back and Tivi Magnusson


Kurzfilm (animiert):

Logorama - Nicolas Schmerkin

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