Oscar Pistorius
© Reuters Oscar Pistorius

Oscar Pistorius Chefermittler steht selbst unter Verdacht

Ob Oscar Pistorius in Haft bleiben muss, ist weiterhin unklar. Der Chefermittler gerät derweil selbst in die Kritik - gegen ihn läuft sogar ein Verfahren wegen Mordverdachts

Das Gericht in Pretoria will am Donnerstag (21. Februar) entscheiden, ob der unter Mordverdacht stehende Oscar Pistorius gegen Zahlung einer Kaution vorläufig freigelassen wird. Der Paralympics-Star wird beschuldigt, seine Freundin Reeva Steenkamp in der Nacht des Valentinstag erschossen zu haben.

Doch momentan liegt das Augenmerk weniger auf dem Paralympics-Star, als auf Chefermittler Hilton Botha. Denn gegen den Polizisten läuft ebenfalls ein Verfahren.

Ihm wird siebenfach versuchter Mord vorgeworfen. Bereits im Jahr 2011 soll er laut südafrikanischer Medien im Polizeidienst mit zwei Kollegen auf einen Kleinbus geschossen haben. Der Minivan sei mit sieben Menschen besetzt gewesen. Im Mai muss Botha deshalb selbst als Angeklagter vor Gericht erscheinen. Laut "news.sky.com" waren die Vorwürfe gegen den Polizisten zwar fallen gelassen worden, jedoch noch vor dem Fall Pistorius wieder aufgenommen worden. Warum blieb bisher jedoch unklar.

Oscar Pistorius: Hilton Botha ist der Chefermittler im Fall Pistorius.
© Bulls PressHilton Botha ist der Chefermittler im Fall Pistorius.

Wie "Eyewitness News" berichtet, soll der Chefermittler nun voraussichtlich abgelöst werden. Der Rundfunksender zitiert einen Sprecher der Staatsanwaltschaft, Botha könne "nicht mit dem Fall weitermachen".

Auch ohne die Vorwürfe gegen ihn scheint Hilton Botha bisher wenig professionell bei den Ermittlungen gegen Pistorius vorgegangen zu sein. So war der Polizist zwar der erste, der nach der Tat am Haus von Pistorius eintraf, soll den Tatort allerdings ohne Schutz über den Schuhen verunreinigt haben. Außerdem habe er sich unter anderem laut "welt.de" vor Gericht in Widersprüche verstrickt. Pistorius' eidesstattliche Erklärung, seine Freundin getötet zu haben, weil er sie für einen Einbrecher hielt, konnte Botha bisher nicht widerlegen.