Oscar 2014

Oscar bei den Socken

Stars wie Lupita Nyong'o und Matthew McConaughey dürfen sich seit Sonntag über ihren Oscar freuen. Aber wo stellt man so ein Ding eigentlich hin? Ehemalige Oscar-Stars machen es zum Beispiel so...

durfte sich am vergangenen Sonntag (4. März) zum ersten Mal in seiner langen Karriere über einen Oscar freuen. Als Produzent des als "Bester Film" ausgezeichneten Werkes "12 Years A Slave" wurde der 50-Jährige endlich mit der höchsten Auszeichnung der Filmwelt geehrt. Wo er das gute Stück aber nun hinstellen soll, weiß er selbst nicht so genau, zumal der seiner Verlobten Angelina (gewann ihn 2000 für "Durchgeknallt") mittlerweile als verschollen gilt -doch dazu später mehr."Ich hatte niemals damit gerechnet, einen mit nach Hause zu nehmen," sagte kurz nach der Verleihung zu "E!Online". "So weit im Voraus habe ich also gar nicht geplant."

Vielleicht hilft ihm bei der Entscheidungsfindung ja das Vorbild seiner Vorgänger, die die Trophähe bereits einmal oder mehrfach in Empfang nehmen durften und sie an zum Teil wirklich kuriosen Orten platzieren. Grob lassen sie sich in sechs verschiedene Oscar-Aufbewahrungstypen einteilen:

Die Verstecker

Gwyneth Paltrow durfte sich 1999 für ihre Rolle in "Shakespeare in Love" über den Oscar freuen. Richtig wohl hat sie sich in der Nähe der Statue aber nie gefühlt.

Gwyneth Paltrow durfte sich 1999 für ihre Rolle in "Shakespeare in Love" über den Oscar freuen. Richtig wohl hat sie sich in der Nähe der Statue aber nie gefühlt.

Man geht gemeinhin davon aus, dass der Erhalt eines Oscars den aufregendsten Karrierkick für Filmschaffende bedeuten müsste. Glaubt man jedoch Stars wie oder , kann der goldene Junge einem auch ganz schön viel Angst und Respekt einflößen. , die den Preis 1999 für ihre Rolle in "Shakespeare in Love" mit nach Hause nehmen dürfte, sagte 2005 laut "Contactmusic.com", dass sie ihn "im hinteren Teil des Bücherschranks" verstecke, da er sie "verrückt mache". "Aus irgendeinem Grund schaffe ich es nicht, mich gut damit zu fühlen. Ich fühle mich irgendwie peinlich berührt und er ruft, seltsame, traumatische Gefühle in mir hervor. Er steht für eine anstrengende Zeit in meinem Leben."

Kollege Dustin Hoffman kann das gut nachvollziehen. Auch er verwahrte seine Oscars, die er 1980 für "Kramer gegen Kramer" und 1989 für "Rain Man" gewann, lange außer Sichtweite. Später jedoch durften sie endlich einen Ehrenplatz auf dem Kaminsims im Arbeitszimmer des Schauspielers einnehmen. Was ihn seine Meinung hat ändern lassen? "Wahrscheinlich jahrelange Therapie!" wird er von "Instyle.com" zitiert.

Der mittlerweile zweifache Oscar-Gewinner muss den Anblick seiner Trophäen ebenfalls nicht täglich genießen, scheint aber weniger phobisch auf sie zu reagieren als Paltrow und Hoffman. Kurz vor seinem zweiten Oscar-Gewinn für "Django Unchained" 2013 erzählte er im Gespräch mit "RP Online", dass sein erster Goldjunge für "Inglorious Basterds" in seiner Wohnung in Los Angeles hinter verschlossenen Türen aufbewahrt wird. "Wenn immer so ein Oscar rumsteht - ich weiß nicht. Ich muss den nicht immer sehen."

Gleiches scheint sich auch zu denken, die ihren Oscar 1994 im zarten Alter von zwölf Jahren für ihre Rolle in "Das Piano" erhielt - und die Trophäe seither an wenig glamourösen Orten herumliegen hat: Im Laufe der Jahre soll er sich zunächst in der Sockenschublade befunden und später einen staubigen Platz neben ihren Stiefeln im Schuhschrank zugewiesen bekommen haben.

Die Aussteller

2006 war es für Reese Witherspoon soweit: Sie bekam den Oscar für "Walk The Line". Man erzählt sich, dass sie alle Besucher, die den Oscar anfassen wollen, zum Halten einer Rede nötigt.

2006 war es für Reese Witherspoon soweit: Sie bekam den Oscar für "Walk The Line". Man erzählt sich, dass sie alle Besucher, die den Oscar anfassen wollen, zum Halten einer Rede nötigt.

Für Stars wie oder ist derart bescheidene Zurückhaltung kaum nachvollziehbar - zumal sie davon ausgehen, dass auch ihre Gäste gern was vom Glamour der Trophäen abbekommen würden. zum Beispiel verwahrt ihren Oscar für "Chicago" (2002) "Instyle.com" zufolge in ihrem Haus in Bermuda auf und jeder Besucher der Familie wünscht sich nach Angaben der Schauspielerin ein Foto mit dem goldenen Kerlchen. Ob die Gäste die Trophäe dafür in die Hand nehmen dürfen, ist allerdings nicht bekannt. Bei Jennifer Hudson ist genau das nämlich auf jeden Fall ein absolutes No-Go. "Sorry, kein Anfassen des Oscars!" erklärte die "Dreamgirls"-Gewinnerin (2006) gegenüber "Insytle.com". Fotos von sich mit der Trophäe dürfen Gäste aber trotzdem machen - auch wenn die in einem verschlossenen Schaukasten steht.

, die sich in diesem Jahr für ihre Hauptrolle in "Blue Jasmine" über den zweiten Oscar ihrer Karriere freuen durfte, wurde nach ihrem ersten Oscargewinn (2005 für "The Aviator") ebenfalls hauptsächlich von ihren Lieben dazu animiert, die Trophäe gut sichtbar auf dem Klavier zu platzieren, denn "alle meine Freunde wollen ihn in die Hand nehmen und damit posieren", so die 44-Jährige gegenüber dem "Boston Globe".

hatte Berichten des "Guardian" zufolge ursprünglich vor, ihren Oscar für "Walk The Line" ganz originell umarbeiten zu lassen: als Türknauf oder zu einer hübschen Goldkette. Doch schließlich entschloss sie sich trotzdem dazu, den Gewinn im Wohnzimmer auszustellen. Es halten sich hartnäckige Gerüchte, nach denen jeden, der den Goldjungen anfassen will, dazu verdonnert, eine Dankesrede zu halten.

Mamas Lieblinge

Oscars 2014

Die Schnappschüsse der Stars

Ireland Baldwin berichtet für "Entertainment Tonight" vom roten Teppich und macht dabei Selfies von allerlei Stars, hier albert sie mit Jared Leto herum.
Kelly Osbourne geht Lady Gaga zum Spaß an die Gurgel.
Backstage schneiden Joseph Gordon-Lewitt und Emma Watson Grimassen.
Leonardo DiCaprio fotografiert Fans und Reporter vom roten Teppich aus.

20

Tom Hanks im Jahr 1995, als er den Oscar für "Forrest Gump" mit nach Hause nehmen durfte.

Tom Hanks im Jahr 1995, als er den Oscar für "Forrest Gump" mit nach Hause nehmen durfte.

Wo früher ungelenke Kritzeleien am Kühlschrank klebten und alte Sportauszeichnungen den Kaminsims zierten, mischt sich jetzt der Welt wichtigste Filmpreis unter die Reliquien der Kindheit. So zumindest stellt man es sich vor, wenn statt der ausgezeichneten Stars deren Eltern die Trophäen ihrer Sprösslinge in Obhut nehmen. Die Eltern von sind zum Beispiel wahnsinnig stolz auf ihre talentierte Tochter. Entgegen der Gerüchte, nach denen die 23-Jährige ihren Oscar für "Silver Linings" aus dem Jahr 2013 direkt nach Erhalt schon wieder verschusselt haben soll (was zum tolpatschigen Image der sympathischen Blondine durchaus passen würde), steht der Goldjunge sicher verwahrt bei ihren Eltern in Kentucky - auf dem Klavier.

Auch hat ihren Oscar aus dem Jahr 2000 seither nach eigenen Angaben nicht mehr gesehen, da sie ihn gleich im Anschluss ihrer Mutter übergeben haben soll. Was nach dem Tod ihrer Mama im Jahr 2007 damit geschah, weiß sie offenbar nicht, was für die 38-Jährige aber kein Problem zu sein scheint: "Ich verwahre Preise nicht auf, denn ich glaube, es ist nicht gut, sie um sich zu haben," befand sie in einem Interview mit James Lipton in der Sendung "Inside the Actors Studio".

Tom Hanks, selbst bereits Vater und Großvater, hat seine zwei Oscars für "Philadelphia" (1993) und "Forrest Gump" (1994) umgekehrt zu den Preisen seiner eigenen Kinder und Enkel gestellt. "Sie stehen auf dem Familien-Trophäen-Regal, direkt neben den Fußball-Pokalen", wird der 57-Jährige von "Instyle.com" zitiert. "Ich glaube der 'Beste-Mama-Der-Welt-Pokal' vom Muttertag steht gleich daneben."

Die Badezimmer-Brigade

Kate Winslet macht es wie viele andere Stars auch und verwahrt ihren Oscar im Badezimmer auf. So können ihn Gäste anfassen, ohne sie vorher fragen zu müssen.

Kate Winslet macht es wie viele andere Stars auch und verwahrt ihren Oscar im Badezimmer auf. So können ihn Gäste anfassen, ohne sie vorher fragen zu müssen.

Es mag komisch klingen, doch offenbar ist das Badezimmer für sehr viele Oscar-Gewinner der bevorzugte Ort für ihre wertvollste aller Auszeichnungen. , , Elizabeth Taylor, Susan Sarandon, Lionel Richie und Sean Connery gehören beispielsweise dazu. Für manche hat das offenbar rein dekorative Gründe: "Sie passen gut zu den Amaturen", wird Jodie Foster immer wieder gern zitiert, die sich einst für "Angeklagt" (1989) und "Das Schweigend er Lämmer" (1992) über je eine Trophäe freuen durfte. Emma Thompson sieht das ähnlich: "Woanders sehen sie zu übertrieben aus", soll die zweifache Oscar-Gewinnerin einst zum "Time"-Magazin gesagt haben. "Es sind große, goldene, glänzende Dinger."

Für Kate Winslet, die ihren Oscar für ihre Rolle in "Der Vorleser" mit nach Hause nehmen durfte, hat die Platzierung im Bad auf dem Klo-Kasten einen weiteren Vorteil: "Jeder möchte ihn mal halten und 'Oh mein Gott' und 'wie schwer er ist' sagen", so die 38-Jährige scherzhaft gegenüber der Journalistin Kate Garraway des Senders "GMTV". "Also dachte ich, ich stelle ihn ins Klo, dann können die Leute dieses ganze 'Wo ist dein Oscar?'-Ding vermeiden." Sie hoffe natürlich, dass ihre Gäste sich vor dem Anfassen des Goldjungen die Hände waschen.

Die Traditionalisten

Ja, die gibt es offenbar auch noch: Stars, die ihren wichtigsten Filmpreis weder verstecken, noch ins Badezimmer verbannen oder ihn gut sichtbar im Wohnzimmer zur Schau stellen. George Clooney zum Beispiel hat seine zwei Oscars (als Produzent für "Argo" 2013 und als bester Nebendarsteller für "Syriana" 2005) ganz klassisch in seinem Bücherregal im Arbeitszimmer stehen und Goldie Hawn verwahrt ihren aus dem Jahr 1970 für "Die Kaktusblüte" in ihrem sogenannten "Indienzimmer" auf, wohin sie sich gern zum Meditieren zurückzieht.

Die Verrückten

Verwahrt Russell Crowe seinen Oscar wirklich im Hühnerstall auf? Zumindest hat er es bislang noch nicht dementiert...

Verwahrt Russell Crowe seinen Oscar wirklich im Hühnerstall auf? Zumindest hat er es bislang noch nicht dementiert...

Und schließlich wären da noch jene Stars, die ihre Trophäen angeblich oder nachweislich an völlig abstrusen Orten aufbewahren. Ein besonders wildes Gerücht rankt sich beispielsweise um Russell Crowe, der seinen Oscar für "Gladiator" aus dem Jahr 2001 tatsächlich im Hühnerstall seiner Ranch in Australien aufbewahren soll, damit seine Hühner dazu motiviert werden, dickere Eier zu legen. Dass dem nicht so ist, hat der Schauspieler zumindest bislang auch nicht ausdrücklich erklärt.

Dass der frisch gebackene Oscar-Gewinner Jared Leto mit den Aufenthaltsorten seiner Trophäen bislang eher lax verfahren ist, konnte man schon vor wenigen Wochen feststellen: In einem auf Instagram geposteten Kurzvideo, das ihn beim Pfannkuchen machen in seiner Küche zeigt, sieht man im Hintergrund diverse Statuen wie zufällig in der Gegend rumstehen. Ob er seinen Oscar für "Dallas Buyers Club" auch einfach dort abstellen wird, wo es gerade passt, bleibt abzuwarten.

Schauspieler Timothy Hutton schließlich, der sich 1981 im zarten Alter von 16 Jahren über einen Oscar für "Eine ganz normale Familie" freuen durfte, erklärt gern in Interviews, dass seine Schwester den wichtigsten Filmpreis der Welt vor vielen Jahren bei einer Party nur so zum Spaß in den Kühlschrank neben das Bier packte, um vor den Gästen damit anzugeben. Man erzählt sich, dass der Oscar dort auch heute noch zu finden ist.

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