Oscar 2009 - George Clooney

Die Oscar-Schwänzer

Nicht nur das TV-Publikum zeigte mäßiges Interesse an der Oscar-Verleihung - auch Stars wie George Clooney und Johnny Depp hatten für den 22. Februar andere Pläne und erschienen nicht

George Clooney, Johnny Depp

Die diesjährige Oscar-Verleihung war wie immer ein Schaulaufen der Superlative: Brad Pitt und Angelina Jolie strahlten auf dem roten Teppich ebenso wie Kate Winslet, Tilda Swinton und viele andere. Doch trotz toller Show und vieler glücklicher Preisträger: Die 81. "Academy Awards" erzielten die drittschlechteste Einschaltquote in ihrer Historie: Etwa 36,3 Millionen US-Bürger zog das Spektakel vor die Mattscheibe - weniger Zuschauer gab es lediglich 2008 und 2003.

Und auch unter den Hollywoodgrößen machten sich einige rar: George Clooney fehlte im "Kodak Theatre" ebenso wie Johnny Depp mit Vanessa Paradis. Matthew McConaughey blieb den Feierlichkeiten fern, ebenso wie Tom Cruise und Katie Holmes. Persönliche Eitelkeiten oder einfach wichtigere Termine? Die Gründe für die Oscar-Abstinenzen waren vielfältig.

George Clooney weilt in diesen Tagen in Washington D.C.: Er traf sich am frühen Montagmorgen mit Präsident Barack Obama und seinem Vize Joe Biden, um über die humanitäre Krisensituation im sudanesischen Darfur zu sprechen. "Larry King Live" stellte eine Satellitenverbindung zu Clooney her, der vor dem Weißen Haus wartete. Der Hollywoodstar erklärte, er wolle einen dauerhaften Botschafter in Darfur anregen, der dem Präsidenten Bericht über unmittelbare Entwicklungen erstatten könne. "Wir brauchen jemanden, der daran arbeitet, dass endlich Frieden einkehrt - und zwar jeden Tag." Mit Obama sprach Clooney zudem über seine persönlichen Eindrücke nach seinem jüngsten dreiwöchigen Besuch in den Flüchtlingslagern in Chad, wo über 250.000 Menschen "auf dem Zahnfleisch kriechen". Seit mehreren Jahren engagiert sich George Clooney für eine Verbesserung der katastrophalen humanitären Situation auf dem afrikanischen Kontinent.

Auch Johnny Depp und Vanessa Paradis hatten keine Lust, extra zu den Oscars nach Los Angeles zu jetten. Das öffentlichkeitsscheue Paar wurde am Sonntag beim gemütlichen Abendessen mit Regisseur Tim Burton in der Pariser Brasserie "La Closerie des Lilas" gesehen. Depp und Burton arbeiten gerade gemeinsam an einer Neuverfilmung von "Alice im Wunderland", in dem Johnny Depp den "Verrückten Hutmacher" spielt.

Andere Stars hingegen schwänzten den Oscar-Abend nicht aus mehr oder weniger professionellen Gründen, sondern ganz einfach, um sich anderweitig zu verlustieren: So wurden Matthew McConaughey und Freudin Camila Alves in Rio gesichtet, wo sie ausgelassen Karneval feierten. Mit von der Partie: Matts Schauspielkollege Kevin Spacey. Die drei genossen die brasilianische Megaparty mit Musik, Glitter, Federschmuck und viel nackter Haut. Eine Augenweide für die Männer - und ein Stück Heimat für Camila, die gebürtige Brasilianierin ist. Dosenbier statt Schampus lautete die Devise dieses munteren Hollywood-Trios.

Warum hingegen Katie Holmes und Tom Cruise bei den "Academy Awards" durch Abwesenheit glänzten, ist unklar. Es könnte gekränkte Eitelkeit sein - immerhin hatte es die Academy versäumt, Tom für seine herausragende Leistung in "Tropic Thunder" oder "Operation Walküre" zu würdigen. Und offenbar wurde er auch nicht als Laudator für die Preisverleihung angefragt. Das "OK! Magazine" berichtete im Vorfeld, Tom und Katie hätten eingentlich geplant, am "Kodak Theatre" zu erscheinen. Einer Quelle aus dem Umfeld des Paares zufolge änderten sie ihre Pläne jedoch ganz kurzfristig - die Gründe bleiben dabei unklar.

Dennoch ließ sich Tom eine kleine Oscar-Darbietung nicht nehmen, sie blieb allerdings dem amerikansichen TV-Zuschauer vorbehalten: In einer Werbeunterbrechung sah man ihn in einem witzigen Spot für die Show "Jimmy Kimmel Live". Der Comedian und der einstige "Mission Impossible"-Star stürzen rußverschmiert aus dem Fenster eines brennenden Hauses, rappeln sich auf und Tom sagt: "Jimmy Kimmel, du hast mir das Leben gerettet. (...)Ich kann für dich deine Show machen, aber bitte, rette meine Katze." Kimmel läuft zurück in das Haus, es kommt zu einer enormen Explosion. Tom Cruise geht weg und erklärt: "Ich habe gar keine Katze" - wenn das nicht die passende Performance für einen Oscar-Schwänzer ist.

Der TV-Spot von Tom Cruise und Jimmy Kimmel:

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