Nicole Kidman
© Getty Nicole Kidman

Nicole Kidman Ihr Kampf um die Kinder

Nicole Kidman in höchster Sorge: Jetzt ist sie zu allem bereit, um den Einfluss ihres Ex Tom Cruise auf die gemeinsamen Adoptivkinder zu stoppen

Unermüdlich strahlt sie in die TV-Kameras, winkt Foto­grafen zu,

plaudert mit Fans. Nicole Kidman scheint die Weltpremiere ihres Fantasy­films "Der Goldene Kompass" in London zu genießen. Zumindest auf den ersten Blick. Denn kaum fühlt sich die 40-Jährige unbeobachtet, wirkt sie plötzlich auffällig ernst und nachdenklich. Es scheint, als wäre sie mit ihren Gedanken weit entfernt. Aber woran mag sie denken? An Isabella und Connor? Höchstwahrscheinlich. Täglich wächst die Angst um ihre Adoptivkinder. Vor allem der immer größer werdende Einfluss von Scientology auf die beiden lässt der Schauspielerin keine Ruhe mehr. Auffällig oft plauderte sie deshalb in den neuesten Interviews über ihre Kids. Galt das Thema noch vor einem Jahr als tabu, verblüfft Kidman jetzt mit ungewohnter Offenheit. Sogar vor schärferen Tönen schreckt sie inzwischen nicht mehr zurück. "Ja, die zwei werden zu Scientologen erzogen. Eine Tatsache, die mir nicht gefällt", sagte die Oscar-Preisträgerin gegenüber dem britischen TV-Sender GMTV. Sie habe das Gefühl, dass Isabella und Connor ihr entgleiten: "Beide sagen nicht Mami zu mir, sondern nennen mich nüchtern Nicole. Und das ist etwas, was ich hasse." Auch die Tatsache, dass ihre Kinder ausschließlich in L. A. leben wollen, stimme sie traurig. Denn sie wünsche sich nichts sehnlicher als mehr Kontakt.

Eingerahmt von Connor und Isabella scheint Nicole Kidman rundum zufrieden zu sein
© GettyEingerahmt von Connor und Isabella scheint Nicole Kidman rundum zufrieden zu sein

Kidmans versteckte Hilferufe kommen pikanterweise zu einem Moment, in dem die Kinder im Leben ihres Vaters Tom Cruise, 45, immer weni­ger Platz zu haben scheinen. Ein Zu­fall? Wohl kaum. Gezielt setzt sie derzeit ihre Me­dienmacht ein, um den Blick auf Missstände zu lenken: Will Kidman mit den beiden telefonieren, muss sie zunächst den Segen ihres kontrollsüchtigen Ex-Mannes einholen. Dem gefällt es offenbar gar nicht, dass sie verstärkt wieder die Nähe zu Connor, 12, und Isabella, 14, sucht. Denn bisher ließ sich Nicole widerspruchslos mit ein paar gemeinsamen Wochen pro Jahr abspeisen. Viel zu wenig, wie sie heute findet. Zumal Cruise die Teenager am liebsten bei seinen Schwestern in Beverly Hills, Privatlehrern oder in Scientology-Sommercamps parkt - während er mit Gattin Katie Holmes, 28, und Töchterchen Suri, 1, von Dreharbeiten zu Dreharbeiten jettet. Eine Tatsache, die selbst Anhänger des "Mission: Impossible"-Stars aufhorchen lässt: "Wo sind Connor und Isabella?", fragte jüngst ein irritierter Fan auf der Internetseite tomcruisewatch.net. Seit Monaten habe es von der Familie keine gemeinsamen Fotos mehr gegeben; 2006 hätten Tom und Katie wenigstens noch gele­gentlich Sportveranstaltungen der Kids be­sucht. Aber selbst das sei jetzt vorbei. "Er könnte die beiden ruhig mal auf seine Reisen mitnehmen", schimpft ein anderer Fan.

Nicole Kidman zusammen mit Exmann Tom Cruise und ihren beiden Adoptivkindern Isabella und Connor
© GettyNicole Kidman zusammen mit Exmann Tom Cruise und ihren beiden Adoptivkindern Isabella und Connor

Kidmans Sorge, dass Cruise die Kinder emotional vernachlässigt und sie dem über­mächtigen Einfluss des Scientology-Systems überlässt, sei durchaus berechtigt, sagt Ursula Caberta, Scientology-Beauftragte der Hamburger Innenbehörde. "Eine normale Kindheit findet nach den Richtlinien der Organisation nicht statt. Mitglieder überlas­sen ihren Nachwuchs ziemlich schnell sich selbst; Minderjährige müssen lernen, früh allein mit ihrem Leben fertig zu werden. Für Wärme und Geborgenheit bleibt da kein Platz", so die Expertin. Der Grund: Laut Scientology gelten Kinder als kleine Thetane spirituelle Wesen, die schon seit Millionen von Jahren leben. Sie sind kleine Erwachse­ne, die nur noch zur vollen Größe her­anwachsen müssen. Dass Cruise seine leibliche Tochter Suri den adoptierten Kids vorzieht, glaubt Caberta nicht: "Es geht nicht darum, eigene Kin­der zu haben. Es geht darum, Nachwuchs für die Organisation zu bekommen." Auch Suris Schonzeit werde früher oder später vorbei sein, so die Expertin. Dann müsse auch sie das harte Lernprogramm durchlaufen. Und das sei alles andere als ein Zuckerschlecken…

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